Stichtag

Zeitumstellung 2025 rückt näher: An diesem Wochenende wird an der Uhr gedreht

  • schließen

Jedes Jahr wird nicht nur im Herbst, sondern auch im Frühjahr an der Uhr gedreht. Die Zeitumstellung steht nun wieder kurz bevor. Wann ist es so weit?

Frankfurt – Es wird wärmer, draußen zwitschern die Vögel, Menschen verbringen die Tage im Freien: Nach den kalten Wintermonaten macht sich der Frühling bemerkbar – und damit rückt auch die jährliche Zeitumstellung näher. Für viele ist dies ein Zeichen für längere Tage und den bevorstehenden Sommer, während andere die damit verbundene Umstellung ihres Schlafrhythmus fürchten. Doch wann ist es wieder so weit?

Zeitumstellung 2025 auf Sommerzeit: Ende März wird wieder an der Uhr gedreht

Wie jedes Jahr ist der Stichtag an einem Wochenende im März, genauer gesagt am 30. März. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren um 2 Uhr morgens um eine Stunde auf 3 Uhr vorgestellt. Bedeutet, dass wir eine Stunde Schlaf „verlieren“, da der angebrochene Tag plötzlich nur noch 23 Stunden hat. Menschen, die früh aufstehen müssen, werden es merken: Morgens wird es dann etwas später hell, dafür scheint die Sonne abends eine Stunde länger. Somit soll vor allem in den Abendstunden Energie eingespart werden. Doch gelingt das auch?

Nur kaum, wie das Umweltbundesamt informiert. Wenn es draußen länger hell ist, werden zwar weniger Lampen angeknipst, dafür heizen die Menschen im Herbst und Frühjahr aufgrund der niedrigeren Temperaturen aber auch mehr.

Die Debatte um Sinn und Unsinn der Zeitumstellung flammt daher regelmäßig auf, doch trotz Diskussionen auf EU-Ebene bleibt die Praxis vorerst bestehen – lediglich ein europäisches Land dreht nicht mehr an der Uhr.

Warum gibt es Sommer- und Winterzeit?

Von 1916 bis 1950 gab es in Deutschland mit Unterbrechungen bereits eine Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit. Wieder eingeführt wurden Sommer- und Winterzeit (auch als Normalzeit bekannt) im Jahr 1980 aus energiepolitischen Gründen. Nach der Ölkrise 1973 sollte Strom gespart werden, indem man im Sommer das Tageslicht besser nutzt. Der tatsächliche Nutzen bleibt umstritten, da Einsparungen am Abend oft durch den höheren Verbrauch am Morgen ausgeglichen werden.

Wird es nach der Zeitumstellung im März 2025 morgens früher oder später hell?

Doch zurück zur Sommerzeit. Diese gilt jedes Jahr bis zum letzten Sonntag im Oktober – 2025 ist es der 26. Oktober. Dann werden die Uhren wieder auf die Winterzeit, also die Normalzeit, zurückgestellt. Folgerichtig wird es dann morgens wieder etwas früher hell, abends aber auch eher dunkel.

Um sich die Richtung der Zeitumstellung besser merken zu können, gibt es einige hilfreiche Eselsbrücken. Eine davon lautet: „Im Frühling stellt man die Gartenmöbel vor die Tür, im Herbst räumt man sie wieder in den Schuppen.“ Im Frühjahr wird die Uhr also vorgedreht, im Herbst zurück. Eine weitere Merkhilfe ist der Vergleich mit einem Thermometer. Im Sommer steigen die Temperaturen in den Plus-Bereich (plus eine Stunde), im Herbst fallen die Temperaturen (minus eine Stunde).

Ende März wird 2025 wieder die Uhr auf die Sommerzeit umgestellt. Abends ist es dann länger hell. (Symbolbild)

Für die meisten elektronischen Geräte wie Smartphones, Computer und Funkuhren erfolgt die Umstellung jedoch automatisch. Diese Geräte erhalten das Signal zur Zeitumstellung von der Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Bei analogen Uhren und älteren Haushaltsgeräten muss die Zeit jedoch manuell angepasst werden.

Folgen der Zeitumstellung: Gestörter Schlafrhythmus und steigende Unfallgefahr

Die Auswirkungen der Zeitumstellung sind vielfältig und betreffen verschiedene Lebensbereiche. Während sich viele Menschen über den längeren Sonnenschein am Abend freuen, kämpfen andere tagsüber mit Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Schließlich kann die „geklaute“ Stunde den Biorhythmus stören. Vor allem Schichtarbeiterinnen und Schichtarbeiter bekommen das zu spüren. Studien zeigen zudem gesundheitliche Folgen: So erleiden demzufolge mehr Menschen nach der Zeitumstellung einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Studien zeigen zudem, dass in der Woche nach der Zeitumstellung die Unfallgefahr im Straßenverkehr erhöht ist. Der Autoclub Europa (ACE) stellte fest, dass in dieser Zeit die Zahl schwerer Verkehrsunfälle um bis zu 30 Prozent zunehmen kann.

Im öffentlichen Nahverkehr kann es zu geringfügigen Fahrplanänderungen kommen. Nachtzüge können eventuell kürzere Aufenthalte haben, und S-Bahnen, die nur innerhalb der „verlorenen“ Stunde fahren würden, fallen aus. Flugreisen sind in der Regel nicht betroffen, da Airlines ihre Flüge nach der Greenwich Mean Time am Nullmeridian planen.

EU-Parlament stimmte bereits gegen Zeitumstellung – konnte sich aber nicht einigen

Wie lange die Zeitumstellung in Europa also noch bestehen bleibt, ist unklar. 2018 sprachen sich in einer EU-weiten Umfrage 84 Prozent der Teilnehmer für ein Ende der halbjährlichen Zeitumstellung aus. Das EU-Parlament stimmte 2019 für die Abschaffung, doch die Umsetzung scheiterte bisher an der Uneinigkeit der Mitgliedstaaten bezüglich der dauerhaft geltenden Zeit.

Rubriklistenbild: © Michael Bihlmayer/Imago

Kommentare