Ukraine-Krieg

Wagner-Kämpfer haben Probleme bei Jobsuche: Burger King stellt keine Ex-Söldner ein

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Ex-Wagner-Söldner sind auf dem russischen Arbeitsmarkt nicht gefragt. Viele sind als Türsteher oder Bauarbeiter tätig oder fahren Taxi – ohne Lizenz.

Moskau – Die Privatarmee Wagner spielte für den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Krieg lange eine wichtige Rolle. Ex-Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hatte seine Kämpfer teils in Gefängnissen rekrutiert und den Mördern, Dieben und anderen Straftätern nach einem halben Jahr des Dienstes an der Waffe Straffreiheit versprochen. Doch nun ist „Putins Koch“ tot und die Wagner-Gruppe im Niedergang begriffen. In Russland will nun offenbar nicht einmal Burger King die früheren Kämpfer einstellen, wie das US-Magazin Newsweek am Samstag (16. September) berichtete.

Schwierige Jobsuche für Wagner-Kämpfer: Unlizenzierte Taxifahrer, Bauarbeiter oder Türsteher

Wagner-Söldner am 24. Juni 2023 während der Meuterei der Privatarmee (Archivbild).

Die Wagner-Söldner sollen Berichten zufolge deutlich mehr als durchschnittliche russische Soldaten verdient haben. Nun folgt für viele der Abstieg. Zurück im zivilen Leben fällt es Priogschins ehemaligen Kämpfern schwer, eine Anstellung zu finden. In Online-Foren sollen sich viele der Ex-Söldner beschwert haben, in Russland nur schlecht bezahlte Jobs wie Türsteher, Bauarbeiter oder Taxifahrer zu bekommen, wie Newsweek berichtete. Die Versprechen ihres bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Anführers bewahrheiten sich also offenbar nicht. Das Problem: Die früheren Verbrechen stehen trotz Begnadigung offenbar weiterhin in den Akten, was Arbeitgeber abschreckt.

Das unabhängige russische Exil-Portal Moschem Objasnit berichtet auf Telegram von verschiedenen Fällen, in denen Ex-Söldner aufgrund ihrer Vergangenheit nicht angestellt wurden. Ihr Sohn habe in einer Fabrik von Kamikaze-Drohnen in der Region Kamtschatka arbeiten wollen, erzählte etwa die Mutter eines Ex-Söldners. Doch trotz seiner offiziellen Begnadigung habe man dem ehemaligen Straftäter die Stelle verweigert. „Sie haben nicht einmal seine Bewerbung angenommen“, so die Mutter des Ex-Söldners. Die Frau eines Ex-Wagner-Kämpfers aus der Tjumen-Region berichtete, ihr Mann könne nur als Taxifahrer ohne Lizenz arbeiten. In einer Fabrik sei seine Bewerbung abgelehnt worden.

Prigoschins Kämpfer im Ukraine-Krieg: Bewerbung von Ex-Wagner-Söldner bei Burger King abgelehnt

Bewerber mit Verurteilungen wegen Diebstahls, Drogenbesitzes oder Mordes kämen nicht infrage, „auch nicht solche, die begnadigt worden sind“, erklärte eine Personalvermittlungsagentur aus dem Militärbereich der Plattform Moschem Objasnit. Eine weitere Personalagentur habe Wagner-Söldner eigenen Angaben zufolge gar auf Druck des russischen Geheimdienstes FSB abgelehnt. Ein ehemaliger Prigoschin-Kämpfer machte aus der Not eine Tugend und gründete sein eigenes Taxiunternehmen in der Region Nowosibirsk. Die Visitenkarte seiner Firma „Wagner Taxi“ zeigt dem Bericht zufolge das Totenkopfabzeichen der Söldnertruppe.

Beim Fast-Food-Riesen Burger King dürfen Wagner-Söldner nicht einmal Burger wenden. Die Agentur, die für die Einstellung eines Hilfskochs bei dem US-Burgerbrater zuständig ist, lehnt Ex-Söldner ebenfalls ab. „Wir haben immer noch Essenslieferanten, vielleicht stellen sie einen Lieferanten ein“, hieß es dazu von der Agentur zu Moschem Objasnit. Für die Söldner gibt es laut US-Denkfabrik Institute for the Study of War aber offenbar noch einen Karriere-Ausweg: Die russische Nationalgarde stellt unter bestimmten Bedingungen Ex-Wagner-Kämpfer ein:

Der US-Burgerbrater Burger King wollte sein Russland-Geschäft eigentlich so schnell wie möglich beenden, doch sein Franchise-Partner im Kreml-Reich machte dem einen Strich durch die Rechnung. Zahlreiche westliche Firmen scheffeln auch über ein Jahr nach Beginn des Ukraine-Kriegs ebenfalls noch fleißig Millionen in Russland.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Erik Romanenko/ITAR-TASS

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