Dutzende Tote bei Überschwemmungen in Südafrika: Schulbus mit Kindern weggespült
Mindestens 49 Menschen starben bei Überschwemmungen in Südafrika. Die Suche nach Vermissten geht weiter. Die Behörden befürchten noch mehr Opfer.
Pretoria – Mindestens 49 Menschen sind in Südafrika gestorben, nachdem heftige Regenfälle in der Provinz Ostkap schwere Überschwemmungen ausgelöst hatten, berichtet The Standard. Der Premierminister der Provinz Oscar Mabuyane gab bekannt, dass die Zahl der Todesopfer auf 49 gestiegen sei. Die Behörden suchen weiterhin nach Vermissten.
„Eine solche Kombination aus Schnee und sintflutartigen Regenfällen im Winter haben wir noch nie erlebt“, sagte Mabuyane laut BBC und bezeichnete die Lage als schmerzhafte Tragödie. Unter den Verstorbenen sind vier Kinder. Sie saßen in einem Schul-Minibus mit insgesamt 13 Personen, den die Fluten in der Nähe von Mthatha mitgerissen haben. Auch der Fahrer und der Schaffner sind unter den Toten.
Überschwemmungen in Südafrika: Suche nach Vermissten dauert an
„Während wir sprechen, bergen wir weitere Leichen“, sagte Mabuyane vor Journalistinnen und Journalisten, laut AllAfrica. Obwohl der stärkste Teil des Unwetters vorbei ist, befürchten die Behörden einen Anstieg der Opferzahlen, da viele Menschen weiterhin vermisst werden.
Die starken Regenfälle, die am Wochenende die südlichen und östlichen Teile Südafrikas trafen, verursachten Erdrutsche und massive Schäden an Eigentum und öffentlicher Infrastruktur. In besonders betroffenen Gebieten erreichten die Wasserstände fast drei Meter Höhe und standen teilweise über den Dächern großer Wohnhäuser. Auch Strom- und Wasserversorgungssysteme wurden schwer beschädigt. Inoffiziell gebaute Siedlungen wurden überflutet, zahlreiche Bewohner mussten evakuiert werden. Rund 500 Menschen aus Ostkap wurden in Gemeindezentren, Schulen und Verwaltungsgebäude untergebracht, nachdem ihre Häuser weggespült oder schwer beschädigt wurden.
Ungewöhnlich hohe Niederschlagsmengen bei Unwetter in Südafrika
Das Unwetter traf Südafrika, als eine Kaltfront langsam über das Land zog. Ein Sturmsystem löste es aus, das sich von den schnellen Luftströmen abkoppelte und mehrere Tage über einer Region verweilte. Der Sturm brachte der Provinz Ostkap ungewöhnlich große Niederschlagsmengen. Eine Wetterstation in der Region registrierte 293 Millimeter Regen innerhalb von 24 Stunden von Montagabend bis Dienstag. Auch in Deutschland drohen in den kommenden Tagen wieder Starkregen und Hagel.
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Der südafrikanische Wetterdienst warnte vor anhaltend extremen Winterwetterbedingungen mit weiteren Niederschlägen und ungewöhnlich niedrigen Temperaturen. Mabuyane betonte, dass solche Katastrophen zunehmend zur Realität werden: „Solche Ereignisse haben wir noch nie erlebt, aber mit dem Klimawandel und der globalen Erwärmung sind sie unausweichlich.“
Tragödie in Südafrika – 49 Tote nach heftigen Regenfällen
Südafrika gehört zu den Ländern, die besonders stark unter den Folgen von klimatischen Veränderungen leiden. Bereits im April 2022 starben rund 400 Menschen bei einem Unwetter an der Ostküste, Tausende wurden obdachlos. Laut Green Climate Fund sind Überschwemmungen, Dürren und Brände in den letzten Jahren häufiger und intensiver geworden. Während die Such- und Rettungsarbeiten andauern, rufen die Behörden die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf. Präsident Cyril Ramaphosa forderte die Bürgerinnen und Bürger zur „Vorsicht, Fürsorge und Zusammenarbeit“ auf.