Landtagswahl am 8. Oktober

Das sagen die letzten Umfragen vor der Bayern-Wahl

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Am 8. Oktober sind rund 9,4 Millionen Menschen in Bayern aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Hier finden Sie die letzten Umfragen zur Bayern-Wahl 2023. 

München - Die letzten Umfragen vor der Bayern-Wahl am 8. Oktober deuten auf einen erwartet klaren Sieg der CSU hin. Allerdings dürften die Christsozialen die absolute Mehrheit diesmal klar verpassen. Sehr viel mehr Spannung verspricht da schon der Kampf um den zweiten Platz. Letzten Umfragen zufolge dürften sich hier die Freien Wähler mit den Grünen und der AfD ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

Für die SPD scheint Platz fünf reserviert. Offen ist lediglich die Frage, ob die Sozialdemokraten doch noch ein zweistelliges Ergebnis bei der Bayern-Wahl schaffen werden. Die letzten Umfragen deuten nicht darauf hin. Während sich die FDP immerhin noch geringe Hoffnungen auf den Einzug in den Landtag machen kann, dürfte Die Linke wohl jede Hoffnung darauf längst aufgegeben haben.

Söder, Aiwanger, von Brunn, Hartmann: Die Spitzenkandidaten der Parteien werben vor der Landtagswahl in Bayern auf Plakaten für sich. (Fotomontage)

CSU in den letzten Umfragen vor der Bayern-Wahl 2023 deutlich vorne

Ein Blick auf die letzten Umfragen zeigt, dass der Wiederwahl von Ministerpräsident Markus Söder nichts im Wege steht. Im ZDF-„Politbarometer“ vom 5. Oktober liegt die CSU weiter deutlich in Führung. In der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen legt sie bei der „Sonntagsfrage“ im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt zu und landet bei 37 Prozent.

Unverändert im Vergleich zur Vorwoche sind dagegen die Werte des Koalitionspartners Freie Wähler (15 Prozent) sowie der Oppositionsparteien Grüne (16 Prozent), AfD (14 Prozent) und SPD (9 Prozent). Die FDP wäre laut Umfrage mit 3 Prozent (minus 1) nicht im Landtag vertreten. Auch andere Umfragen von Infratest dimap für die ARD, des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Bild-Zeitung sowie des Civey-Instituts im Auftrag des Spiegels ergaben zuletzt ähnliche Werte.

Auf Grundlage der letzten Umfragen vor der Bayern-Wahl wäre neben einer Neuauflage der Koalition aus CSU und Freien Wählern auch ein Bündnis aus CSU und Grünen möglich, was Söder aber kategorisch ausschließt. Die CSU allein hätte keine Mehrheit.

Hier finden Sie die Ergebnisse der letzten Umfragen zur Bayern-Wahl im Einzelnen:

Bayern-Wahl 2023: Umfrage vom 5. Oktober (ZDF-„Politbarometer“)

FraktionProzent
CSU37
Grüne16
Freie Wähler15
AfD14
SPD9
FDP3
Sonstige6

Für das repräsentative ZDF-Politbarometer wurden am 4. und 5. Oktober insgesamt 1.209 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte in Bayern von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen telefonisch und online befragt. Die maximale statistische Fehlertoleranz liegt laut dem ZDF bei plus/minus drei Prozentpunkten.

Bayern-Wahl 2023: Umfrage vom 3. Oktober (Insa)

FraktionProzent
CSU36
Freie Wähler15
Grüne15
AfD14
SPD9
FDP4
Linke2
Sonstige5

Das Institut Insa hat vom 25. September bis zum 2. Oktober 2023 insgesamt 1.000 Bürgerinnen und Bürger online befragt. Die maximale statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 3,1 Prozentpunkten.

Bayern-Wahl 2023: Umfrage vom 1. Oktober (Civey)

FraktionProzent
CSU37
Feie Wähler15
Grüne15
AfD14
SPD9
FDP4
Linke1
Sonstige5

Civey hat im Auftrag von Spiegel Online und der Augsburger Allgemeinen vom 24. September bis zum 1. Oktober rund 5.000 Wahlberechtigte online befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung der statistischen Fehlertoleranz von 2,5 Prozentpunkten.

