Bas soll als SPD-Vorsitzende auf Esken folgen – 33-Jähriger als Generalsekretär vorgeschlagen
VonNils Thomas Hinsberger
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Saskia Esken zieht sich als Vorsitzende der SPD zurück. Der Parteivorstand soll bereits eine Nachfolgerin nominieren.
Update, 10.22 Uhr: Tim Klüssendorf, Sprecher der Parlamentarischen Linken in der SPD, soll laut dpa-Informationen neuer Generalsekretär der Partei werden. Klüssendorf sei von den beiden Parteivorsitzenden Saskia Esken und Lars Klingbeil für das Amt vorgeschlagen worden. Das Parteipräsidium hat den Vorschlag demnach einstimmig angenommen. Der neue Generalsekretär soll, ebenso wie die designierte Parteivorsitzende Bärbel Bas, Ende Juni auf dem SPD-Parteitag gewählt werden.
Erstmeldung: Berlin – Die SPD-Co-Vorsitzende Saskia Esken zieht sich aus der Führung der Sozialdemokraten zurück. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, soll Arbeitsministerin Bärbel Bas ihren Platz einnehmen und gemeinsam mit Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil die Führung in der SPD übernehmen. Der Parteivorstand solle Bas nominieren.
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Bas soll neue SPD-Co-Vorsitzende werden – Arbeitsministerin galt als Favoritin
Die Wahl zum neuen Bundesvorsitz der SPD soll auf dem Parteitag im Juni gewählt werden. Bereits am Sonntag (11. Mai) hatte Esken angekündigt, nicht mehr für den Posten kandidieren zu wollen. „Ich hatte die Freude und die Ehre, sechs Jahre lang die Vorsitzende der Partei zu sein. Nun ist es an der Zeit, der SPD Raum für Erneuerung zu geben“, sagte Esken gegenüber der ARD. „Ich gebe jetzt mein Parteivorsitzendenamt auf und mache Platz für die Erneuerung.“
Die neue Arbeitsministerin Bas unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wurde innerhalb der SPD bereits als Favoritin für das Amt des Parteivorsitzes gehandelt. Gegenüber der Funke-Mediengruppe gab sie allerdings zunächst an, als Arbeits- und Sozialministerin erst einmal Fuß fassen zu wollen. Aber: „Ich habe den Parteivorsitz nicht ausgeschlossen, aber bisher sind beide Vorsitzenden ja im Amt.“
SPD-Parteibasis nimmt Esken in Schutz und rechnet mit Klingbeil ab – „Das ist unanständig“
Bei der Debatte um die neue Parteispitze in der SPD muss sich der amtierende Vorsitzende Lars Klingbeil einiger Kritik aus den eigenen Reihen stellen. Klingbeil hatte bereits angekündigt, erneut als Vorsitzender zu kandidieren. Der Vorwurf aus der SPD-Basis lautet nun: Saskia Esken werde zum Sündenbock für das schlechte Wahlergebnis beid er Bundestagswahl 2025 gemacht.
„Das ist unanständig, was da gelaufen ist, dass wieder die Frauen kassieren und die Männer den Top-Job kriegen“, zitierte die dpa einen Delegierten beim Landesparteitag der SPD in Duesburg. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner kritisierte gegenüber dem Handelsblatt: „Der Versuch, sie zum Sündenbock für unser miserables Wahlergebnis zu machen, war kein Ruhmesblatt und entsprach weder im Inhalt noch im Stil der Debatte den Grundwerten der SPD.“ (nhi mit Agenturen)