Russland berichtet von erheblichen Verlusten der Ukraine bei dem Angriff auf Kursk. Ein US-Panzer scheint ebenfalls vernichtet worden zu sein.
Kursk – Bei einem Angriff auf Kursk im Ukraine-Krieg soll die russische Armee mehrere ukrainische Panzerfahrzeuge zerstört haben. Unter den Verlusten war laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums offenbar auch ein US-Schützenpanzer des Typs Bradley. Ein auf Telegram veröffentlichtes Video soll den Verlust im Ukraine-Krieg beweisen.
Marina Miron, Postdoktorandin in der Abteilung für Kriegsstudien am King‘s College London, gab laut Newsweek an, es scheine sich tatsächlich um einen M2 Bradley zu handeln. Wann oder wo die Aufnahme entstanden ist, ließ sich allerdings nicht unabhängig bestätigen. Der Angriff auf Kursk hat das Hauptaugenmerk Russlands im Ukraine-Krieg in das eigene Land verlagert. Doch obwohl scheinbar auch US-Kampffahrzeuge bei dem Angriff genutzt werden, reagierten US-Beamte entspannt.
USA bleibt trotz Angriff in Kursk gelassen – Putin hält Notfalltreffen ab
Die US-Pressesprecherin Sabrina Singh gab bei einem Briefing an, dass der Angriff auf Kursk mit der US-Politik im Einklang stehe. Die USA unterstützten die Ukraine, sich gegen Angriffe über die internationale Grenze hinweg zu verteidigen. Weitere Pressesprecher betonten die Unterstützung von „vernünftigen“ und defensiven Maßnahmen der Ukraine. „Letztendlich sind dies alles Entscheidungen, die der Ukraine überlassen werden“, so der Pressesprecher Matthew Miller in einem weiteren Briefing. Er bezeichnete die russische Reaktion als „ein bisschen übertrieben“.
Laut dem russischen Verteidigungsministerium sollen am Dienstagmorgen (Ortszeit) bis zu 300 ukrainische Soldaten mit 11 Panzern und über 20 gepanzerten Kampffahrzeugen einen Angriff auf die Region Kursk nahe der russisch-ukrainischen Grenze gestartet haben. Der russische Präsident Wladimir Putin hielt daraufhin ein Treffen mit Regierungsbeamten nach der „Großprovokation“ ab.
Ein russischer Propagandist drohte bereits mit einem Atomschlag. Es ist der erste größere Angriff der ukrainischen Armee auf eine russische Stadt, nachdem zuvor lediglich Raketenangriffe der Ukraine und Operationen von Milizen Russland getroffen hatten.
Offenbar hohe Verluste der Ukraine: Russland erklärt Angriff auf Kursk für gestoppt
In einem Tagesbericht vom 8. August gab das russische Verteidigungsministerium an, seit dem Angriff auf Kursk 660 ukrainische Soldaten getötet zu haben. Zudem sollen in der Zeit 82 gepanzerte Fahrzeuge zerstört worden sein. Die Zahlen, die deutlich höher sind als die vorangegangenen Schätzungen lassen stutzen. Sie könnten jedoch auch durch nachgerückte Truppen oder durch Angriffe auf Truppen, die noch auf der ukrainischen Seite der Grenze sind, erklärt werden.
Am Mittwoch erklärte der Kreml, Russland „den Vormarsch des Feindes tief in russisches Gebiet gestoppt“. Ein Beamter des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine namens Andrii Kowalenko schrieb jedoch laut Newsweek auf Telegram, der Kreml „lügt über die Kontrollierbarkeit der Situation in der Region Kursk“. Er gab am Dienstag an: „Es wird eine Menge Nachrichten von der Region Kursk geben“.
Bilder des Ukraine-Kriegs: Großes Grauen und kleine Momente des Glücks
Fortschritte bei Angriff auf Kursk: Was ist die Strategie hinter der Operation im Ukraine-Krieg?
Laut Informationen des Institutes for the Study of War (ISW) von 8. August könnte die ukrainische Armee mittlerweile bis zu 35 Kilometer in das russische Territorium eingedrungen sein. Russische Militärblogger zeigten Uneinigkeit bezüglich der genauen Distanz. Das ISW gab an, dass der Mangel einer eindeutigen Strategie von Russland ein Zeichen für einen gelungenen Überraschungsangriff sei.
Der Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Mychailo Podoljak, suggerierte laut Newsweek, dass Kursk ein Test für die Unterstützung des Ukraine-Kriegs in der russischen Bevölkerung sein könnte. Laut CNN gaben anonymen ukrainische und US-Beamte an, man erhoffe sich aus dem Angriff, die russischen Steitkräfte zu stören und von den Fronten in der Ostukraine abzulenken. (lismah)