Entscheidung am Dienstag

Alle Blicke auf Spahn im Renten-Showdown: Kann er die Junge Gruppe umstimmen?

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Rentenstreit in entscheidender Phase: Die Koalition besteht auf ihrem Rentenpaket. Jens Spahn kämpft darum, seine Abgeordneten auf Kurs zu bringen.

Berlin – Der Koalitionsausschuss ist erledigt. Änderungen nach Druck der Jungen Union und der 18 Abgeordneten der Jungen Gruppe im Bundestag hat man am Rentenpaket nicht mehr vorgenommen. Den Renten-Rebellen kam man dennoch entgegen – zumindest ein bisschen.

Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender von CDU/CSU im Bundestag, steht neben Johannes Winkel (rechts, CDU), dem Bundesvorsitzenden der Jungen Union.

Ein Begleittext zum neuen Renten-Gesetzesentwurf soll die Bedenken der Rebellen ausräumen. Ob sich die 18 Abgeordneten darauf jedoch einlassen, ist unklar. Jetzt liegt es vor allem an Jens Spahn, seine Fraktion auf Linie zu halten. Sollte die Junge Gruppe gegen das Gesetz bei einer Abstimmung im Parlament stimmen, würde das Vorhaben scheitern. Ohne sie fehlt der Koalition eine Mehrheit.

Berichte: Jens Spahn soll Abgeordneten der Jungen Gruppe „gedroht“ haben

Dabei soll der Fraktionschef in Einzelgesprächen einige Abgeordnete der Jungen Gruppe mächtig unter Druck gesetzt haben. Das berichtet die Bild unter Berufung auf „mehrere Mitglieder der Jungen Gruppe“. Demnach hätten die Abgeordneten einige Andeutungen Spahns, sie könnten etwa ihre Listenplätze bei der nächsten Bundestagswahl verlieren, als „eindeutige Drohungen verstanden“.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) noch am Donnerstag aus Kreisen der Jungen Gruppe erfuhr, wollen die 18 Abgeordneten standhaft bleiben. Viele der Abgeordneten sitzen zum ersten Mal im Bundestag. Man „klebe“ nicht an den Sitzen – anders als viele langjährige Bundestagsabgeordnete, hieß es. Ob der Begleittext zum Rentenentwurf als Entgegenkommen reicht, ist noch unklar.

Druck auf Jens Spahn: Bundestag soll noch dieses Jahr über Rentengesetz abstimmen

Die Unionsfraktionsführung hingegen verteidigte Jens Spahn. „Alle Gespräche finden freundlich und sachlich statt, dass auch über Verantwortung, Szenarien und Konsequenzen gesprochen wird, ist normal“, sagte ein Sprecher der Fraktionsspitze auf Anfrage der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. Und der Druck auf Spahn ist groß: Das neue Rentenpaket soll noch dieses Jahr beschlossen werden. Die Aktivrente zum Beispiel – auch Teil des Vorhabens – soll Anfang 2026 starten. Friedrich Merz sagte nach der Pressekonferenz zum Koalitionsausschuss: „Wir schlagen den Koalitionsfraktionen vor, diesen Gesetzentwurf in der nächsten Woche zu verabschieden.“ Viel Zeit bleibt da für Spahn nicht mehr.

Die Junge Union hatte darauf gepocht, zunächst über eine umfassende Rentenreform zu beraten. Und das, bevor das neue Rentengesetz verabschiedet wird. Daraus wird nach dem Koalitionsausschuss vorerst wohl nichts. Vor dem Koalitionsausschuss zeigt sich der Vorsitzende der Jungen Gruppe, Pascal Reddig noch optimistisch. Im Podcast von Table.Briefings sagte Reddig: „Ich gehe davon aus, dass das Rentenpaket nicht scheitert, weil im Koalitionsausschuss ein Kompromiss erarbeitet wird.“

Vorerst keine Reform der Rente: Wird die Junge Gruppe das Rentengesetz unterstützen?

Einen echten Kompromiss beim Rentenpaket gibt es nach dem Koalitionsausschuss eigentlich nicht – lediglich die Zusage, dass eine Rentenkommission eingesetzt wird, um Reformvorschläge zur Rente zu erarbeiten. Ob das der Jungen Gruppe und Jungen Union ausreichen wird? Die nächste Station im Rentenstreit ist die Fraktionssitzung am Dienstag um 15 Uhr – hier ist wieder Fraktionschef Spahn gefragt. Spätestens dann soll klar sein, ob das Rentengesetz im Bundestag mehrheitsfähig ist.

Aktuell steuert alles auf einen Showdown im Bundestag zu. Chef der Jungen Union Johannes Winkel verließ die Unions-Fraktionssitzung mit Merz und Spahn am Freitagmorgen wenig begeistert, analysiert der Stern. Ohne sich über den Kompromiss zu äußern. (Quellen: Table.Media/Stern/Frankfurter Allgemeine Zeitung/Bild) (sischr)

Rubriklistenbild: © Philipp Von Ditfurth/dpa

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