- VonMichel Guddatschließen
Die Hochwasserlage in Süddeutschland bleibt weiter angespannt. Besserung ist nicht in Sicht. Das Gegenteil ist der Fall.
Frankfurt – Deutschland ist bereit für ein Sommermärchen. Die Europameisterschaft startet am kommenden Freitag (14. Juni). Also: ab ins Fußball-Trikot schlüpfen, in kurzer Hose die Sonne genießen und gemeinsam draußen beim Public Viewing die Spiele verfolgen. So zumindest die Vorstellung. Die Realität, zuletzt schon mit heftigem Dauerregen und Hochwasser, sieht anders aus.
Weiter Hochwassergefahr in Süddeutschland? „Es geht wechselhaft weiter“
Wetterexperte Dominik Jung von wetternet kündigt an: „Es war in letzter Zeit wechselhaft und es geht wechselhaft weiter“. Die neuesten Sommerprognosen für 2024 werden laut Jung vom CFS-Modell (Climate Forecast System) „immer weiter nach unten gerechnet“. Der Monat Juni wird kälter als das neue Klimamittel der Jahre 1991- 2020.
Doch was bedeutet das konkret für die nächsten Tage? Im Rhein-Main-Gebiet kann bei Temperaturen bis zu 25 Grad am Samstag (8. Juni) ein Sommertag genossen werden. Die schwülwarme Temperatur im Süden wird gegen Nachmittag jedoch dann von „kräftigen Schauern und Gewittern, mit Starkregenpotential“ abgelöst, wie Jung prognostiziert. Dabei drohen weiter Sturzfluten, Bäche und Flüsse können übertreten. Gerade die Donau könnte weiter ansteigen.
Kräftige Schauer und Gewitter, sinkende Temperaturen und Starkregen: Sommer nicht in Sicht
In der Nacht zum Sonntag (9. Juni) sinken die Temperaturen vor allem im Norden Deutschlands (5- 8 Grad). Hier bestehe sogar eine Bodenfrostgefahr, wie Wetterfrosch Jung ankündigt. Tagsüber soll es mäßig warm werden, im Norden 17- 20 Grad, im Süden bis zu 25 Grad. Auch hier wird vor weiteren Schauern und Gewittern gewarnt. Und der Start in die Woche hat es dann in sich.
„Was für ein Wetter“, jammert Jung mit Blick auf den Montag (10. Juni). Kein Wunder, dass er den Wettertrend mit „Sommertrend stürzt ins Bodenlose!“ überschreibt. Immer wieder Schauer und Gewitter, teilweise Dauerregen, bei Temperaturen von 12 Grad im Westen und 21 Grad im Osten. Gerade beim Thema Dauerregen schellen im Süden Deutschlands die Alarmglocken. Und das zurecht: „Das Hochwasserrisiko bleibt dort erhalten“, warnt Dominik Jung. Droht die nächste Flutkatastrophe in Bayern?
Die Wettervorhersage für Deutschland:
| Samstag, 8. Juni | 15 - 27 Grad | Gewitter mit Starkregen, Böen und Hagel im Süden |
| Sonntag, 9. Juni | 14 - 19 Grad im Norden, sonst 19 - 24 Grad | Wechselhaft, mit Schauern und Gewittern |
| Montag, 10. Juni | 15 - 21 Grad | Wechselnd bis stark bewölkt, kräftiger Regen |
| Dienstag, 11. Juni | 13 - 19 Grad | Rasch wechselnde Bewölkung mit Schauern und kurzen Gewittern |
| Mittwoch, 12. Juni | 14 - 19 Grad | Kühl, schauerartige Regenfälle, teils starke Gewitter im Süden |
| Donnerstag, 13. Juni | 14 - 20 Grad | Schauer und Gewitter, teils Starkregen im Süden und Osten, im Norden und Westen ein paar Schauer |
| Freitag, 14. Juni | 14 - 20 Grad | Weitgehend trocken, Schauer im Küstenbereich und an den Alpen |
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD).
Hochwasserphase auch im Juli? Angekündigter Rekordsommer soll ausbleiben
Besserung ist wohl erstmal nicht in Sicht. Am Dienstag (11. Juni) werden 13 bis 20 Grad erwartet, vereinzelt am Main ein wenig höhere Temperaturen. Und weiter: „Wir kommen nicht raus, aus dem kühlen und nassen Tal“, so Jung. Die von ihm beschriebene „Kältepeitsche“ regiert wohl auch den Mittwoch (12. Juni). Es bleibt durchwachsen, mit Regenschauern und Gewittern und auch der weitere Wettertrend hat keine Besserung in Sicht. Es bleibt dabei, der Rekordsommer wird wohl ausbleiben.
Temperaturen, die eher typisch sind für den Mai, erwarten Deutschland im Juni. Und auch die Prognosen für den folgenden Monat Juli versprechen keinen heißen Sommer. Im Alpenraum soll es weiter sehr nass werden, im Norden eher trocken. Geht die Hochwasserphase also weiter? Zumindest für den August ist in Süddeutschland mit trockeneren Zeiten zu rechnen. (mg)
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