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Bundeswehr fängt russische Militärflieger über Ostsee ab – Geheimdienstchef will „Feinde vernichten“

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  • Nail Akkoyun
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Russische Militärflieger über der Ostsee werden von der Bundeswehr abgefangen. Putins Bluthund Kadyrow trifft sich mit dem Wagner-Chef. Der News-Ticker.

HINWEIS DER REDAKTION: Dieser Ticker ist geschlossen. Die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine entnehmen Sie bitte unseren neuen News-Ticker.

Update vom 26. April, 7.07 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich bei einer Pressekonferenz in New York City über die Auswirkungen des Getreideabkommens mit der Ukraine beklagt. Moskau habe „praktisch keine Ergebnisse“ aus der Vereinbarung erzielen können. Der Außenminister erklärte weiterhin, dass Russland das Abkommen nicht über den 18. Mai hinaus verlängern werden, bevor nicht eine Reihe von russischen Forderungen erfüllt seien.

Lawrow sagte mit Blick auf die Lage in Europa weiter, dass die EU „mit einer Rekordgeschwindigkeit militarisiert“ werde, um aggressiv gegen Russland vorgehen zu können. Für den russischen Außenminister gäbe es aktuell nur „sehr wenig Unterschied“ zwischen der EU und der Nato.

Ukraine-Krieg: Kampfjets der Bundeswehr fangen russische Flugzeuge über der Ostsee ab

Update vom 26. April, 06.02 Uhr: Kampfjets der deutschen und britischen Luftwaffe haben nach Bundeswehr-Angaben drei russische Aufklärungsflieger im internationalen Luftraum über der Ostsee abgefangen. Demnach handelte es sich um zwei Militärmaschinen vom Typ SU-27 und eine IL-20. Sie seien „erneut ohne Transpondersignal“ geflogen und von Eurofightern der beiden Nato-Verbündeten abgefangen worden, teilte die deutsche Luftwaffe am Mittwochmorgen über Twitter mit.

Ukraine-Krieg: Bundeswehr fängt rusissche Kampfjets ab.

Update vom 26. April, 05.18 Uhr: Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow hat sich mit Wagner-Chef, Jewgeni Prigoschin, getroffen. Das gab Kadyrow Berichten zufolge auf Telegram bekannt. „Wir haben sehr wichtige Themen internationalen Charakters diskutiert. Mit Jewgeni haben wir immer etwas zu besprechen, schließlich haben wir viele ähnliche Interessen und erledigen oft gemeinsame Aufgaben, über die man nicht telefonisch sprechen kann“. Man habe auch über die Sanktionen des Westens gesprochen. Kadyrow bezeichnete diese als absurd. Weitere Details über das Gespräch wollte er aber nicht nennen.

Ukraine-Krieg vor „dem entscheidenden Kampf“: Geheimdienstchef will „Feinde vernichten“

Update vom 25. April, 22.00 Uhr: Der ukrainische Geheimdienstchef Kyrylo Budanow hat sich zum Krieg geäußert und erklärt, dass man sich „dem entscheidenden Kampf für die jüngere Geschichte der Ukraine“ nähere. Schon bald werde man „angreifen“ und „alles befreien“, sagte Budanow im Interview mit dem ukrainischen Portal RBC. „Wir werden die Feinde vernichten“, so der Geheimdienstler weiter.

Dabei betonte Budanow erneut – wie schon Selenskyj in der Vergangenheit – dass Kiew unter keinen Umständen dazu bereit sei, Territorien an Russland abzugeben. Dabei sprach Budanow auch über eine Rückeroberung der im Jahr 2014 annektierten Halbinsel Krim. „Ohne die Rückeroberung der Krim wird es kein Kriegsende geben“, sagte er.

Die Aussagen des Geheimdienstchefs decken sich mit Berichten, denen zufolge Russland sich aktuell auf die strategisch wichtige Kleinstadt Bachmut konzentriert: „Die Russen haben überall komplett auf Stellungsverteidigung umgestellt“, sagte Budanow. „Sowohl in Awdijiwka als auch in Marjinka sind die Taktiken identisch, wie in Bachmut – einfach ein Versuch, die Siedlung vom Antlitz der Erde zu tilgen, wie sie sagen“, so Budanow.

