„Reiner Terrorismus“: Putins Russland bombardiert Baumarkt in Charkiw – Zahl der Toten steigt
VonNils Thomas Hinsberger
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Der Angriff auf einen Baumarkt in Charkiw zeigt, dass Russland immer öfter zivile Ziele angreift. Selenskyj fordert deshalb eine bessere Luftabwehr.
Update vom 26. Mai, 12.39 Uhr: Der Angriff auf den Baumarkt in Charkiw war gestern offenbar nicht das einzige Ziel von Putins Truppen in der ukrainischen Millionenstadt. Am Abend wurden bei einem weiteren russischen Angriff auf das Stadtzentrum 25 Menschen verletzt, wie der regionale Gouverneur Oleh Synegubow mitteilte. Getroffen wurde ein Viertel, in dem sich mehrstöckige Bürogebäude, ein Postamt, ein Friseursalon und ein Café befinden. Es blieben offenbar nicht die einzigen Raketenangriffe im Ukraine-Krieg.
Russland bombardiert Millionenstadt: Mindestens zwölf Tote bei Angriff auf Baumarkt in Charkiw
Update vom 26. Mai, 10.25 Uhr: Nach dem Angriff einen Baumarkt in Charkiw ist der Brand offenbar unter Kontrolle – die Löscharbeiten hätten mehr als 16 Stunden in Anspruch genommen, teilte der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko auf Telegram mit. Die Opferzahl habe sich inzwischen auf zwölf erhöht. Die Zahl der Verletzten bezifferte er auf 43. Zudem würden noch 16 Personen vermisst.
Nach Angriff auf Baumarkt in Charkiw: Kuleba fordert Patriot-Systeme
Update vom 26. Mai, 7.30 Uhr: Infolge des schweren Raketenangriffs auf Charkiw hat sich der ukrainische Außenminister zu Wort gemeldet. Angesichts der fehlenden Luftverteidigung forderte Dmytro Kuleba den Westen erneut dazu auf, weitere Patriot-Systeme schicken. „Sie werden jetzt gebracht, nicht morgen“, schrieb er in einem Beitrag in Onlinemedien. Er wolle keine Namen nennen, fordere die Länder mit Patriot-Systemen aber auf, „ihre Entscheidungen zu beschleunigen und der Ukraine diese Systeme zur Verfügung zu stellen“.
Angriff auf Charkiw: Zahl der Opfer nach Russlands Attacke auf ukrainischen Baumarkt steigt auf elf
Update vom 26. Mai, 7.10 Uhr: Die Zahl der Opfer in Charkiw ist auf elf gestiegen. Das teilte Militärverwalter Oleh Synjehubow heute auf Telegram mit. Die Lösch- und Bergungsarbeiten dauerten auch in der Nacht an, mögliche weitere Opfer unter den Trümmern des Baumarktes wurden nicht ausgeschlossen.
„Reiner Terrorismus“: Putins Russland bombardiert Baumarkt in Charkiw
Erstmeldung: Charkiw – „Eine weitere Manifestation des russischen Wahnsinns“. So beschreibt Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, einen Angriff der russischen Armee während seiner täglichen Videoansprache am Samstagabend (25. Mai) auf X (ehemals Twitter). Oleh Syniehubow, Leiter der Oblastverwaltung Charkiw, schrieb auf Telegram, dass ein Baumarkt in der ukrainischen Stadt Charkiw von zwei russischen Fliegerbomben getroffen worden sei.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland
Angriff auf Charkiw: Russland bombardiert Baumarkt offenbar mit Gleitbomben
Medienberichten zufolge könnten russische Gleitbomben zum Einsatz gekommen sein, die bei dem Angriff auf den Baumarkt in Charkiw verwendet worden sein sollen. „Wir haben eine große Zahl an Vermissten. Es gibt viele Verletzte“, schreibt Syniehubow. Ihm zufolge habe der Angriff den vielen Zivilisten gegolten, die sich während des Luftschlags in dem Markt aufgehalten hätten.