Bayerns Ministerpräsidenten seit 1945

Bundeskanzler Konrad Adenauer (mit Zylinder, CDU), Bundesratspräsident Karl Arnold (l, CDU) und Fritz Schäffer (r, CSU) bei der feierlichen Eröffnungssitzung des Deutschen Bundestages am 07.09.1949 in Bonn.
28. Mai 1945 – 28. September 1945: Fritz Schäffer (r, CSU) mit Konrad Adenauer (mit Zylinder, CDU), Bundesratspräsident Karl Arnold (l, CDU) bei der feierlichen Eröffnungssitzung des Deutschen Bundestages am 07.09.1949 in Bonn. © dpa
28. September 1945 – 21. Dezember 1946: Wilhelm Hoegner (SPD), ernannt durch die USA.
28. September 1945 – 21. Dezember 1946 (erste Amtszeit): Wilhelm Hoegner (SPD), ernannt durch die USA. © IMAGO/Rolf Poss
21. Dezember 1946 –
 14. Dezember 1954: Hans Ehard (CSU) mit Ehefrau Sieglinde.
21. Dezember 1946 – 14. Dezember 1954: Hans Ehard (CSU) mit Ehefrau Sieglinde. © IMAGO
14. Dezember 1954 – 16. Oktober 1957 (zweite Amtszeit): Wilhelm Hoenger (SPD) trat nach Verlust der Mehrheit im Landtag zurück.
14. Dezember 1954 – 16. Oktober 1957 (zweite Amtszeit): Wilhelm Hoenger (SPD) trat nach Verlust der Mehrheit im Landtag zurück. © IMAGO
16. Oktober 1957 – 26. Januar 1960: Hanns Seidel (CSU) überreicht General Lauris Norstad den Bayerischen Lowen.
16. Oktober 1957 – 26. Januar 1960: Hanns Seidel (CSU) überreicht General Lauris Norstad den Bayerischen Lowen. © IMAGO
26. Januar 1960 – 11. Dezember 1962 (zweite Amtszeit): Hans Erhard (CSU).
26. Januar 1960 – 11. Dezember 1962 (zweite Amtszeit): Hans Erhard (CSU). © IMAGO
11. Dezember 1962 – 7. November 1978: Ministerpräsident Alfons Goppel und Parteivorsitzender Franz Josef Strauß (beide CSU).
11. Dezember 1962 – 7. November 1978: Ministerpräsident Alfons Goppel, der aus Altersgründen zurücktrat, und Parteivorsitzender Franz Josef Strauß (beide CSU). © IMAGO
7. November 1978 – 3. Oktober 1988: Franz Josef Strauß (CSU) mit Münchens ehemaligem Oberbürgermeister Erich Kiesl.
7. November 1978 – 3. Oktober 1988: Franz Josef Strauß (CSU) mit Münchens ehemaligem Oberbürgermeister Erich Kiesl. © Heinz Gebhardt/IMAGO
3. Oktober 1988 – 19. Oktober 1988: Max Streibl (CSU) führte das Amt erst kommissarisch und trat dann in seiner offiziellen Amtszeit (19. Oktober 1988 – 28. Mai 1993) wegen der „Amigo-Affäre“ zurück.
3. Oktober 1988 – 19. Oktober 1988: Max Streibl (CSU) führte das Amt erst kommissarisch und trat dann in seiner offiziellen Amtszeit (19. Oktober 1988 – 28. Mai 1993) wegen der „Amigo-Affäre“ zurück. © IMAGO
28. Mai 1993 – 9. Oktober 2007: Edmund Stoiber (CSU) trat nach einem innerparteilichen Machtkampf zurück.
28. Mai 1993 – 9. Oktober 2007: Edmund Stoiber (CSU) trat nach einem innerparteilichen Machtkampf zurück. © IMAGO/Astrid Schmidhuber
9. Oktober 2007 – 27. Oktober 2008: Günther Beckstein (CSU) schied aus dem Amt, als die CSU bei der Landtagswahl 2008 einen deutlichen Stimmenverlust hinnehmen musste.
9. Oktober 2007 – 27. Oktober 2008: Günther Beckstein (CSU) schied aus dem Amt, als die CSU bei der Landtagswahl 2008 einen deutlichen Stimmenverlust hinnehmen musste. © IMAGO
27. Oktober 2008 – 13. März 2018: Horst Seehofer (CSU) gab das Amt ab, als die Ernennung zum Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat anstand.
27. Oktober 2008 – 13. März 2018: Horst Seehofer (CSU) gab das Amt ab, als die Ernennung zum Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat anstand. © Sammy Minkoff/IMAGO
13. März 2018 – 16. März 2018: Ilse Aigner (CSU) übernahm das Amt der Ministerpräsidentin kommissarisch.
13. März 2018 – 16. März 2018: Ilse Aigner (CSU) übernahm das Amt der Ministerpräsidentin kommissarisch. © Charles Yunck/IMAGO
Seit 16. März 2018: Markus Söder (CSU) ist Ministerpräsident von Bayern und CSU Vorsitzender.
Seit 16. März 2018: Markus Söder (CSU) ist Ministerpräsident von Bayern und CSU Vorsitzender. © IMAGO

Bayern-Wahl 2023: Umfrage vom 28. September (ARD-„BayernTrend“)

FraktionProzent
CSU36
Freie Wähler16
Grüne15
AfD14
SPD9
FDP4
Sonstige6

Infratest dimap hat im Auftrag der ARD (BayernTrend) vom 25. bis 27. September 1512 Wahlberechtigte telefonisch und online befragt. Die Fehlertoleranz liegt je nach Größe des erzielten prozentualen Anteils zwischen zwei und drei Prozentpunkten.

Letzte Umfragen vor der Bayern-Wahl: Viele Wahlberechtigte sind noch unentschlossen

Laut „Politbarometer“ sind viele Wahlberechtigte jedoch noch immer unentschlossen. 28 Prozent der Befragten in Bayern wissen demnach noch nicht, wen sie wählen wollen. Zudem sind Wahlumfragen generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

Die Landtagswahl 2018 gewann die CSU mit 37,2 Prozent vor Grünen mit 17,6 Prozent und Freien Wählern mit 11,6 Prozent. Die AfD bekam 10,2 Prozent, die SPD 9,7 Prozent und die FDP 5,1 Prozent. (cs)

Rubriklistenbild: © Frank Hoermann/Sven Simon/Imago

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