„Panik“ nach Bombardements

„Russland physisch am Boden“: Ukraine-Geheimdienstchef sieht Krieg noch 2024 beendet

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Markige Worte vom ukrainischen Geheimdienstchef: Er sagt den Sieg über Russland für spätestens Ende 2024 voraus.

Kiew – Kyrylo Budanow lässt keinen Zweifel aufkommen: Russland halte im Ukraine-Krieg kein Jahr mehr durch. Das hat der Generalleutnant und Chef des Militärischen Sicherheitsdienstes beim „Yalta European Strategy“-Kongress (YES) in Kiew gesagt, wie unter anderem newsweek.com berichtet: Die russische Führung habe sich mit der groß angelegten Invasion überhoben. Budanow wollte angesichts von Drohnenangriffen der Ukraine gar „sichere Anzeichen von Panik“ unter der russischen Bevölkerung erkennen. Gleichzeitig möchte er strategische Bombardements ausweiten.

Er sehe den Feind „physisch am Boden“, sagte Budanow, langer Widerstand sei nicht mehr zu erwarten: „Aufgrund unserer Daten bin ich persönlich der Meinung, dass der Krieg kein länger dauernder Konflikt sein wird.“ Er hält den Krieg bis Ende 2024 für gewonnen und die international anerkannten Grenzen der Ukraine für wiederhergestellt.

Ukraine-Krieg: Budanow will gewinnen anstatt zu verhandeln

Kompromisse nach Verhandlungen betrachtet der Geheimdienstler nach eigenen Angaben als schlichtes „Einfrieren der bewaffneten Auseinandersetzungen“, wie er sagte. Deshalb sieht er auch keine Alternative zur Fortsetzung der strategischen Bombardements Russlands durch ukrainische Drohnen. Zuletzt hatten Drohnen der Ukraine sogar die Moskauer Innenstadt getroffen. Budanows Äußerungen werfen damit auch einen Schatten auf die Diskussionen über die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern aus Deutschland.

Aktuell diskutiert die Bundesregierung, ob sie Kiew das Taurus-System im Ukraine-Krieg liefern wird. Damit ließen sich Ziele weit hinter der Front in Russland treffen, was die Zweifel von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) begründet. Er bremst die Lieferung aufgrund von deren Reichweite. Die jüngsten Äußerungen Budanows deuten tatsächlich eher darauf, dass er die russischen Angreifer in die Knie zwingen will anstatt an den Verhandlungstisch. Ein Einschlag westlicher Waffen auf russischem Staatsgebiet – auch auf völkerrechtswidrig von Russland besetzten Gebieten wie der Krim – könnte Russland als Aggression durch das nordatlantische Verteidigungsbündnis Nato werten und entsprechend beantworten.

Siegesgewiss: Kyrylo Budanow, Chef des ukrainischen Geheimdienstes, findet markige Worte zu den Chancen der russischen Invasoren. (Archivfoto)

Ukraine will weiter in Russland bombardieren: Putins Föderation „nicht mehr in der Form“ von vor der Invasion

Ohnehin hatte sich der amerikanische Generalleutnant Ben Hodges ganz klar für „strategisches Bombardement“, wie er sagte, ausgesprochen: Strategisches Bombardieren zielt rein auf Infrastruktur – Munitionsfabriken, Ölraffinerien, Depots und ähnliches. Neben dem materiellen Schaden sollen die Drohnen-Angriffe aber auch die Nerven der Gegner zermürben und damit den Druck auf den obersten russischen Kriegsherren Wladimir Putin erhöhen. Verbunden mit Sabotage-Akten sind strategische Bombardierungen Hodges zufolge ein essenzieller Teil von Offensiven auf dem Boden.