Laut Selenskyj hätten sich zu diesem Zeitpunkt mehr als 200 Personen in dem Markt aufgehalten. Zum aktuellen Zeitpunkt wisse man von mindestens zwei toten Zivilisten und 24 Verletzten. Später berichtete der Bürgermeister von Charkiw, dass bei dem Angriff auf den Baumarkt mindestens vier Menschen ums Leben und 40 Personen verletzt worden seien. Eine unabhängige Bestätigung der Zahl der Todesopfer und Verletzten blieb bisher aus.
Putins Streitkräfte mit Angriff auf Charkiw: Kein Militärstützpunkt in der Nähe – greift Russland gezielt Zivilisten an?
Wie die ukrainische Nachrichtenseite Ukrainska Pravda berichtete, gebe es in der Nähe des getroffenen Baumarktes keine Militäranlagen. „Offenbar zielte der Angriff auf das Einkaufszentrum, in dem sich viele Menschen versammelten – das ist reiner Terrorismus“, so beschreibt es der Bürgermeister der Stadt, Ihor Terechow, auf Telegram nach dem Angriff auf Charkiw durch Putins Streitkräfte.
Russland bombardiert während des Ukraine-Kriegs die Stadt in der Ostukraine bereits seit mehreren Monaten. Fast täglich treffen Lenkbomben und Boden-Luft-Raketen die Millionenmetropole. Wie der Tagesspiegel berichtet, habe sich die Armee von Russlands Präsidenten Wladimir Putin dabei vor allem auf die Energieinfrastruktur konzentriert. Nun aber würden ganz gezielt Wohngebäude und Unternehmen angegriffen – mit schweren Auswirkungen für die Zivilbevölkerung.
Russlands Angriff auf Baumarkt in Charkiw: „Wahnsinnige wie Putin“ – Selenskyj fordert Lieferung von Luftabwehr
„Wenn wir über angemessenere und modernere Luftverteidigungssysteme und Flugzeuge verfügen würden, wäre die russische Luftflotte natürlich genauso besiegt wie ihre Schwarzmeerflotte“, schreibt Selenskyj auf X. Mit einer zuverlässigen Luftverteidigung sei „der russische Terror“, wie der Angriff auf den Baumarkt in Charkiw, unmöglich. Der Abschuss russischer Raketen und Kampfflugzeuge bezeichnet der Präsident als „echte Friedenssicherung“.
„Nur Wahnsinnige wie Putin sind in der Lage, Menschen auf solch abscheuliche Weise zu töten und zu terrorisieren“, so Selenskyj weiter. Er danke allen Staats- und Regierungschefs, die verstehen, „dass es bei jeder Entscheidung zur Unterstützung der Ukraine darum geht, Leben zu schützen und zu retten“.
Selenskyj teilt Video – Aufnahmen zeigen Angriff auf Baumarkt in Charkiw
In den Sozialen Medien finden sich mittlerweile viele Aufnahmen, die den Angriff auf den Baumarkt in Charkiw zeigen. Auch Selenskyj teilte eines der Videos auf X. Auf dem Video ist zu sehen, wie dichter schwarzer Rauch aus dem Supermarkt quillt. Kurz darauf bricht ein Feuer aus, das sich laut Syniehubow auf eine Fläche von 15.000 Quadratmeter ausbreitete. 15 Beschäftigte des Baumarkts seien weiterhin nicht erreichbar, berichtete die AFP unter Berufung auf den Bürgermeister der Stadt.
Ein Grund für das aggressive Vorgehen Russlands könnten die massiven Verluste in Charkiw darstellen. Diese seien unter Putins Truppen achtmal höher als in der Ukraine, teilte Selenskyj während eines Interview mit dem Kyiv Independent mit. Dem kasachischen NachrichtensenderVlast sagte er, dass der russische Machthaber „absolut keine Rücksicht auf das menschliche Leben“ nehme. (nhi)