Die verarbeiteten Informationen, insbesondere zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg, stammen teils von den Kriegsparteien aus Russland oder der Ukraine. Sie lassen sich deshalb nicht unabhängig überprüfen.
Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Die Entwicklungen im Ukraine-Krieg vom Montag (17. Juli) können Sie in unserem neuen Ticker verfolgen.
Update vom 16. Juli, 22.35 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat neue Zahlen zu russischen Verlusten veröffentlicht. Demnach seien innerhalb eines Tages 500 russische Soldaten getötet worden. Die Gesamtzahlen Kiews weichen stark von denen unabhängiger Beobachter ab. Zudem hätten die ukrainischen Streitkräfte weitere fünf Panzer, sieben Kampffahrzeuge und 18 Artilleriesysteme Russlands außer Gefecht gesetzt. Die Zahlen im Überblick:
Soldaten: 237.680 (+500)
Flugzeuge: 315
Hubschrauber: 310
Panzer: 4107 (+5)
Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge: 8026 (+7)
Artilleriesysteme: 4481 (+18)
Quelle: Auszug der Angaben des Generalstabs der Ukraine vom 16. Juli 2023
Anm.: Nach Berechnungen unabhängiger russischer Medien sind bisher im Ukraine-Krieg mindestens 47.000 russische Soldaten getötet worden. Das habe eine Datenanalyse ergeben, die sich auf die Zahl der eröffneten Erbfälle und die Statistik der Übersterblichkeit im vergangenen Jahr stützt, berichtete das an der Auswertung beteiligte Internetportal Meduza am Montag (10. Juli). Diese Zahlen weichen stark von denen ab, die von ukrainischer Seite veröffentlicht werden.
Russische Angriffe bei Kupjansk: Situation für Ukraine „verschlechtert“
Update vom 17. Juli, 17.45 Uhr: Die Situation für die ukrainischen Streitkräfte soll sich „etwas verschlechtert“ haben. Das teilte Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar via Telegram mit. „Der Feind rückt seit zwei Tagen aktiv in Richtung Kupjansk in der Region Charkiw vor. Wir sind in der Defensive. Es finden heftige Kämpfe statt, die Positionen der Parteien ändern sich mehrmals am Tag dynamisch“, teilte sie mit.
Kupjansk befindet sich im Nordosten der Ukraine. Kurz nach Kriegsbeginn wurde die Kleinstadt von russischen Soldaten besetzt und im September 2022 von der Ukraine wieder zurückerobert. Seit Wochen sieht sich die Ukraine hier Angriffen der russischen Armee ausgesetzt, die versucht, Richtung Kupjansk vorzustoßen. Bislang verschob sich die Frontlinie kaum. Maljars Botschaft deutet jedoch an, dass sich nun etwas geändert haben könnte. Weiter im Süden sehe es für die Ukraine besser aus: „Wir rücken allmählich in Richtung Bachmut vor. An der südlichen Flanke um Bachmut gibt es einen täglichen Vorstoß“, schrieb Maljar. Die ukrainische Gegenoffensive konzentriere sich vor allem auf die Region Saporischjschja und um Bachmut.
Analyse: „Zersetzung der russischen Befehlskette in der Ukraine beschleunigt“
Update vom 16. Juli, 14.20 Uhr: Nach der Absetzung mehrerer russischer Generäle sehen US-Experten einen breiten Kampf gegen den Ungehorsam im Moskauer Militärapparat sowie um die Informationshoheit im Krieg gegen die Ukraine. Die am Samstag von nicht offiziellen russischen Quellen berichtete Entlassung des Generalmajors Wladimir Seliwjorstow und zuvor seines Kollegen Iwan Popow legten nahe, dass sich die „Zersetzung der russischen Befehlskette in der Ukraine beschleunigt“, hieß es in einer Analyse des US-Instituts für Kriegsstudien ISW in Washington.
Offiziell hat sich das Verteidigungsministerium in Moskau wie auch in anderen Fällen nicht zur Absetzung des 49-jährigen Seliwjorstow als Kommandeur der 106. Garde-Luftlandedivision geäußert. Die ISW-Experten gehen aber davon aus, dass der erst im Juni beförderte Generalmajor wie Popow zuvor ebenfalls die Kriegsführung kritisiert hatte. Popow hatte seine Absetzung selbst mitgeteilt. Die US-Experten sehen aktuell eine Säuberung des Militärapparats von nicht loyalen Kräften. Demnach sind Verteidigungsminister Sergej Schoigu und sein Generalstabschef Waleri Gerassimow dabei, sich dieser Offiziere zu entledigen. „Wachsender Ungehorsam wird wahrscheinlich die bestehende Spaltung im russischen Militär und in der breiteren Sicherheitssphäre vertiefen“, hieß es in der Analyse.
