VonBjarne Kommnickschließen
In Griechenland kostete die Hitze in diesem Jahr bereits mehreren Touristinnen und Touristen das Leben. Weitere gelten als vermisst. Ein Kardiologe warnt besonders vor einem Fehler.
Athen – Laut einer wissenschaftlichen Prognose werden die Sommer in Europa noch heißer als bislang angenommen. Bereits jetzt wirkt sich die Hitze unmittelbar auf den Alltag der Menschen aus. Welche Folgen das haben kann, zeigt eine vorläufige Bilanz aus Griechenland. Mindestens fünf Touristinnen und Touristen sind seit Anfang Juni, vermutlich hitzebedingt, gestorben. Weitere Urlauberinnen und Urlauber gelten noch als vermisst.
Fünf hitzebedingte Todesfälle in Griechenland seit Anfang Juni
Die Gefahr droht offenbar insbesondere Reisenden, die hohe Temperaturen an ihrem Reiseziel unterschätzen. Bei den bislang verstorbenen und vermissten Menschen handelt es ausnahmslos um Touristinnen und Touristen. Zunächst wurde der Tod eines britischen Journalisten bekannt, der Anfang Juni in Griechenland als vermisst gemeldet wurde und erst nach Tagen leblos gefunden wurde. Der 67-Jährige habe die falsche Route genommen und sei an einem Ort zusammengebrochen, wo er nur schwer zu finden war, wie die Behörden mitteilten.
Auf Kreta kam es zu zwei weiteren Todesfällen. Zunächst ging ein 80-Jähriger alleine auf der Insel wandern und wurde am Folgetag tot entdeckt. Wenig später brach zudem ein 70-jähriger Tourist am Strand zusammen und starb daraufhin. Auf der Insel Mathraki verlor ein 55-jähriger Urlauber bei einer Wanderung sein Leben. Auf Samos war ein 74-jähriger Mann alleine wandern und wurde nach Tagen tot gefunden. Auch in Italien wird derzeit eindringlich vor Hitze gewarnt.
Mindestens drei Menschen auf griechischen Inseln gelten noch als vermisst
Auf der Insel Amorgos gilt ein Mann noch als verschwunden. Auf Sikinos werden noch zwei französische Touristinnen gesucht, die bereits seit vergangene Woche nach einer Wanderung als vermisst gelten. Die Gründe für derartige Vorfälle variieren laut griechischen Medien. Währen einige sich, kurz nachdem sie Alkohol getrunken hatten, zu einer Wanderung aufmachten, seien andere ohne Landkarte, Handy oder Empfang gewandert.
„Sich alleine auf den Weg zu machen“ bei Hitze laut Kardiologe „größer Fehler“
Der Kardiologe Thomas Giannoulis aus Athen erklärt gegenüber der Deutsche Presse-Agentur (dpa): „Viele unterschätzen ihre Kräfte und auch die Anstrengungen, die mit einer Wanderung in der prallen Sonne verbunden sind“. Demnach könne die Temperatur bei 37 Grad im Schatten auf bis zu 60 Grad steigen. Das steigere die Gefahr zu dehydrieren oder einen Hitzeschlag zu erleiden enorm. „Und diese Gefahr steigt, je älter ein Mensch ist“, so Giannoulis.
Gesundheitsrisiko Hitze
Sie gesundheitlichen Folgen von Hitze können gravierend sind. Mögliche Folgen sind Schwindel, Verwirrtheit, Erschöpfung und ein Hitzschlag. Besonders betroffen sind Menschen ab 65, Menschen mit Vorerkrankung sowie Säuglinge und Kleinkinder.
In einigen Fällen kann Hitze zum Tod führen. Laut Robert Koch-Institut führten Hitzewellen 2022 in Deutschland zu einer Übersterblichkeit von etwa 4500 Menschen. 2023 wurden 3200 hitzebedingte Sterbefälle ausgewiesen. Davon seien rund 2700 im Alter von 75 Jahren oder älter.
Quelle: Bundesministerium für Gesundheit
Der „größte Fehler“ sei laut dem Kardiologen, „sich alleine auf den Weg zu machen“, weil man Zeitgefühl und Orientierung verliert. Bei einem Hitzschlag etwa könne man sich schnell nicht mehr selbst helfen, weil man das Zeitgefühl und auch die Orientierung verliere. „Ein Hitzschlag muss schnellstmöglich im Krankenhaus behandelt werden. Nur etwas Wasser zu trinken, reicht nicht aus.“ (dpa/bk)
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