- schließen
- Bettina Menzel
Nail Akkoyun
Sandra Kathe
Russische Militärflieger über der Ostsee werden von der Bundeswehr abgefangen. Putins Bluthund Kadyrow trifft sich mit dem Wagner-Chef. Der News-Ticker.
- Neuer Weltkrieg: Ex-Präsident Medwedew warnt vor „steigender Gefahr einer nuklearen Konfrontation“
- Kiew und Moskau arbeiten an Austausch von Kriegsgefangenen: Der ukrainische Geheimdienstchef Budanov sprach von einem „beispiellosen Fall“.
- Die verarbeiteten Informationen zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg stammen teils von den Kriegsparteien aus Russland oder der Ukraine. Sie lassen sich deshalb in Teilen nicht unabhängig überprüfen.
HINWEIS DER REDAKTION: Dieser Ticker ist geschlossen. Die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine entnehmen Sie bitte unseren neuen News-Ticker.
Update vom 26. April, 7.07 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich bei einer Pressekonferenz in New York City über die Auswirkungen des Getreideabkommens mit der Ukraine beklagt. Moskau habe „praktisch keine Ergebnisse“ aus der Vereinbarung erzielen können. Der Außenminister erklärte weiterhin, dass Russland das Abkommen nicht über den 18. Mai hinaus verlängern werden, bevor nicht eine Reihe von russischen Forderungen erfüllt seien.
Lawrow sagte mit Blick auf die Lage in Europa weiter, dass die EU „mit einer Rekordgeschwindigkeit militarisiert“ werde, um aggressiv gegen Russland vorgehen zu können. Für den russischen Außenminister gäbe es aktuell nur „sehr wenig Unterschied“ zwischen der EU und der Nato.
Ukraine-Krieg: Kampfjets der Bundeswehr fangen russische Flugzeuge über der Ostsee ab
Update vom 26. April, 06.02 Uhr: Kampfjets der deutschen und britischen Luftwaffe haben nach Bundeswehr-Angaben drei russische Aufklärungsflieger im internationalen Luftraum über der Ostsee abgefangen. Demnach handelte es sich um zwei Militärmaschinen vom Typ SU-27 und eine IL-20. Sie seien „erneut ohne Transpondersignal“ geflogen und von Eurofightern der beiden Nato-Verbündeten abgefangen worden, teilte die deutsche Luftwaffe am Mittwochmorgen über Twitter mit.
Update vom 26. April, 05.18 Uhr: Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow hat sich mit Wagner-Chef, Jewgeni Prigoschin, getroffen. Das gab Kadyrow Berichten zufolge auf Telegram bekannt. „Wir haben sehr wichtige Themen internationalen Charakters diskutiert. Mit Jewgeni haben wir immer etwas zu besprechen, schließlich haben wir viele ähnliche Interessen und erledigen oft gemeinsame Aufgaben, über die man nicht telefonisch sprechen kann“. Man habe auch über die Sanktionen des Westens gesprochen. Kadyrow bezeichnete diese als absurd. Weitere Details über das Gespräch wollte er aber nicht nennen.
Ukraine-Krieg vor „dem entscheidenden Kampf“: Geheimdienstchef will „Feinde vernichten“
Update vom 25. April, 22.00 Uhr: Der ukrainische Geheimdienstchef Kyrylo Budanow hat sich zum Krieg geäußert und erklärt, dass man sich „dem entscheidenden Kampf für die jüngere Geschichte der Ukraine“ nähere. Schon bald werde man „angreifen“ und „alles befreien“, sagte Budanow im Interview mit dem ukrainischen Portal RBC. „Wir werden die Feinde vernichten“, so der Geheimdienstler weiter.
Dabei betonte Budanow erneut – wie schon Selenskyj in der Vergangenheit – dass Kiew unter keinen Umständen dazu bereit sei, Territorien an Russland abzugeben. Dabei sprach Budanow auch über eine Rückeroberung der im Jahr 2014 annektierten Halbinsel Krim. „Ohne die Rückeroberung der Krim wird es kein Kriegsende geben“, sagte er.