Putin droht mit Streubombeneinsatz: „Haben ausreichende Reserven“
Update vom 16. Juli, 11 Uhr: Kreml-Chef Wladimir Putin hat mit dem Einsatz von Streubomben gedroht, falls die Ukraine diese von den USA gelieferte Munition verwenden sollte. „Ich möchte sagen, dass Russland ausreichende Reserven verschiedener Arten an Streumunition hat“, sagte Putin dem russischen Staatsfernsehen. Russland wolle die international geächtete Munition nicht einsetzen, so Putin.
„Aber natürlich, wenn sie gegen uns eingesetzt wird, dann behalten wir uns das Recht zu deckungsgleichen Handlungen vor.“ Dagegen gibt Putin an, Russland habe sie bisher nicht eingesetzt, obgleich es eine Zeit lang auch auf russischer Seite „bekanntermaßen einen Mangel an Munition“ gegeben habe. Der russische Präsident warf den USA vor, die umstrittene Streumunition bereitzustellen, weil der Westen nicht mehr in der Lage sei, die Ukraine mit ausreichend herkömmlichen Mitteln zu versorgen. „Sie haben nichts Besseres gefunden, als den Einsatz von Streumunition vorzuschlagen“, sagte Putin.
Update vom 16. Juli, 10.15 Uhr: Mitten in der Ferienzeit sind auf der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim laut Behörden neun ukrainische Drohnenangriffe abgewehrt worden. „Heute Morgen ist der Versuch des Kiewer Regimes, einen Terrorangriff zu verüben, vereitelt worden“, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Es sei niemand verletzt worden. In Sewastopol hat die russische Schwarzmeerflotte, die im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt wird, ihren Hafen.
Die Flugabwehr habe zwei Drohnen abgeschossen, fünf weitere seien durch die Einheiten der radioelektronischen Aufklärung zum Absturz gebracht und zwei über dem Wasser vernichtet worden, teilte der Gouverneur der Hafenstadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, mit. Das Verteidigungsministerium sprach im letzten Fall von zwei „unbemannten Booten“, die zerstört worden seien. Die Angriffe waren diesmal nach offiziellen Angaben vergleichsweise massiv und ausdauernd. „Jetzt ist es in der Stadt ruhig“, schrieb Raswoschajew im Nachrichtenkanal Telegram.
Verhandlungen mit Putin: Baerbock sieht aktuell keine Grundlage
Update vom 16. Juli, 7.35 Uhr: Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sieht absehbar keine Grundlage für Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Ukraine. „Ich wünschte mir, dass wir verhandeln könnten. Aber derzeit geht es nicht (darum), was man sich wünscht, sondern derzeit geht es darum, der Realität ins Auge zu blicken“, sagte sie auf die Frage, ob man mit Putin verhandeln könne, in einem gemeinsamen Interview mit Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko für Bild, Welt und die US-Zeitung Politico.
Die Außenministerin verwies darauf, dass in der Zeit vor dem Angriffskrieg versucht worden sei, am Verhandlungstisch eine weitere Eskalation zu verhindern. „Die Antwort darauf war, dass 100.000 Soldaten einmarschiert sind.“ Man versuche jeden Tag, dass mit Russland wieder normal geredet werden könne - dass dieses Land diplomatisch dahin zurückkomme, dass Frieden das Allerwichtigste sei. „Nur das ist leider nicht die Realität. Die Realität ist ein brutaler russischer Angriffskrieg.“ Die Ukraine müsse den Frieden zurückgewinnen können, sagte Baerbock. „Das funktioniert nur, wenn dieser brutale russische Angriffskrieg beendet wird, wenn die russischen Soldaten die Ukraine verlassen und diese tagtäglichen nächtlichen Angriffe per Drohnen, per Raketen, per Bomben auf die Ukraine aufhören.“
Ukraine wechselt zu neuer Taktik
Update vom 15. Juli, 22.53 Uhr: Neue Taktik bei der Gegenoffensive: Statt mit Kampfpanzern die verminten russischen Stellungen anzugreifen, setzen die Truppen der Ukraine wieder verstärkt auf Angriffe mit Mittelstreckenraketen. Das berichtet die New York Times. Laut dem Medienbericht konnten die ukrainischen Streitkräfte dadurch ihre Material-Verluste auf zehn Prozent senken – in den ersten Wochen der Gegenoffensive soll die Zahl doppelt so hoch gewesen sein. Der Nachteil der neuen Strategie: Die Fortschritte sind deutlich langsamer als geplant.
