Dieses von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik über AP veröffentlichte Bild zeigt Kremlchef Wladimir Putin (l) und Irans Präsident Ebrahim Raisi am 18.07.2022 bei Gesprächen in Teheran.
Im Ukraine-Krieg nutzt Putins Armee Drohnen aus dem Iran. Die Versorgung mit den Waffen soll nun ausgebaut werden – mit Gegenleistung aus Moskau.
München – Inmitten ausbleibender Erfolge auf dem Schlachtfeld greifen die Truppen von Kreml-Chef Wladimir Putin die Ukraine aus der Luft und mit Raketen an. Dabei ist Russland dringend auf weitere Hilfe aus dem Iran angewiesen, denn in den letzten Monaten haben sich besonders iranische Kamikaze-Drohnen bei russischen Angriffen als effektiv erwiesen.
Die nötige Unterstützung im Ukraine-Krieg soll Moskau jetzt offenbar bekommen: Westlichen Quellen zufolge plant Teheran weitere Waffenlieferungen an das russische Militär. Die Ukraine sieht mit Blick auf die Kooperation die „Achse des Bösen“.
Ukraine-Krieg: Iran liefert Putin Drohnen – und erhält dafür „beispiellose Unterstützung“
Sowohl aus den USA als auch aus Großbritannien kommen Informationen zum Ausbau der militärischen Kooperation, die wohl auch Vorteile für den Iran mit sich bringt. „Russland versucht, mehr Waffen zu beschaffen, darunter Hunderte ballistische Raketen. Im Gegenzug bietet Russland dem Iran ein beispielloses Maß an militärischer und technischer Unterstützung an“, sagte etwa die britische UN-Botschafterin Barbara Woodward am Freitag (9. Dezember) in New York.
Ähnliche Aussagen kamen schließlich auch von anonymen Beamten der Regierung von US-Präsident Joe Biden. Im Gegenzug für Waffenlieferungen biete Russland dem Iran ein „beispielloses Maß“ an militärischer und technischer Unterstützung an, betonten auch sie gegenüber dem Sender NBC News.
Ukraine-Krieg: Erhält der Iran russische Kampfflugzeuge – Washington alarmiert
Alarmiert zeigten sich die Beamten auch über die mögliche Lieferung von russischen Su-35-Kampfflugzeugen an den Iran im Rahmen der Zusammenarbeit im Moskau. Schließlich hätten iranische Piloten im Frühling in Russland mit den Flugzeugen trainiert. „Der Iran könnte innerhalb des nächsten Jahres russische Flugzeuge erhalten“, so die Beamten.
Informationen über die iranisch-russische Zusammenarbeit, die „nicht nur für die Ukraine, sondern auch für Nachbarn des Iran in der Region eine Gefahr“ sei, habe man mit Verbündeten sowohl im Nahen Osten als auch darüber hinaus geteilt. Zudem wolle man die Zusammenarbeit der beiden Länder mit gleichgesinnten, verbündeten Staaten diskutieren, erklärten die Beamten. Weiterhin sei man auch im Kontakt mit einigen Ländern, um sicherzustellen, dass der Iran und Russland keine Ausrüstung oder Waffen durch das Territorium dieser Länder schmuggeln würden.
Ukraine-Krieg: Drohnen und ballistische Raketen für Putins Armee
Gegenüber der US-Zeitung Washington Post lieferten offizielle Quellen aus den USA und verbündeten Ländern weitere Informationen zu der wachsenden Kooperation zwischen Moskau und Teheran. Demnach hat sich der Iran in den letzten Wochen dazu verpflichtet, die Versorgung des russischen Militärs mit Drohnen erheblich zu erhöhen.
Dafür hätten sich iranische und russische Militär- sowie Diplomatie-Delegationen im vergangenen Monat mindestens zweimal getroffen, betonten die Beamten. Dabei geht es nach Angaben eines hochrangigen US-Beamten wohl um bis zu 6000 Kamikaze-Drohnen des Typs „Shahed“. Ein weiterer Beamter sprach von „tausenden“ Drohnen. Beide bestätigten außerdem, dass der Iran auch ballistische Raketen an Russland geliefert habe.
Ein weiteres Thema bei den iranisch-russischen Treffen war offenbar die geplante Produktionsstätte von iranischen Drohnen in Russland. Diese Pläne sind bereits seit mehreren Wochen bekannt und gelten als ein weiteres Vorhaben von Moskau, um die Versorgung mit Waffen zu erhöhen. Für das Drohnen-Werk werde der Iran Designs und technische Unterstützung bereitstellen und im Gegenzug 1 Milliarde Dollar und weitere, noch unbekannte Leistungen erhalten, behauptete der US-Beamte.
Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung
Ukraine-Krieg: Russisch-iranische Kooperation – Kiew spricht von „Achse des Bösen“
Aus der Ukraine kam auch schon die erste Reaktion auf die Berichte. Der Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj und ukrainische Unterhändler, Mikhailo Podolyak, kommentierte die Entwicklungen im Kurznachrichtendienst Twitter. „Die Achse des Bösen wird gebildet“, schrieb der ukrainische Diplomat.
Russland helfe dem Iran mit militärischen, womöglich nuklearen Technologien, betonte Podolyak und gab an, Teheran werde damit den Nahen Osten „in Brand stecken“. Daher gehe es schon längst nicht mehr um die Ukraine, sondern um die „globale Sicherheit“. Der Selenskyj-Berater fragte: „Sollen wir schweigend zusehen?“ (bb)