Wende in Sicht

Wetter-Experte veröffentlicht bittere Juli-Prognose - „Sommer stürzt komplett ab“

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Das sommerliche Wetter verabschiedet sich. Die erste Juli-Woche bringt einen deutlichen Wechsel. Nachts sinken die Temperaturen in den einstelligen Bereich.

Frankfurt/Wiesbaden – Die sommerliche Hitze der vergangenen Tage hat sich mit einem großen Knall verabschiedet. Am Wochenende (29./30. Juni) zogen heftige Unwetter über Deutschland, die auch das Deutschland-EM-Spiel beeinflussten. Der Ausblick für die erste Juli-Woche ist für einen Sommer ernüchternd, denn ein Temperatursturz steht an. Fast schon herbstliches Wetter mit vielen Wolken und Schauern zieht über Deutschland.

Wetter-Wende in Deutschland: „Der Sommer stürzt komplett ab“

„Mit Blick auf die nächste Woche muss man ganz klar sagen: Der Sommer stürzt komplett ab“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung dem Wetterportal wetter.net. Der kurze Sommer legt ab Montag (1. Juli) erst mal eine Pause ein. Die Woche startet mit Höchsttemperaturen von rund 20 Grad, nachts sind sogar weniger als zehn Grad möglich. „Nächste Woche wird es Herbstfeeling geben“, so Jung. Laut seiner Prognose könnte die erste Juli-Dekade wechselhaft und kühl ausfallen. In den kommenden Tagen wird es zunächst windig und regnerisch. Die Vorhersage für die nächsten Tage:

  • Montag, 1. Juli: 17 bis 22 Grad, windig, mal Sonne, mal Wolken und Schauer
  • Dienstag, 2. Juli: 17 bis 23 Grad, Mix aus Sonne, Wolken und Regenschauer
  • Mittwoch, 3. Juli: 16 bis 21 Grad, immer wieder mal Wolken, mal Sonnenschein und Schauer, windig

Wetter in Deutschland: Temperaturabsturz vorhergesagt – der Sommer legt eine Pause ein

„Der Jetstream legt sich nächste Woche wieder mit seiner ‚kalten Delle‘ direkt über Mitteleuropa. Daher strömen aus Nordwesten kühle Luftmassen zu uns nach Deutschland. Eine warme Südwestströmung bleibt aus“, erklärt der Wetterexperte. Die warmen Luftmassen werden dadurch in den Süden gedrückt. Erneut steht ein deutlicher Wetterwechsel an. In Deutschland wiederum könnte es sogar der kälteste Juni seit zehn Jahren werden, erklärt Jung.

Spaziergänger mit Regenschirmen sind unterwegs. Der Juli fängt wechselhaft und herbstlich an.

Auch in den darauffolgenden Tagen ist keine große Änderung zu erwarten. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) ist es am Donnerstag (4. Juli) stark bewölkt. Vom Westen können Schauer mit Gewittern Richtung Osten durchziehen. Die Temperaturen bleiben dabei zwischen 17 und 22 Grad. In der Nacht kann es auf bis zu acht Grad herunterkühlen. Am Freitag halten sich die Wolken und Schauer im Norden, im restlichen Teil des Landes ist es meist trocken und heiter. Im Norden liegen die Temperaturen bei 16 bis 19 Grad, ansonsten 19 bis 24 Grad. In der Nacht 13 bis acht Grad, im Bergland sind sogar sechs Grad möglich.

Nach Wetter-Wende: Juli-Prognose für Deutschland „nass“ und „zu kühl empfunden“

Tornado-Berichte, Ort versinkt in Hagel-Flut – Bilder zeigen Unwetter-Verwüstung in Deutschland

Den Osten Deutschlands traf es besonders hart: In Chemnitz (Sachsen) baute sich eine große Gewitterzelle auf.
Den Osten Deutschlands trafen Unwetter besonders hart: In Chemnitz (Sachsen) baute sich eine große Gewitterzelle auf.  © Alexander Wolf/Imago
Schwere Unwetter in Deutschland: In Nauwalde (Sachsen) wurden große Hochspannungsmasten einfach umgeknickt.
Schwere Unwetter in Deutschland: In Nauwalde (Sachsen) wurden große Hochspannungsmasten einfach umgeknickt.  © Bernd März/imago
Umgestürzte Bäume sorgten für eine Menge Schaden. In Brandenburg wurde ein Mann lebensgefährlich verletzt, als ein Baum auf ein Auto fiel und ihn sowie den Fahrer einklemmte.
Umgestürzte Bäume sorgten für eine Menge Schaden. In Brandenburg wurde ein Mann lebensgefährlich verletzt, als ein Baum auf ein Auto fiel und ihn sowie den Fahrer einklemmte. © Andreas Richter/dpa
Uwetter über Thüringen
Innerhalb einer Viertelstunde überfluteten teils vier Zentimeter große Hagelkörner Straßen in Hildburghausen in Thüringen. © Steffen Ittig/NEWS5/dpa
In Jena verwandelte ein starker Hagelschauer die Stadt kurzzeitig in eine Winterlandschaft.
In Jena verwandelte ein starker Hagelschauer die Stadt kurzzeitig in eine Winterlandschaft. © Roman Moebius/Imago
Die Feuerwehr in Grevenbroich meldet Einsätze im Minutentakt. Autos steckten in überfluteten Unterführungen fest.
Die Feuerwehr in Grevenbroich meldet Einsätze im Minutentakt. Autos steckten in überfluteten Unterführungen fest.  © FW Grevenbroich
Dicke Gewitterwolken hängen über dem Leipziger Stadion kurz vor Spielbeginn.
Dicke Gewitterwolken hängen über dem Leipziger Stadion kurz vor Spielbeginn.  © O.Behrendt/imago
Uwetter über Thüringen
Eine Unwetterfront aus dunkelgrauen Wolken zieht über Thüringen. © News5/dpa
Gewitter über Baden-Württemberg
Ein Blitzt zuckt aus einer Gewitterzelle über Kirchheim am Ries (Baden-Württemberg). © Alexander Wolf/dpa
Unwetter über Sachsen
Unwetter in Sachsen: Ein Blitz entlädt sich hinter einem umgeknickten Strommast. © Bernd März/dpa
Tornado-Verdacht in Gröditz (Sachsen). Starke Windböen rissen einen Baum in der Kleinstadt einfach um.
Tornado-Verdacht in Gröditz (Sachsen). Starke Windböen rissen einen Baum in der Kleinstadt einfach um.  © Bernd März/dpa
Eine Superzelle deckte Dächer in Gröditz (Sachsen) ab. Bäume knickten einfach um.
Eine Superzelle deckte Dächer in Gröditz (Sachsen) ab. Bäume knickten einfach um.  © IMAGO/Bernd März
Große Hagelkörner gingen auch in Jena (Thüringen) bei den heftigen Gewittern am Dienstag (18. Juni) nieder.
Große Hagelkörner gingen auch in Jena (Thüringen) bei den heftigen Gewittern am Dienstag (18. Juni) nieder.  © IMAGO/Christoph Worsch

„Die Prognosen für Juli 2024 deuten auf einen durchschnittlichen Monat hin. Das wiederum dürfte von den meisten Menschen als zu kühl empfunden werden. Dazu immer wieder Regen. Besonders im Süden und Osten könnte es recht nass werden“, lautet Jungs Vorhersage für die kommenden Wochen. Wer sich mit dem Wetter in Deutschland nicht zufriedengeben will, könnte allerdings nach Spanien, Italien oder Portugal reisen. Denn dort herrschen Temperaturen von 35 bis 40 Grad. (vk)

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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