Erkrankungen nehmen zu

Wie bei Corona: Mysteriöse Lungen-Krankheit in China ausgebrochen – WHO schaltet sich ein

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    Robin Dittrich
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In China kommt es zum gehäuften Auftreten von Lungenentzündungen bei Kindern. Erinnerungen an den Ausbruch von Covid-19 im Jahr 2020 werden wach.

Update vom 23. November, 22.42 Uhr: China hat sich nach der Bitte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um Informationen zu einer Häufung von Lungenentzündungen bei Kindern geäußert. Die chinesischen Behörden hätten bekräftigt, dass dahinter keine neuen Krankheitserreger steckten, teilte die WHO am Donnerstag in Genf mit. Demnach seien keinerlei „ungewöhnliche oder neue Krankheitserreger oder ungewöhnliche klinische Bilder“ festgestellt worden.

Die Zunahme von Atemwegserkrankungen im Norden Chinas sei vielmehr auf eine Vielzahl „bekannter Erreger“ zurückzuführen, versicherten die chinesischen Behörden der WHO zufolge. Dies betreffe auch die Hauptstadt Peking und die nordöstliche Provinz Liaoning. Außerdem sei die Zahl der Atemwegsinfektionen nicht so hoch, dass die örtlichen Krankenhäuser überlastet seien.

Die WHO hatte am Mittwoch (22. November) offiziell um die Stellungnahme gebeten, nachdem im Norden Chinas seit Mitte Oktober im Vergleich zu den Vorjahren die Fälle „grippeähnlicher Erkrankungen“ und insbesondere von Lungenentzündungen bei Kindern zugenommen hatten. Angefordert wurden auch Informationen zur Verbreitung bekannter Krankheitserreger wie Grippeviren, dem Coronavirus Sars-CoV-2 und dem sogenannten Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV), das vor allem bei Babys schwere Atemwegserkrankungen verursachen kann.

WHO fordert Informationen über Lungen-Krankheit in China

Erstmeldung vom 23. November, 13.34 Uhr: Genf – „WHO-Krisensitzung wegen Coronavirus“ und „WHO beobachtet rätselhafte Lungenkrankheit“ lauteten die Schlagzeilen im Jahr 2020. Was darauf folgte, wissen wir sicherlich noch alle. Die WHO ist auch deshalb vorsichtiger geworden infolge der Corona-Pandemie und ergreift frühzeitig Maßnahmen. Momentan scheint wieder eine Lungenerkrankung in China im Umlauf zu sein.

Winterzeit heißt auch Erkältungszeit. In den kalten Monaten nehmen die Atemwegserkrankungen in der Regel zu. Wie das RKI warnte, steigen die Zahlen der Atemwegserkrankungen in Deutschland sogar über die Corona-Pandemie-Werte. Doch nicht nur in Deutschland nimmt die Zahl der Erkrankten und Menschen mit Symptomen zu. In China macht sich aktuell eine Lungen-Krankheit breit, die vor allem Kinder trifft.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) forderte von China deshalb Informationen zum gehäuften Auftreten der Lungenentzündungen bei Kindern im Norden Chinas an. Gefordert wurde gesammeltes Wissen über die Erkrankung sowie die Ausbreitung und Laborergebnisse – das postete die WHO auch auf ihrem Account auf X (ehemals Twitter). Unklar scheint bislang zu sein, ob die Häufung der Atemwegserkrankungen mit dem allgemeinen Anstieg von Corona und Influenza in China zusammenhängt. Auch die WHO warnte bereits vor steigenden Corona-Zahlen.

Lungenentzündungen in China – Lockerungen der Corona-Beschränkungen sollen schuld sein

Bereits auf einer Pressekonferenz am 13. November hatten chinesische Verantwortliche der „National Health Commission“ über eine Häufung von Atemwegserkrankungen informiert. Dort hieß es, dass das auf die Lockerung der Corona-Beschränkungen zurückzuführen sei. Auch die Verbreitung bekannter Krankheitserreger wie Influenza, Mycoplasma pneumoniae (bakterielle Infektion, die meist Kinder befällt), RSV sowie SARS-CoV-2 sollen schuld daran gewesen sein.

Ab dem 21. November berichteten Medien in China dann über die Häufung von nicht diagnostizierten Lungenentzündungen bei Kindern in Nordchina. Die WHO steht deshalb auch mit technischen Partnerschaften und Netzwerken in China sowie medizinischen und wissenschaftlichen Fachpersonal in Kontakt. Die WHO empfiehlt den Menschen in China, Maßnahmen zur Verringerung des Risikos von Atemwegserkrankungen zu ergreifen.

Auch das weltweite Überwachungssystem für Krankheitsausbrüche Promed warnte bereits vor der Lungen-Krankheit. Wie es dort heißt, sei das Kinderkrankenhaus in Peking bereits komplett überfüllt mit Eltern und Kindern, die Symptome gezeigt hatten. Die Schulen stünden demnach kurz davor, vorübergehend geschlossen zu werden. Wie Promed schreibt, befürchten einige Eltern, dass die „Epidemie“ verschleiert werden solle. Auch in anderen Krankenhäusern vergrößern sich die Schlangen: „Patient*innen müssen zwei Stunden warten, wir sind alle in der Notaufnahme und es gibt keine allgemeinen Ambulanzen“, sagte das Personal des Dalian Central Krankenhauses. (rd/kh mit afp)

Rubriklistenbild: © Jade Gao/afp

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