Sommerzeit abgeschafft

Zeitumstellung bereits in wenigen Wochen: Doch ein europäisches Land dreht nun nicht mehr an der Uhr

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Im März steht die nächste Zeitumstellung an. Ein europäisches Land dreht nicht mehr an der Uhr und verabschiedet sich endgültig von der Sommerzeit.

Frankfurt – In wenigen Wochen ist es wieder so weit: Die Uhren werden eine Stunde vorgestellt – zum Ärger vieler Deutschen. Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage wünschen sich drei von vier Menschen (75 Prozent) hierzulande das Ende der Zeitumstellung. 48 Prozent sprechen sich für eine dauerhafte Sommerzeit aus, 37 Prozent bevorzugen die Winterzeit. Doch während Deutschland noch diskutiert, hat ein europäisches Land längst eine Entscheidung getroffen.

Zeitumstellung – Europäisches Land hat letztes Mal an den Zeigern gedreht

Diskussionen über den Sinn und die Auswirkungen der Zeitumstellung gibt es schon lange. Bereits 2018 votierten 84 Prozent bei einer Online-Umfrage der Europäischen Kommission für eine Abschaffung. Daraufhin schlug die Kommission vor, die saisonale Zeitumstellung zu beenden. Dabei sollten die EU-Mitgliedstaaten selbst entscheiden, ob sie die Sommer- oder Winterzeit dauerhaft beibehalten wollen. Im März 2019 unterstützte das Europäische Parlament diesen Vorschlag.

Warum wurde die Zeitumstellung eingeführt?

Deutschland führte die Zeitumstellung ein, um Energie zu sparen und das Tageslicht effizienter zu nutzen. Schon während des Ersten und Zweiten Weltkriegs sollte sie helfen, Kohle und Strom zu sparen. Doch erst die Ölkrise führte 1980 zur dauerhaften Wiedereinführung in beiden deutschen Staaten. Der tatsächliche Nutzen bleibt umstritten, da Einsparungen am Abend oft durch den höheren Verbrauch am Morgen ausgeglichen werden.

„Der Ball liegt nun bei den Mitgliedstaaten, da es an ihnen liegt, einen gemeinsamen Standpunkt im Rat zu finden“, erklärte eine Sprecherin der EU-Kommission auf Anfrage von regionalHeute.de. Die Ukraine hat als europäisches Land, das bislang nicht zur EU gehört, den Ball inzwischen in die Hand genommen. Im Oktober 2024 wurde vor Ort ein letztes Mal an den Zeigern gedreht. Seitdem gilt eine dauerhafte Winterzeit, auch als Normalzeit oder Mitteleuropäische Zeit bekannt.

Ukraine verzichtet auf Zeitumstellung – aus gesundheitlichen und kriegstechnischen Gründen

Die Entscheidung der Ukraine hat verschiedene Gründe. Einerseits führe die Zeitumstellung zu Änderungen im Biorhythmus, was sich negativ auf den physischen und psychischen Zustand auswirke, gab die Agentur Interfax unter Berufung auf Abgeordnete des Einkammerparlaments Werchowna Rada bekannt. „Nach der Umstellung der Stundenzeiger fühlen sich die Bürger schlechter, ihre Arbeitsfähigkeit sinkt, es wird eine deutliche Verschlechterung bei chronischen Krankheiten beobachtet.“

Im März ist es wieder so weit: In den meisten europäischen Ländern wird die Zeit umgestellt. Das heißt, eine Stunde weniger Schlaf. (Symbolbild)

Darüber hinaus wurde die Abgrenzung zum russischen Kriegsgegner betont. „Daher wird die Einführung und Festsetzung einer ausnahmslos einheitlichen Kiewer Zeit in der gesamten Ukraine wiederum die Sicherheitsposition der Ukraine stärken und zur Räumung und Wiedereingliederung der vorübergehend besetzten Gebiete beitragen“, so die Begründung. Bislang fiel die ukrainische Sommerzeit von Ende März bis Ende Oktober mit der ganzjährigen Moskauer Zeit zusammen. 

Zeitumstellung auf Sommerzeit – Einfache Eselsbrücke hilft

Nicht nur in der Ukraine bleibt die Uhr das ganze Jahr über gleich – auch in anderen Teilen der Welt wurde die halbjährliche Zeitumstellung längst abgeschafft. Island und Grönland verzichten bereits darauf, ebenso wie Brasilien, die Türkei, Ägypten und Namibia, die sich schon vor Jahren davon verabschiedet haben. Einige Staaten wie Afghanistan, Indonesien, Thailand, Kolumbien und Südafrika haben den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit dagegen nie eingeführt.

Solange in Deutschland noch keine Entscheidung zur Abschaffung der Zeitumstellung gefallen ist, müssen sich die Bürgerinnen und Bürger eine einfache Eselsbrücke merken: Im Sommer kommen die Gartenmöbel nach draußen – also wird die Uhr vorgestellt. Im Winter wandern die Möbel wieder ins Haus, und genauso wird auch die Uhr eine Stunde zurückgestellt. Wer sich den nächsten Wechsel vormerken will: Die Umstellung auf die Sommerzeit fällt 2025 auf den 30. März. (cln)

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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