Seit Monaten toben heftige Kämpfe in und rund um die ukrainische Kleinstadt Bachmut. Diese Luftaufnahme entstand am 24. April 2023.

Ukraine-Krieg: Russland fokussiert sich immer mehr auf Bachmut

Update vom 25. April, 20.15 Uhr: Angaben des ukrainischen Militärs zufolge konzentriert Russland seine Kräfte weiterhin auf die inzwischen mehr oder wenig zerstörte Kleinstadt Bachmut – und soll sogar die Kräfte im restlichen Land reduzieren. „Der Feind konzentriert alle seine Kräfte auf Bakhmut und führt in der Tat nirgendwo sonst in unserem operativen Verantwortungsbereich so starke Kampfhandlungen durch“, sagte Militärsprecher Serhij Tscherewatyi im ukrainischen Fernsehen.

„Sowohl Luftlandeeinheiten der Besatzungsarmee als auch Spezialeinheiten werden zunehmend eingesetzt. Daher wissen wir, dass die Verluste des Feindes sehr hoch sind“, sagte er.

In Bachmut hätten die Russen im Laufe des vergangenen Tages „23 Mal unsere Stellungen angegriffen, 280 Mal mit verschiedenen Arten von Artillerie geschossen und vier Luftangriffe durchgeführt“. 175 russische Angreifer habe man töten, 213 weitere Soldaten verwunden können – überprüfen ließen sich diese Angaben allerdings nicht.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Ukraine-Krieg: Strategisch wichtige Kleinstadt Tokmak unter Raketenbeschuss

Update vom 25. April, 18.00 Uhr: Die Kleinstadt Tokmak entwickelt sich offenbar zum nächsten wichtigen strategischen Ort im Ukraine-Krieg. Der Grund: die Stadt in der Oblast Saporischschja liegt etwa 70 Kilometer nordöstlich von Melitopol und hat sich zu einem Drehkreuz für die russische Armee entwickelt. Wie ein von Russland ernannter, hochrangiger Militärbeamter berichtet, soll es in Tokmak nun zu ukrainischen Raketenangriffen gekommen sein.

„Vorläufigen Berichten zufolge wurde ein Zivilist getötet und vier weitere wurden unterschiedlich schwer verletzt“, sagte Wladimir Rogow auf Telegram. Vier der insgesamt sechs Raketen seien von der russischen Luftabwehr abgeschossen worden. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben bisher nicht.

Unterdessen schließen deutsche Militärexperten um Carlo Masala auf Sicht eine nukleare Bewaffnung der Ukraine nicht aus.

Ukraine-Krieg: Kiew berichtet von „beeindruckenden Ergebnissen“

Update vom 25. April, 16.35 Uhr: Das ukrainische Militär behauptet, dass man derzeit „beeindruckende Ergebnisse“ gegen die russische Armee nahe dem Fluss Dnepr bei Cherson erzielt, so eine Militärsprecherin. In einem Tweet wird die Sprecherin des ukrainischen Südkommandos, Natalia Humeniuk, mit den Worten zitiert:

„Es ist uns gelungen, Artilleriegeschütze, Panzer, Fahrzeuge, gepanzerte Fahrzeuge und feindliche Luftabwehrsysteme zu treffen und zu zerstören. Mit anderen Worten, unsere Arbeit an der Räumung der Frontlinie am Ostufer ist ziemlich stark.“ Bislang konnten die Behauptungen jedoch nicht bestätigt werden.

Ukraine-Krieg: Medwedew droht dem Westen mit Atomwaffen

Update vom 25. April, 15.10 Uhr: Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew hat den Westen davor gewarnt, Russlands Bereitschaft zu einem Einsatz seiner Atomwaffen im Ernstfall zu unterschätzen. Die Atommacht könne diese Waffen anwenden, wenn ihre Existenz durch einen Angriff in Gefahr sei, sagte Medwedew am Dienstag in einem Rüstungsbetrieb, der Raketen herstellt. „Die Antwort auf solche Handlungen ist die Anwendung von Atomwaffen“, sagte der Vizechef des russischen Sicherheitsrates, während er von dort zu einem Moskauer Forum für Jugendliche und Schüler zugeschaltet wurde.