Die Aussagen des Geheimdienstchefs decken sich mit Berichten, denen zufolge Russland sich aktuell auf die strategisch wichtige Kleinstadt Bachmut konzentriert: „Die Russen haben überall komplett auf Stellungsverteidigung umgestellt“, sagte Budanow. „Sowohl in Awdijiwka als auch in Marjinka sind die Taktiken identisch, wie in Bachmut – einfach ein Versuch, die Siedlung vom Antlitz der Erde zu tilgen, wie sie sagen“, so Budanow.
Ukraine-Krieg: Russland fokussiert sich immer mehr auf Bachmut
Update vom 25. April, 20.15 Uhr: Angaben des ukrainischen Militärs zufolge konzentriert Russland seine Kräfte weiterhin auf die inzwischen mehr oder wenig zerstörte Kleinstadt Bachmut – und soll sogar die Kräfte im restlichen Land reduzieren. „Der Feind konzentriert alle seine Kräfte auf Bakhmut und führt in der Tat nirgendwo sonst in unserem operativen Verantwortungsbereich so starke Kampfhandlungen durch“, sagte Militärsprecher Serhij Tscherewatyi im ukrainischen Fernsehen.
„Sowohl Luftlandeeinheiten der Besatzungsarmee als auch Spezialeinheiten werden zunehmend eingesetzt. Daher wissen wir, dass die Verluste des Feindes sehr hoch sind“, sagte er.
In Bachmut hätten die Russen im Laufe des vergangenen Tages „23 Mal unsere Stellungen angegriffen, 280 Mal mit verschiedenen Arten von Artillerie geschossen und vier Luftangriffe durchgeführt“. 175 russische Angreifer habe man töten, 213 weitere Soldaten verwunden können – überprüfen ließen sich diese Angaben allerdings nicht.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland




Ukraine-Krieg: Strategisch wichtige Kleinstadt Tokmak unter Raketenbeschuss
Update vom 25. April, 18.00 Uhr: Die Kleinstadt Tokmak entwickelt sich offenbar zum nächsten wichtigen strategischen Ort im Ukraine-Krieg. Der Grund: die Stadt in der Oblast Saporischschja liegt etwa 70 Kilometer nordöstlich von Melitopol und hat sich zu einem Drehkreuz für die russische Armee entwickelt. Wie ein von Russland ernannter, hochrangiger Militärbeamter berichtet, soll es in Tokmak nun zu ukrainischen Raketenangriffen gekommen sein.
„Vorläufigen Berichten zufolge wurde ein Zivilist getötet und vier weitere wurden unterschiedlich schwer verletzt“, sagte Wladimir Rogow auf Telegram. Vier der insgesamt sechs Raketen seien von der russischen Luftabwehr abgeschossen worden. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben bisher nicht.
Unterdessen schließen deutsche Militärexperten um Carlo Masala auf Sicht eine nukleare Bewaffnung der Ukraine nicht aus.
Ukraine-Krieg: Kiew berichtet von „beeindruckenden Ergebnissen“
Update vom 25. April, 16.35 Uhr: Das ukrainische Militär behauptet, dass man derzeit „beeindruckende Ergebnisse“ gegen die russische Armee nahe dem Fluss Dnepr bei Cherson erzielt, so eine Militärsprecherin. In einem Tweet wird die Sprecherin des ukrainischen Südkommandos, Natalia Humeniuk, mit den Worten zitiert:
„Es ist uns gelungen, Artilleriegeschütze, Panzer, Fahrzeuge, gepanzerte Fahrzeuge und feindliche Luftabwehrsysteme zu treffen und zu zerstören. Mit anderen Worten, unsere Arbeit an der Räumung der Frontlinie am Ostufer ist ziemlich stark.“ Bislang konnten die Behauptungen jedoch nicht bestätigt werden.
Ukraine-Krieg: Medwedew droht dem Westen mit Atomwaffen
Update vom 25. April, 15.10 Uhr: Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew hat den Westen davor gewarnt, Russlands Bereitschaft zu einem Einsatz seiner Atomwaffen im Ernstfall zu unterschätzen. Die Atommacht könne diese Waffen anwenden, wenn ihre Existenz durch einen Angriff in Gefahr sei, sagte Medwedew am Dienstag in einem Rüstungsbetrieb, der Raketen herstellt. „Die Antwort auf solche Handlungen ist die Anwendung von Atomwaffen“, sagte der Vizechef des russischen Sicherheitsrates, während er von dort zu einem Moskauer Forum für Jugendliche und Schüler zugeschaltet wurde.