Ukraine-Krieg: Nach Iwan Popow setzt Putin auch Generalmajor Seliverstow ab
Update vom 15. Juli, 20.51 Uhr: Die Auflösungserscheinung in Russlands Armee geht weiter: Nach der umstrittenen Entlassung von Generalmajor Iwan Popow soll ein weiterer General gefeuert worden sein. Demnach wurde auch Generalmajor Wladimir Seliverstow als Kommandeur der 106. Luftlandedivision abgesetzt, wie der britische Sender Sky News berichtet. Als Anführer der Gruppe war er seit Anfang des Jahres in die Kämpfe um Bachmut verwickelt. Die Hintergründe der Entlassung sind unklar. Nach Ansicht von Militäranalysten sind die Entlassungen der Generäle ein Zeichen für die Spaltung der russischen Streitkräfte nach der gescheiterten Meuterei von Jewgeni Prigoschin und der Wagner-Gruppe.
Ende vom Ukraine-Krieg: Selenskyj pocht weiter auf Waffenhilfe
Update vom 15. Juli, 18.21 Uhr: Seit Wochen wird über ein Ende im Ukraine-Krieg spekuliert – doch der Zeitpunkt dafür hängt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj vor allem vom Ausmaß der internationalen Hilfe ab. „Jetzt, da die Geschwindigkeit des Kriegsendes direkt von der globalen Unterstützung für die Ukraine abhängt, tun wir alles, um sicherzustellen, dass diese Unterstützung maximal intensiv und maximal gehaltvoll ist“, sagte er am Samstag in einer Videobotschaft. Die Ukraine werde international auf allen Ebenen arbeiten, „um den Frieden im ganzen Land und für alle Menschen wieder herzustellen“, sagte er.
F16-Kampfjets für die Ukraine – USA blocken Ausbildung der Piloten ab
Update vom 15. Juli, 16:45 Uhr: Wenig Schützenhilfe für die Pilotenausbildung: Offenbar bremsen die USA die Ausbildung der ukrainischen Soldaten an den geforderten F16-Kampfjets aus. Das berichtet die US-Zeitung Politico. Demnach soll die von Dänemark und den Niederlanden angeführte Koalition aus elf Ländern weiterhin auf die Zustimmung der USA warten. Doch ohne die amerikanische Genehmigung könne das Ausbildungsprogramm nicht beginnen, hieß es. Eigentlich soll die Ausbildung bereits im August starten.
Ukraine-Krieg: Deutsche Firmen liefern Bauteile für Putins Raketen – trotz Sanktionen
Update vom 15. Juli, 15.18 Uhr: Löchriges Bollwerk gegen Russland: Trotz der verhängten Sanktionen im Ukraine-Krieg kann Putins Waffenindustrie offenbar beim Bau von Raketen auf westliche Komponenten zurückgreifen. „Bei uns werden jeden Tag Menschen von Geschossen getötet“, beklagte der ukrainische Sanktionsbeauftragte Wladyslaw Wlasjuk im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Und sehr viele enthalten Bauteile aus westlichen Ländern.“ Aus Sicht der Ukraine ist das nur möglich, weil Sanktionen gegen Russland über Drittländer umgangen werden.
Erst kürzlich hatte Wlasjuk einen Bericht in Diplomatenkreisen veröffentlicht. Darin hieß es, dass der größte Teil der geschmuggelten Geschossteile aus den USA mit 81 Prozent kommen soll. An zweiter Stelle folge die Schweiz mit acht Prozent, Deutschland und Japan stehen auf der Liste mit je 3,5 Prozent auf Platz drei.