„Unsere potenziellen Gegner sollten das nicht unterschätzen“, betonte Medwedew ausdrücklich mit Blick etwa auf Sichtweisen im Westen, dass Russland nur drohe, bluffe und nicht ernsthaft bereit sei, in der Konfrontation mit der Nato und dem Westen um die Ukraine Atomwaffen einzusetzen. „Westliche Analysten und die westlichen Befehlsstrukturen, die militärische und die politische Führung sollten einfach unsere Regeln und unsere Absichten bewerten.“

Russland präsentiert bei einer Militärparade eine Langstreckenrakete.

Ukraine-Krieg: EU stellt Kiew weitere Finanzhilfen zur Verfügung

Update vom 25. April, 13.05 Uhr: Die Europäische Union stellt der Ukraine weitere 1,5 Milliarden Euro an Finanzhilfen bereit. Das teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mit. „Wir werden der Ukraine weiterhin helfen, sich der russischen Aggression entgegenzusetzen, ihre Institutionen und Infrastruktur am Laufen zu halten und entscheidende Reformen durchzuführen“, so von der Leyen.

Bei der nun bereitgestellten Makrofinanzhilfe handelt es sich um einen EU-Hilfskredit, der es der Ukraine ermöglicht, Löhne und Renten weiterzuzahlen sowie Krankenhäuser und Schulen weiterzubetreiben. Auch in den Wiederaufbau der kritischen Infrastruktur kann das Geld fließen. Die Hilfskredite der EU sind an 20 Reformzusagen und Berichtspflichten geknüpft, etwa Korruptionsbekämpfung. Für die ab 2033 vorgesehene Rückzahlung des Geldes hat die Ukraine bis zu 35 Jahre Zeit. Die Zinskosten werden von den Mitgliedstaaten der EU übernommen.

Russlands Verluste im April um 30 Prozent geringer als in Vormonaten dieses Jahres

Update vom 25. April, 12.25 Uhr: Russland verlor im April nach britischer Einschätzung rund 30 Prozent weniger Soldaten als in den Vormonaten dieses Jahres. Das geht aus einem Bericht des britischen Verteidigungsministeriums vom Dienstag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen hervor. Im Januar bis März hatten die Verluste auf russischer Seite außergewöhnlich hoch gelegen, betonte der Bericht im Hinblick auf den drastischen Rückgang. Die Zahlen seien wohl auch deshalb gesunken, weil Russland die Ziele seiner Winteroffensive nicht erreicht hätte und sich nun auf die erwartete ukrainische Gegenoffensive konzentriere.

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine veröffentlicht das britische Verteidigungsministerium täglich Updates zum Kriegsverlauf, die sich auf Geheimdienstinformationen berufen. Damit will die britische Regierung sowohl russischen Darstellungen entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Ukraine-Krieg: Rakete trifft Kupjansk und zerstört Geschichtsmuseum

Update vom 25. April, 11.35 Uhr:  Kupjansk, ein wichtiges Eisenbahn-Drehkreuz im Nordosten der Ukraine, wurde am Dienstag offenbar von einer Rakete getroffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte am Dienstag ein Video des von dem Einschlag zerstörten Geschichtsmuseums der Stadt auf Twitter und berichtete, dass mindestens ein Museumsangestellter getötet und zehn Menschen verletzt worden seien. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren. Russland „tut alles, um uns komplett zu zerstören“, erklärte der Staatschef.

Russlands Ex-Präsident warnt vor „steigender Gefahr einer nuklearen Konfrontation“

Update vom 25. April, 11:02 Uhr: Russlands Ex-Präsident und Putin-Vertrauter Dmitri Medwedew sprach bei einer Konferenz in Moskau von einem möglichen Weltkrieg, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag berichtete. „Die Welt ist krank und steht möglicherweise am Rande eines Weltkriegs“, sagte Putins Gefolgsmann demnach. So ein Krieg ließe sich vermeiden, aber die Gefahr einer nuklearen Konfrontation steige. Das sei ernster zu nehmen als der Klimawandel, sagte der russische Politiker weiter.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs fiel Medwedew immer wieder mit provozierenden Äußerungen auf und sprach bereits in der Vergangenheit Atomdrohungen aus.