„Unsere potenziellen Gegner sollten das nicht unterschätzen“, betonte Medwedew ausdrücklich mit Blick etwa auf Sichtweisen im Westen, dass Russland nur drohe, bluffe und nicht ernsthaft bereit sei, in der Konfrontation mit der Nato und dem Westen um die Ukraine Atomwaffen einzusetzen. „Westliche Analysten und die westlichen Befehlsstrukturen, die militärische und die politische Führung sollten einfach unsere Regeln und unsere Absichten bewerten.“
Ukraine-Krieg: EU stellt Kiew weitere Finanzhilfen zur Verfügung
Update vom 25. April, 13.05 Uhr: Die Europäische Union stellt der Ukraine weitere 1,5 Milliarden Euro an Finanzhilfen bereit. Das teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mit. „Wir werden der Ukraine weiterhin helfen, sich der russischen Aggression entgegenzusetzen, ihre Institutionen und Infrastruktur am Laufen zu halten und entscheidende Reformen durchzuführen“, so von der Leyen.
Bei der nun bereitgestellten Makrofinanzhilfe handelt es sich um einen EU-Hilfskredit, der es der Ukraine ermöglicht, Löhne und Renten weiterzuzahlen sowie Krankenhäuser und Schulen weiterzubetreiben. Auch in den Wiederaufbau der kritischen Infrastruktur kann das Geld fließen. Die Hilfskredite der EU sind an 20 Reformzusagen und Berichtspflichten geknüpft, etwa Korruptionsbekämpfung. Für die ab 2033 vorgesehene Rückzahlung des Geldes hat die Ukraine bis zu 35 Jahre Zeit. Die Zinskosten werden von den Mitgliedstaaten der EU übernommen.
Today we are providing another €1.5 billion to Ukraine under our annual macro-financial assistance package.
— Ursula von der Leyen (@vonderleyen) April 25, 2023
We will continue helping Ukraine resist Russia’s aggression, keep its institutions and infrastructure running, and conduct crucial reforms. pic.twitter.com/KpFfvJ51AW
Russlands Verluste im April um 30 Prozent geringer als in Vormonaten dieses Jahres
Update vom 25. April, 12.25 Uhr: Russland verlor im April nach britischer Einschätzung rund 30 Prozent weniger Soldaten als in den Vormonaten dieses Jahres. Das geht aus einem Bericht des britischen Verteidigungsministeriums vom Dienstag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen hervor. Im Januar bis März hatten die Verluste auf russischer Seite außergewöhnlich hoch gelegen, betonte der Bericht im Hinblick auf den drastischen Rückgang. Die Zahlen seien wohl auch deshalb gesunken, weil Russland die Ziele seiner Winteroffensive nicht erreicht hätte und sich nun auf die erwartete ukrainische Gegenoffensive konzentriere.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine veröffentlicht das britische Verteidigungsministerium täglich Updates zum Kriegsverlauf, die sich auf Geheimdienstinformationen berufen. Damit will die britische Regierung sowohl russischen Darstellungen entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.
Ukraine-Krieg: Rakete trifft Kupjansk und zerstört Geschichtsmuseum
Update vom 25. April, 11.35 Uhr: Kupjansk, ein wichtiges Eisenbahn-Drehkreuz im Nordosten der Ukraine, wurde am Dienstag offenbar von einer Rakete getroffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte am Dienstag ein Video des von dem Einschlag zerstörten Geschichtsmuseums der Stadt auf Twitter und berichtete, dass mindestens ein Museumsangestellter getötet und zehn Menschen verletzt worden seien. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren. Russland „tut alles, um uns komplett zu zerstören“, erklärte der Staatschef.
Kupyansk, local history museum. 🇷🇺 missile strike. So far, it is known about the dead employee of the museum and ten wounded. There are still people under the rubble.
— Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) April 25, 2023
The terrorist country is doing everything to destroy 🇺🇦 completely. We have no right to forget about it for a… pic.twitter.com/U2bt5RtxnL
Russlands Ex-Präsident warnt vor „steigender Gefahr einer nuklearen Konfrontation“
Update vom 25. April, 11:02 Uhr: Russlands Ex-Präsident und Putin-Vertrauter Dmitri Medwedew sprach bei einer Konferenz in Moskau von einem möglichen Weltkrieg, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag berichtete. „Die Welt ist krank und steht möglicherweise am Rande eines Weltkriegs“, sagte Putins Gefolgsmann demnach. So ein Krieg ließe sich vermeiden, aber die Gefahr einer nuklearen Konfrontation steige. Das sei ernster zu nehmen als der Klimawandel, sagte der russische Politiker weiter.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs fiel Medwedew immer wieder mit provozierenden Äußerungen auf und sprach bereits in der Vergangenheit Atomdrohungen aus.
