Folgen für Wattenmeer

Ölpest droht: Brennender Nordsee-Frachter könnte zu Umweltkatastrophe führen

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Die Löscharbeiten auf dem Frachter vor der niederländischen Küste dauern an.
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Sollte der brennende Frachter vor der Nordseeinsel Ameland sinken, könnte dadurch Öl austreten. Eine solche Umweltkatastrophe hätte schwerwiegende Folgen.

Ameland – Der Brand auf dem Frachter „Fremantle Highway“ konnte bisher nicht gelöscht werden. Zwar wird das Schiff mit einem Kabel am Abdriften gehindert, aber „die Lage ist nun zu instabil, um das Schiff wegzuschleppen“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) den Sprecher der Küstenwache, Edwin Granneman. Sollte das Frachtschiff untergehen, könnte der Treibstoff austreten, was zu einer enormen Umweltkatastrophe führen könnte. Auch die aus E-Autos bestehende Fracht würde dann auf dem Meeresboden landen, was ebenfalls nicht unkritisch ist.

Brennende „Fremantle Highway“: Sinkt der Nordsee-Frachter, könnte Öl austreten

Momentan herrschen Westwinde vor, die eventuell austretendes Öl sich bis in die Deutsche Bucht ausbreiten lassen würden. Noch ist unklar, ob der Frachter sinken wird oder nicht, „die Rettungskräfte bereiteten sich auf alle Szenarien vor“, heißt es laut der dpa.

Sollte Treibstoff austreten, hätte das weitreichende Folgen für die lokalen Ökosysteme. Sowohl im Wasser als auch an den Küsten. „Der anfängliche Ölfilm verteilt sich im Meer, Teile setzen sich auf dem Meeresboden ab oder werden an den Küsten angespült“, erklärt das Umweltbundesamt auf seiner Webseite. Das Öl kann zudem das Gefieder von Meeresvögeln verkleben. Werden die betroffenen Tiere nicht früh genug gefunden und ihnen geholfen, sterben die Tiere daran.

Aus dem brennenden Frachter könnte Treibstoff austreten. An solchen Ölteppichen können Seevögel und viele andere Tiere verenden.

Umweltkatastrophe durch gesunkenen Frachter könnte auch Borkum betreffen

Auch auf der Insel Borkum, die dem havarierten Schiff recht nahe liegt, sorgt man sich um die Folgen, die ein Ölteppich haben könnte. „Das Schlimmste wäre, dass das Schiff sinkt und unkontrolliert Schadstoffe in das Meer gespült werden“, sagte Borkums Bürgermeister Jürgen Akkermann (parteilos) der dpa am Mittwoch.

Vor allem das Austreten von Schweröl wertet er als „worst case“. Aber auch die aus Autos bestehende Fracht macht dem Bürgermeister sorgen. Denn schon Anfang 2019 gab es einen Vorfall, bei dem der Frachter „MSC Zoe“ mehrere Container verlor. Beim Aufprall auf das Wasser gingen die Container kaputt und landete als Müll an den Stränden von Borkum. „Wir haben noch Jahre später diesen Müll bei unseren Strandreinigungsaktionen gefunden“, berichtete Akkermann.

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