Ukraine-Krieg: Kritik in Putins Armee wächst
Update vom 15. Juli, 11.05 Uhr: Nach Einschätzung des britischen Geheimdiensts sind mehrere Offiziere in der russischen Armee unzufrieden mit der militärischen Führung. „Direkte Kritik von Untergebenen wird wahrscheinlich zu einem zunehmenden Problem für Verteidigungsminister Sergei Schoigu und den Chef des Generalstabs, General Gerassimow“, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.
Die Briten setzten sich in ihrem täglichen Update bei Twitter mit der Entlassung von General Iwan Popow auseinander. Er hatte Kritik an seinen Vorgesetzten und der Kriegsführung in der Ukraine geübt und war als Kommandeur der 58. Armee entlassen worden. „Popows Äußerungen machen auf die große Unzufriedenheit aufmerksam, die viele Offiziere wahrscheinlich gegenüber der ranghohen militärischen Führung hegen“, schrieben die Briten.
Russlands Panzer von Kamikaze-Drohnen im Ukraine-Krieg zerstört
Erstmeldung vom 15. Juli: Kiew – Nicht nur Russland, sondern auch die Ukraine setzt besonders im Rahmen ihrer Gegenoffensive immer öfter sogenannte Kamikazedrohnen ein. Der Kommandeur der ukrainischen Landstreitkräfte, Generaloberst Oleksandr Syrskyj, hat im Kurznachrichtendienst Telegram neue Aufnahmen veröffentlicht, in der die Zerstörung von zwei russischen Panzern zu sehen ist.
Dazu schrieb der Generaloberst, die ukrainische „Asgard-Einheit“ des 120. Aufklärungsbataillons habe zusammen mit der 3. Mechanisierten Brigade russische Panzer der Typen T-80 und T-90 außer Gefecht gesetzt. „Gute Arbeit, Ruhm den Kämpfern“, lobte Syrskyj die Zerstörung der Panzer.
Oleksandr Syrskyi, commander of the Ukrainian ground forces, has used his Telegram channel to post a video, with the message that "The Asgard group, Ochi (Eyes) unit, of the 120th separate reconnaissance battalion of the Armed Forces of Ukraine is operating FPV kamikaze. In… pic.twitter.com/uJS0Q94FJP
— Dénes Törteli 🇪🇺🇭🇺🇺🇦 (@DenesTorteli) July 14, 2023
Ukraine-Krieg: Generalstab veröffentlicht – Kiew hat über 237.000 russische Soldaten „eliminiert“
Der ukrainische Generalstab veröffentlichte neue Zahlen zu russischen Verlusten seit Beginn des Angriffskrieges. Demnach will das ukrainische Militär bislang rund 237.180 russische Soldaten „eliminiert“ haben. Ferner habe man 4102 Panzer, 8019 gepanzerte Truppenträger sowie 4463 Artilleriesysteme zerstört. Außerdem hat die ukrainische Armee den Zahlen des Generalstabs zufolge bisher 315 russische Flugzeuge, 310 Helikopter, 3807 Drohnen und 1273 Marschflugkörper zerstört. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig verifizieren.
Der Meldung des Generalstabs zufolge will die ukrainische Armee im Laufe des letzten Tages 13 Luftangriffe gegen Versammlungsgebiete russischer Truppen durchgeführt haben. In der Kampfrichtung der Stadt Lyman hätten russische Soldaten „erfolglose offensive Aktionen“ getätigt und dabei mehr als 15 Siedlungen beschossen. In der Richtung Bachmut seien ebenfalls etwa 15 Siedlungen beschossen worden, wobei die ukrainische Armee russische Angriffe abgewehrt habe. In Cherson und Saporischschja würden sich die Truppen von Kreml-Chef Wladimir Putin darauf konzentrieren, den Vorstoß ukrainischer Soldaten zu verhindern.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Russlands Angriffe gegen die Ukraine: Putins Soldaten setzten Kamikaze-Drohnen ein
Indes nimmt Russland ukrainische Städte weiterhin mit Drohnenangriffen ins Visier. So meldete der Generalstab, in der letzten Nacht habe es Angriffe mit 17 iranischen Shahed-Drohnen sowie einer Rakete des S300-Luftabwehrsystems gegeben. Die ukrainische Luftverteidigung habe jedoch 16 der Drohnen abschießen können. Die Gefahr von neuen Drohnen- und Raketenangriffen gegen die Ukraine sei nach wie vor hoch. Zuletzt meldete die Stadt Krywyj Rih im Süden des Landes schwere Angriffe durch Russland. (bb)