G7-Staaten erwägen offenbar fast vollständigen Exportstopp nach Russland - EU wohl dagegen
Update vom 25. April, 10.30 Uhr: In der Gruppe der führenden westlichen Industrienationen (G7) erwägen mehrere wichtige Partner der Ukraine offenbar einen fast vollständigen Exportstopp nach Russland. Das berichtete die Nachrichtenagentur dpa am vergangenen Freitag (21. April) unter Berufung auf Diplomaten. Statt wie bislang alle Exporte außer die sanktionierten zu erlauben, sollen demnach künftig alle Exporte nach Russland grundsätzlich verboten sein – mit sorgfältig ausgewählten Ausnahmen wie etwa landwirtschaftlichen Erzeugnissen oder Arzneimitteln. Ein entsprechender Vorschlag sei von den USA unterbreitet worden.
Die Europäische Union sowie Japan haben sich nun gegen diesen Vorschlag ausgesprochen, wie die Financial Times am Montag berichtete. Vertreter dieser Länder hätten in einem G7-Vorbereitungstreffen in der vergangenen Woche angedeutet, dass ein solcher Schritt nicht durchführbar sei, berichtete das US-Blatt weiter und beruft sich dabei auf drei mit den Angelegenheiten vertraute Personen. „Aus unserer Sicht ist das einfach nicht machbar“, so eine Quelle, die nicht namentlich genannt werden wollte. Der US-Vorschlag zur Verschärfung der Sanktionen gilt als Reaktion auf die zahlreichen Schlupflöcher, die Russland bei der Umgehung der bisherigen Handelsbeschränkungen findet.
Russischer Kampfpanzer T-14 „Armata“ der letzten Generation offenbar im Ukraine-Krieg im Einsatz
Update vom 25. April, 9.20 Uhr: Die russischen Streitkräfte sollen Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti zufolge begonnen haben, Kampfpanzer des Modells T-14 „Armata“ zum Schießen auf ukrainische Stellungen einzusetzen. Die russische Agentur bezog sich dabei auf Angaben einer „informierten Quelle“, die nicht namentlich genannt wurde. Die T-14-Panzer hätten sich allerdings „noch nicht an direkten Angriffsoperationen beteiligt“, so die Quelle weiter.
Einem Bericht des britischen Geheimdienstes vom Januar zufolge könnte diese Entscheidung mit einem hohen Risiko verbunden sein und vor allem der Außenwirkung dienen. „Wenn Russland den T-14 einsetzten sollte, wird das vorrangig für Propagandazwecke sein. Die Produktion liegt wahrscheinlich nur bei einer niedrigen zweistelligen Zahl und Kommandeure dürften dem Fahrzeug auf dem Schlachtfeld nicht trauen“, hieß es im täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg des Verteidigungsministeriums in London.
Russland droht mit Aus des Getreide-Abkommens wegen „Terrorattacken des Kiewer-Regimes“
Update vom 25. April, 6.55 Uhr: Mehrmals schon wurde das sogenannte Getreide-Abkommen verlängert, doch Mitte Mai könnte Schluss sein. In der Nacht zum Dienstag drohte Russland mit einem solchen Schritt und gab „Terrorattacken des Kiewer-Regimes“ als Grund an. Dieser Vorwurf bezog sich auf mutmaßliche Drohnenangriffe der Ukraine am Montag auf einen Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastpol.
Russland hatte am 24. Februar die Ukraine angegriffen und danach monatelang auch die Schwarzmeerhäfen des Nachbarlandes blockiert. Die Ukraine ist einer der größten Exporteure von Getreide weltweit, weshalb eine globale Hungerkrise durch steigende Lebensmittelpreise befürchtet wurde. Die Türkei und die Vereinten Nationen vermittelten im vergangenen Sommer ein Ende der Blockade in Form des Getreide-Abkommens. Dieses wurde zuletzt Mitte März um 60 Tage verlängert und würde in rund dreieinhalb Wochen auslaufen.