Der ukrainische Sicherheitschef spekuliert genau darauf: dass dadurch das russische Regime zu bröckeln beginnt und die militärische Front von innen zusammenfällt – das macht er letztendlich auch am Wagner-Aufstand fest und der öffentlichen Kritik von deren inzwischen verstorbenem Führer Jewgeni Prigoschin an Kreml-Chef Wladimir Putin. Budanow: „Die russische Föderation ist nicht mehr in der Form, in der sie vor der Invasion gewesen ist.“

Ukraine-Krieg reicht jetzt bis nach Moskau: Fotos zeigen den Schaden durch Drohnen-Angriffe

Mehrere Wohngebäude werden geringfügig beschädigt, zwei Menschen leicht verletzt.
Am frühen Dienstagmorgen meldete die russische Hauptstadt verschiedene Drohnenangriffe. © IMAGO/Vitaly Smolnikov/Tass
Russlands Verteidigungsministerium machte die Ukraine dafür verantwortlich und spricht von „Terror“. Die Führung in Kiew weist die Beschuldigungen zurück.
Russlands Verteidigungsministerium machte die Ukraine dafür verantwortlich und spricht von „Terror“. Die Führung in Kiew weist die Beschuldigungen zurück. © IMAGO/Vitaly Smolnikov/Tass
Mitarbeiter des Rettungsdienstes nach einem gemeldeten Drohnenangriff in Moskau, Russland, vor einem Wohnblock.
Mitarbeiter des Rettungsdienstes nach einem gemeldeten Drohnenangriff in Moskau, Russland, vor einem Wohnblock. © IMAGO/Aleksey Nikolskyi/SNA
„Heute Morgen hat das Kiewer Regime einen Terrorakt mit unbemannten Flugkörpern auf Objekte der Stadt Moskau verübt“, hieß es vom russischen Militär.
„Heute Morgen hat das Kiewer Regime einen Terrorakt mit unbemannten Flugkörpern auf Objekte der Stadt Moskau verübt“, hieß es vom russischen Militär.  © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Verteidigungsminister Sergej Schoigu lobte die eigene Flugabwehr. Insgesamt seien acht Drohnen zerstört worden.
Verteidigungsminister Sergej Schoigu lobte die eigene Flugabwehr. Insgesamt seien acht Drohnen zerstört worden. © Tass/IMAGO/Vitaly Smolnikov
Nach den Drohnen-Angriffen sperrten Sicherheitskräfte die Gegend ab.
Nach den Drohnen-Angriffen sperrten Sicherheitskräfte die Gegend ab. © IMAGO/Denis Bocharov
In sozialen Netzwerken hingegen vermuten viele, dass in Wirklichkeit viel mehr der kleinen Apparate - die optisch etwas wie Mini-Flugzeuge aussehen - auf Moskau zuflogen.
In sozialen Netzwerken hingegen vermuten viele, dass in Wirklichkeit viel mehr der kleinen Apparate - die optisch etwas wie Mini-Flugzeuge aussehen - auf Moskau zuflogen. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Seit Wochen schon häufen sich Attacken auch in Russland - meist jedoch in der unmittelbaren Grenzregion zur Ukraine und nicht auf zivile Objekte.
Seit Wochen schon häufen sich Attacken auch in Russland - meist jedoch in der unmittelbaren Grenzregion zur Ukraine und nicht auf zivile Objekte.  © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Es war aber nicht das erste Mal seit Beginn des Kriegs vor mehr als 15 Monaten, dass Drohnen bis in die Hauptstadt flogen.
Es war aber nicht das erste Mal seit Beginn des Kriegs vor mehr als 15 Monaten, dass Drohnen bis in die Hauptstadt flogen. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Erst Anfang Mai wurden zwei Flugkörper unmittelbar über dem Kreml abgefangen. Das brachte spektakuläre Bilder.
Erst Anfang Mai wurden zwei Flugkörper unmittelbar über dem Kreml abgefangen. Das brachte spektakuläre Bilder. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Damals wurde aus Sicht der Moskauer aber nicht das Dach des eigenen Gebäudes getroffen, sondern der Amtssitz von Präsident Wladimir Putin - und der war zum besagten Zeitpunkt nicht zuhause.
Damals wurde aus Sicht der Moskauer aber nicht das Dach des eigenen Gebäudes getroffen, sondern der Amtssitz von Präsident Wladimir Putin - und der war zum besagten Zeitpunkt nicht zuhause. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Nun aber ist die Verunsicherung in der Riesenmetropole mit mehr als 13 Millionen Einwohnern groß. Die sozialen Netzwerke quellen über.
Nun aber ist die Verunsicherung in der Riesenmetropole mit mehr als 13 Millionen Einwohnern groß. Die sozialen Netzwerke quellen über. © IMAGO/Vitaly Smolnikov/Tass

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