„Wie im Zweiten Weltkrieg“

Russisches Staatsfernsehen schmiedet skurrilen Plan: 70 Millionen Freiwillige für Ukraine-Krieg?

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Eine Gruppe von russischen Soldaten (Symbolbild).
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Wie schafft es Russland, seine Kriegsziele in der Ukraine umzusetzen? Russischen Fernsehpersönlichkeiten zufolge brauche es „Freiwillige“. In Zahlen: 70 Millionen.

Moskau - Russland hat gerade einmal knapp über 140 Millionen Einwohner. Ginge es nach russischen Medienpersönlichkeiten, müssten sich trotzdem 70 Millionen Freiwillige melden und im Ukraine-Krieg kämpfen. Im russischen Staatsfernsehen sprechen zwei Moderatoren über „Lösungen“ im Krieg gegen die Ukraine. Ein ukrainischer Offizieller veröffentlichte via Twitter ein Video der Fernsehsendung mit Untertiteln. So würden dann „alle Probleme gelöst werden“, hätte man die entsprechende Menge an Menschen. Wo 70 Millionen Menschen herkommen sollten, ob es sich auch um Weißrussen oder andere Nicht-Russen handeln soll, wird von den Moderatoren nicht weiter geklärt.

Ukraine-Krieg: Russland braucht Männer und Munition

Ursprünglich sollte der Krieg in der Ukraine aus russischer Perspektive nur wenige Tage dauern. In kürzester Zeit sollte die Regierung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ersetzt werden. Dann war es womöglich der Plan, einen Putin-Vertrauten in Kiew einzusetzen. Unlängst machte der Chef der Söldnertruppe Wagner Jegweni Prigoschin bekannt, Präsident werden zu wollen - und zwar in der Ukraine.

Im gleichen Statement forderte Prigoschin jedoch auch weitere Munition für die Kämpfe in der Ostukraine. Konkret ging es um 10.000 Tonnen Munition pro Monat, und zwar nur für die Gefechte in Bachmut. Das beschreibt wohl eher die Lage Russlands im Krieg.

Ukraine-Krieg: „Wie im Zweiten Weltkrieg“ gemeinsamen den Krieg führen

„Wenn alle, wie im Zweiten Weltkrieg, bemerken, dass es sich auch um ihren Krieg handelt, werden wir Berge versetzten“. Es sei wichtig, sich nicht darauf zu verlassen, dass die anderen alles für einen lösen, heißt es weiter. Anton Herashchenko ist ehemaliger stellvertretender Innenminister der Ukraine und postete das Video. Der ukrainische Offizielle sprach von „russischen Propagandisten“.


Russland habe mittlerweile 300.000 Truppen für die Front mobilisiert, berichtet die amerikanische Publikation Newsweek. Nicht zuletzt durch die Teilmobilmachung, die Putin vor einigen Monaten ausgerufen hatte. Dabei wurde Rekruten zum Teil an Bahnhöfen und Busstationen aufgelauert. (lp)

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