G7-Staaten erwägen offenbar fast vollständigen Exportstopp nach Russland - EU wohl dagegen

Update vom 25. April, 10.30 Uhr: In der Gruppe der führenden westlichen Industrienationen (G7) erwägen mehrere wichtige Partner der Ukraine offenbar einen fast vollständigen Exportstopp nach Russland. Das berichtete die Nachrichtenagentur dpa am vergangenen Freitag (21. April) unter Berufung auf Diplomaten. Statt wie bislang alle Exporte außer die sanktionierten zu erlauben, sollen demnach künftig alle Exporte nach Russland grundsätzlich verboten sein – mit sorgfältig ausgewählten Ausnahmen wie etwa landwirtschaftlichen Erzeugnissen oder Arzneimitteln. Ein entsprechender Vorschlag sei von den USA unterbreitet worden.

Die Europäische Union sowie Japan haben sich nun gegen diesen Vorschlag ausgesprochen, wie die Financial Times am Montag berichtete. Vertreter dieser Länder hätten in einem G7-Vorbereitungstreffen in der vergangenen Woche angedeutet, dass ein solcher Schritt nicht durchführbar sei, berichtete das US-Blatt weiter und beruft sich dabei auf drei mit den Angelegenheiten vertraute Personen. „Aus unserer Sicht ist das einfach nicht machbar“, so eine Quelle, die nicht namentlich genannt werden wollte. Der US-Vorschlag zur Verschärfung der Sanktionen gilt als Reaktion auf die zahlreichen Schlupflöcher, die Russland bei der Umgehung der bisherigen Handelsbeschränkungen findet.

Russischer Kampfpanzer T-14 „Armata“ der letzten Generation offenbar im Ukraine-Krieg im Einsatz

Update vom 25. April, 9.20 Uhr: Die russischen Streitkräfte sollen Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti zufolge begonnen haben, Kampfpanzer des Modells T-14 „Armata“ zum Schießen auf ukrainische Stellungen einzusetzen. Die russische Agentur bezog sich dabei auf Angaben einer „informierten Quelle“, die nicht namentlich genannt wurde. Die T-14-Panzer hätten sich allerdings „noch nicht an direkten Angriffsoperationen beteiligt“, so die Quelle weiter.

Einem Bericht des britischen Geheimdienstes vom Januar zufolge könnte diese Entscheidung mit einem hohen Risiko verbunden sein und vor allem der Außenwirkung dienen. „Wenn Russland den T-14 einsetzten sollte, wird das vorrangig für Propagandazwecke sein. Die Produktion liegt wahrscheinlich nur bei einer niedrigen zweistelligen Zahl und Kommandeure dürften dem Fahrzeug auf dem Schlachtfeld nicht trauen“, hieß es im täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg des Verteidigungsministeriums in London.

Russland droht mit Aus des Getreide-Abkommens wegen „Terrorattacken des Kiewer-Regimes“

Update vom 25. April, 6.55 Uhr: Mehrmals schon wurde das sogenannte Getreide-Abkommen verlängert, doch Mitte Mai könnte Schluss sein. In der Nacht zum Dienstag drohte Russland mit einem solchen Schritt und gab „Terrorattacken des Kiewer-Regimes“ als Grund an. Dieser Vorwurf bezog sich auf mutmaßliche Drohnenangriffe der Ukraine am Montag auf einen Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastpol.

Russland hatte am 24. Februar die Ukraine angegriffen und danach monatelang auch die Schwarzmeerhäfen des Nachbarlandes blockiert. Die Ukraine ist einer der größten Exporteure von Getreide weltweit, weshalb eine globale Hungerkrise durch steigende Lebensmittelpreise befürchtet wurde. Die Türkei und die Vereinten Nationen vermittelten im vergangenen Sommer ein Ende der Blockade in Form des Getreide-Abkommens. Dieses wurde zuletzt Mitte März um 60 Tage verlängert und würde in rund dreieinhalb Wochen auslaufen.

