Aufregung um AKW in Japan

Leck im Unfall-Kraftwerk: Fukushima verliert 5,5 Tonnen radioaktives Wasser

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Erneute Panne im AKW in Fukushima: 5500 Liter radioaktives Wasser treten aus. Es soll keine Gefahr bestehen, Kritik gibt es dennoch.

Tokio – Die radioaktive Gefahr besteht weiter: Aus dem havarierten Kernkraftwerk Fukushima in Japan sind rund 5500 Liter radioaktives Wasser ausgelaufen. Das berichtet der öffentlich-rechtliche Sender NHK. Demnach lief das Wasser aus einem „Abgasrohr eines Gebäudes, in dem Geräte zur Reinigung von kontaminiertem Wasser untergebracht sind“, aus, und sammelte sich in einer großen Pfütze. Es gebe aber „keine Anzeichen“ von Kontamination außerhalb der Anlage. Zuletzt gab es Kritik an Japan, weil es radioaktives Wasser ins Meer leitete.

Panne in Fukushima/Japan: Radioaktives Wasser tritt aus

NHK berichtete, dass Arbeiter des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi „Wasserlecks draußen am Auspuffrohr eines Gebäudes entdeckt haben, in dem sich ein Reinigungssystem befindet, das radioaktive Stoffe aus kontaminiertem Wasser entfernt.“ Bei dem ausgetretenen Wasser handelte es sich um Wasser, das radioaktive Stoffe enthielt.

Die Tanks mit dem Kühlwasser auf dem Gelände der japanischen Atomruine Fukushima.

Das ausgetretene Wasser enthielt schätzungsweise etwa 22 Milliarden Becquerel radioaktiver Substanzen, die Gammastrahlen aussenden, wie etwa Cäsium-137, was weit über dem nationalen Standard liegt, der bei 100 Millionen Becquerel liege.

Leck in Fukushima: 4 Quadratmeter große Pfütze bildet sich

Es trat aus, als das in den Rohren verbliebene kontaminierte Wasser bei der Geräteinspektion entsorgt wurde und ein Ventil, das hätte geschlossen werden sollen, geöffnet wurde und als Abflussöffnung diente. Als der Wasserfluss im Inneren des Geräts gestoppt wurde, hörte das Leck auf, aber auf der Eisenplatte außerhalb des Gebäudes hatte sich eine etwa vier Quadratmeter große und einen Millimeter tiefe Wasserpfütze gebildet.

Wie ein Sprecher von Tokyo Electric Power Co (Tepco) der Nachrichtenagentur AFP mitteilt, wurde das Leck in einem Teil der Anlage entdeckt, in der kontaminiertes Wasser aufbereitet wird. In den Radioaktivitätsüberwachungsstationen rund um die Anlage gebe es aber „keine wesentlichen Änderungen“. Tepco plant dennoch, Erde aus der Umgebung zu entfernen, da diese möglicherweise weiterhin kontaminiert ist.

Boden nahe des Lecks in Fukushima wird abgetragen

Auch die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA erklärte, dass es laut Tepco keine signifikanten Schwankungen der am Standort aufgezeichneten Strahlungsmessungen gab. In der Erklärung heißt es außerdem, dass das ausgetretene Wasser aus dem Wasserfiltersystem „im Rahmen der laufenden Stilllegungsarbeiten am Standort“ stammte.

„Das Ereignis steht nicht im Zusammenhang mit der Einleitung von aufbereitetem Wasser aus dem ALPS (Advanced Liquid Processing System)“, fügte die IAEO hinzu.

Wasser sei in den Boden des Standorts eingedrungen, der Bereich wurde isoliert und das ausgetretene Wasser wurde entfernt. Tepco plane den Boden abzutragen. Als die Ausrüstung inspiziert und das darin verbliebene verunreinigte Wasser entsorgt wurde, war ein Ventil, das hätte geschlossen werden sollen, geöffnet und schien aus dem Abflussanschluss ausgelaufen zu sein.

China kritisiert Japan wegen Fukushima-Leck: „Ungeordnetes Management“

Kritik an Japan gab es wie zuletzt erneut aus China. Die chinesische Botschaft in Japan erklärte am Donnerstag (8. Feburar 2024), dass die wiederholten Unfälle bei der Aufbereitung von nuklear verseuchtem Wasser in Fukushima das ungeordnete Management der Tepco und der Regierung in Tokio offengelegt haben.

Im März 2011 war die japanische Ostküste von einem schweren Erdbeben und einem Tsunami getroffen worden. Infolge der Naturkatastrophe kamen 18.000 Menschen ums Leben. Sie hatte zudem den Ausfall des Kühlsystems im Akw Fukushima Daiichi zur Folge, in drei der sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze. (cgsc mit afp)

Rubriklistenbild: © Uncredited/Kyodo News/AP/dpa

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