Appell an Landsleute

Video soll Nawalny kurz vor seinem Tod in Strafkolonie zeigen

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Russische Medien erklären Kreml-Kritiker Alexej Nawalny für tot. Kurz darauf macht ein Video von Putins größtem Widersacher die Runde.

Moskau - Kreml-Kritiker Alexej Nawalny soll in einem Straflager in Russland gestorben sein. Das melden zahlreiche russische Medien. Der Oppositionspolitiker befand sich bereits seit mehreren Jahren in Haft. Abschrecken ließ er sich dadurch aber nie. Auch aus der Haft kritisierte er Russlands Präsidenten Wladimir Putin immer wieder.

Aufgehalten haben soll sich Alexej Nawalny zuletzt im berüchtigten Straflager IK-3, das sich in Charp befinden soll, eine Siedlung im eisigen Norden Russlands. Das hatte Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch Ende vergangenen Jahres mitgeteilt. Seitdem war es ruhig geworden um den berühmtesten Kritiker des Machtapparats im Kreml.

Kremlkritiker Alexej Nawalny ist während seiner Haft in Russland verstorben. Die Aufnahme zeigt ihn kurz vor seinem Tod vor Gericht.

Meldung aus Russland: Alexej Nawalny für tot erklärt

Wie aus dem Nichts kam dann die Meldung zum Tod Alexej Nawalnys. Der in Moskau geborene Aktivist soll im Alter von 47 Jahren gestorben sein. Seine Todesursache war zunächst nicht bekannt. Nawalny soll über Unwohlsein geklagt haben und während eines Spaziergangs in Ohnmacht gefallen sein. Die Wiederbelebungsversuche eines Rettungsteams seien fehlgeschlagen und Nawalny schließlich verstorben.

Sofort begannen die Spekulationen über die mögliche Todesursache Nawalnys. Der Kreml-Kritiker hatte im Jahr 2020 einen Giftanschlag nur knapp überlebt. Verantwortlich machten damals viele den russischen Geheimdienst FSB.

Aufnahmen soll Alexej Nawalny kurz vor seinem Tod zeigen

Ein nun aufgetauchtes Video soll Alexej Nawalny einen Tag vor seinem Tod zeigen. Das Video wird auf Twitter (X) geteilt und stammt wohl von Sota Vision, einem unabhängigen Medienunternehmen aus Russland. Laut Zeitstempel stammt es vom 15. Februar 2024, also einen Tag vor Nawalnys mutmaßlichem Tod. Es zeigt den Kreml-Kritiker hinter einer Gittertür in einer Sträflings-Uniform. Weder das Entstehungsdatum noch die Echtheit der Aufnahmen lassen sich zu diesem Zeitpunkt überprüfen. Vor allem der Zeitpunkt der Entstehung ist umstritten. Während manche Beobachter tatsächlich vom 15. Februar ausgehen, glauben wiederum andere, das Video wäre Mitte Januar aufgenommen worden.

Auf den Aufnahmen wirkt Nawalny aber in gutem gesundheitlichen Zustand und deutlich weniger abgemagert, als Aufnahmen aus dem vergangenen Jahr vermuten ließen. Diese waren entstanden, nachdem der Putin-Kritiker zeitweise in einen Hungerstreik getreten war.

In dem 30 Sekunden langen Video wendet sich Alexej Nawalny offenbar an einen ebenfalls anwesenden Richter. Der Kreml-Kritiker sagt: „Euer Ehren! Ich sende Ihnen meine persönliche Kontonummer, damit Sie mir Geld vom riesigen Gehalt eines Bundesrichters überweisen können, da mir aufgrund Ihrer Entscheidungen das Geld ausgeht. Und Sie, Artem Aleksandrovich, beteiligen sich an der ganzen Posse hier im Gefängnis.“ Danach sind ein Richter und ein Sicherheitsbeamter zu sehen, die beide gut gelaunt in die Kamera lächeln. Auch Nawalny wirkt in den Aufnahmen guter Stimmung. (dil)

Rubriklistenbild: © Antonina Favorskaya/dpa

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