Iran verschifft offenbar Munition über das Kaspische Meer nach Russland

Der Iran versorgt Russland offenbar umfangreich mit Munition, wie aus einem Bericht des Wall Street Journal vom Montag hervorgeht. Die Lieferungen sollen mehr als 300.000 Artilleriegeschosse und Millionen Schuss Munition umfassen und über das Kaspische Meer verschickt werden, wie das Blatt unter Berufung auf nicht namentlich genannte Vertreter aus dem Nahen Osten berichtete.

Ukraine-Krieg: Brutalität auf russischer Seite nimmt zu

Erstmeldung vom 24. April, 10,53 Uhr: Kiew/Moskau – In einer angespannten und verfahrenen Phase des Ukraine-Kriegs machen aktuell weder russische noch ukrainische Truppen bemerkenswerte Fortschritte. Als Resultat nimmt die Brutalität vor allem auf russischer Seite zu. Während erneut zivile Ziele bei russischen Bombenangriffen getroffen werden und dabei Menschen ihr Leben verlieren, kündigt Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin an, künftig keine Kriegsgefangenen mehr zu nehmen, sondern alle ukrainischen Soldaten „auf dem Schlachtfeld zu vernichten“.

Hintergrund der auf Telegram geäußerten Drohung des russischen Unternehmers, der sich seit Jahren mit seiner für besondere Brutalität bekannte Söldnertruppe einen Namen macht, ist der Vorwurf, dass Kiew im Krieg gegen das Völkerrecht verstoße, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. In einem angeblich abgefangenen Funkspruch hätten ukrainische Militärs demnach die Erschießung verletzter Wagner-Söldner besprochen.

Taktische Fehleinschätzungen im Ukraine-Krieg: Die Nerven russischer Truppen liegen blank

Die Ankündigung des Wagner-Chefs könnte jedoch auch die zunehmende Frustration der Russen bestätigen, von der die ukrainische Militärführung in einem Lagebericht vom Sonntagabend berichtet hatte. Weil Wagner-Söldner und russische Soldaten sich gegenseitig vorwerfen würden, taktische Fehleinschätzungen und Verluste zu verursachen, war es am Wochenende zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Bei Schusswechseln unter den pro-russischen Kräften habe es laut Berichten der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform sogar Tote gegeben.

Seit Monaten kämpfen Wagner-Söldner aktuell vor allem im Raum Bachmut, der trotz vereinzelter russischer Erfolgsmeldungen auch nach wochenlangen verlustreichen Kämpfen nach wie vor durch ukrainische Soldaten verteidigt wird. Die hohen Verluste auf russischer Seite schreiben Beobachter immer wieder der rücksichtslosen Taktik der Wagner-Kämpfer zu. Wie dpa berichtet, schicke diese, „eigene Soldaten – oft ehemalige Strafgefangene – wie lebende Zielscheiben zur Auskundschaftung der Feindstellungen ins Schlachtfeld“. Die täglichen Verlustezahlen auf russischer Seite liegen derzeit nahezu täglich bei über 600 gefallenen Kämpfern auf russischer Seite.

Ukraine-Krieg: Russland meldet abgeschossene Drohnen, Ukraine Angriffe auf zivile Ziele

Die russische Seite meldet weiterhin vorrangig „Erfolge“ aus der Ukraine. So hieß es am Montagmorgen, dass die russische Schwarzmeerflotte in der Nacht einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Krim abgewehrt hätte. Nach der Darstellung des durch Russland installierten Gouverneurs Mikhail Razvozhayev sei eine ukrainische Drohne von den Truppen abgeschossen worden. Eine weitere sei „von selbst explodiert“, zitiert die regierungskritische Online-Zeitung The Moscow Times.

Zudem gibt es von russischer Seite weiterhin heftige Angriffe auf die umkämpften ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk. Bei Raketenangriffen auf die Region Donezk seien auch am Wochenende wieder zahlreiche zivile Ziele getroffen worden. Zwei Menschen in Donezk wurden laut Angaben des ukrainischen Gouverneurs der von Russland beanspruchten Region, Pavlo Kyrylenko, bei russischen Angriffen getötet. (saka/nak mit dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Cynthia Vernat/dpa (Archivbild)

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