Iran verschifft offenbar Munition über das Kaspische Meer nach Russland
Der Iran versorgt Russland offenbar umfangreich mit Munition, wie aus einem Bericht des Wall Street Journal vom Montag hervorgeht. Die Lieferungen sollen mehr als 300.000 Artilleriegeschosse und Millionen Schuss Munition umfassen und über das Kaspische Meer verschickt werden, wie das Blatt unter Berufung auf nicht namentlich genannte Vertreter aus dem Nahen Osten berichtete.
Ukraine-Krieg: Brutalität auf russischer Seite nimmt zu
Erstmeldung vom 24. April, 10,53 Uhr: Kiew/Moskau – In einer angespannten und verfahrenen Phase des Ukraine-Kriegs machen aktuell weder russische noch ukrainische Truppen bemerkenswerte Fortschritte. Als Resultat nimmt die Brutalität vor allem auf russischer Seite zu. Während erneut zivile Ziele bei russischen Bombenangriffen getroffen werden und dabei Menschen ihr Leben verlieren, kündigt Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin an, künftig keine Kriegsgefangenen mehr zu nehmen, sondern alle ukrainischen Soldaten „auf dem Schlachtfeld zu vernichten“.
Hintergrund der auf Telegram geäußerten Drohung des russischen Unternehmers, der sich seit Jahren mit seiner für besondere Brutalität bekannte Söldnertruppe einen Namen macht, ist der Vorwurf, dass Kiew im Krieg gegen das Völkerrecht verstoße, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. In einem angeblich abgefangenen Funkspruch hätten ukrainische Militärs demnach die Erschießung verletzter Wagner-Söldner besprochen.
Taktische Fehleinschätzungen im Ukraine-Krieg: Die Nerven russischer Truppen liegen blank
Die Ankündigung des Wagner-Chefs könnte jedoch auch die zunehmende Frustration der Russen bestätigen, von der die ukrainische Militärführung in einem Lagebericht vom Sonntagabend berichtet hatte. Weil Wagner-Söldner und russische Soldaten sich gegenseitig vorwerfen würden, taktische Fehleinschätzungen und Verluste zu verursachen, war es am Wochenende zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Bei Schusswechseln unter den pro-russischen Kräften habe es laut Berichten der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform sogar Tote gegeben.
Seit Monaten kämpfen Wagner-Söldner aktuell vor allem im Raum Bachmut, der trotz vereinzelter russischer Erfolgsmeldungen auch nach wochenlangen verlustreichen Kämpfen nach wie vor durch ukrainische Soldaten verteidigt wird. Die hohen Verluste auf russischer Seite schreiben Beobachter immer wieder der rücksichtslosen Taktik der Wagner-Kämpfer zu. Wie dpa berichtet, schicke diese, „eigene Soldaten – oft ehemalige Strafgefangene – wie lebende Zielscheiben zur Auskundschaftung der Feindstellungen ins Schlachtfeld“. Die täglichen Verlustezahlen auf russischer Seite liegen derzeit nahezu täglich bei über 600 gefallenen Kämpfern auf russischer Seite.
Ukraine-Krieg: Russland meldet abgeschossene Drohnen, Ukraine Angriffe auf zivile Ziele
Die russische Seite meldet weiterhin vorrangig „Erfolge“ aus der Ukraine. So hieß es am Montagmorgen, dass die russische Schwarzmeerflotte in der Nacht einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Krim abgewehrt hätte. Nach der Darstellung des durch Russland installierten Gouverneurs Mikhail Razvozhayev sei eine ukrainische Drohne von den Truppen abgeschossen worden. Eine weitere sei „von selbst explodiert“, zitiert die regierungskritische Online-Zeitung The Moscow Times.
Zudem gibt es von russischer Seite weiterhin heftige Angriffe auf die umkämpften ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk. Bei Raketenangriffen auf die Region Donezk seien auch am Wochenende wieder zahlreiche zivile Ziele getroffen worden. Zwei Menschen in Donezk wurden laut Angaben des ukrainischen Gouverneurs der von Russland beanspruchten Region, Pavlo Kyrylenko, bei russischen Angriffen getötet. (saka/nak mit dpa/AFP)
Rubriklistenbild: © Cynthia Vernat/dpa (Archivbild)




