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Prigoschin ist tot. Jetzt soll die Beerdigung in St. Petersburg stattgefunden haben – ohne Putin. Wird der Friedhof jetzt zur Pilgerstätte?
Update vom 29. August, 17.27 Uhr: Der russische Söldnerführer Jewgeni Prigoschin ist in seiner Heimatstadt St. Petersburg beerdigt worden. Das teilte sein eigener Pressedienst laut der Nachrichtenagentur dpa mit. Bei einer Trauerfeier im engsten Kreis ohne Öffentlichkeit sei von dem 62-Jährigen Abschied genommen worden. Interessenten, die sich nun auch von dem am Mittwoch bei einem Flugzeugabsturz getöteten Söldner-Boss verabschieden wollten, könnten dies auf dem Friedhof Porochowskoje tun, hieß es. Beobachter erwarten, dass das Grab zu einer Pilgerstätte für Tausende Anhänger Prigoschins werden könnte. Über einen Termin und den Ort der Beerdigung wurde seit Tagen in ganz Russland spekuliert.
Auf Friedhof von Putins Eltern? Beerdigung von Prigoschin in St. Petersburg geplant
Erstmeldung vom 29. August, 14.26 Uhr: St. Petersburg – Letzte Ruhestätte für den Aufständischen gefunden: Wenige Tage nach dem Tod bei einem Flugzeugabsturz ist die Frage nach der Beerdigung von Jewgeni Prigoschin offenbar geklärt. Der Anführer und Gründer der Wagner-Gruppe solle am heutigen Dienstag (29. August) in St. Petersburg auf dem Serafimowski-Friedhof beigesetzt werden, berichtete das unabhängige Nachrichtenportal Fontanka. Die berufen sich dabei auf mehrere lokale Medien, die von einem erheblichen Einsatz der Ordnungskräfte vor dem Friedhof und der Installation von Metalldetektoren berichteten. Auf dem Gelände sind auch die Eltern des russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie viele Soldaten und Beamte des Verteidigungsministeriums begraben.
Wagner-Boss Jewgeni Prigoschin starb am vergangenen Mittwoch bei einem Flugzeugabsturz über Russland zusammen mit neun weiteren Insassen, darunter auch sein Stellvertreter Dimitri Utkin. Die Moskauer Ermittlungsbehörde bestätigte den Tod der beiden Söldner-Chefs anhand von DNA-Tests. Über die Hintergründe zum Absturz gibt es nur Spekulationen. Unter anderem hegen die USA den Verdacht, dass Russlands Präsident Wladimir Putin mit seinem Sicherheitsapparat den Privatjet mit einer Bombe habe explodieren lassen – aus Rache für die Meuterei der Wagner-Gruppe gegen seine Kriegsführung in der Ukraine.
Nach Tod von Prigoschin: Putin will nicht zur Beerdigung von Prigoschin kommen
Unabhängig überprüfen lässt sich das nicht. Der Kreml weist die Anschuldigungen empört zurück. Fest steht aber: Putin wird nicht an der Beerdigung von Prigoschin teilnehmen. „Die Teilnahme des Präsidenten ist nicht vorgesehen“, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Die russische Führung habe auch keine konkreten Informationen zur Beerdigung, die Angehörigen würden über den Termin entscheiden, sagte Peskow.
Beerdigung in St. Petersburg: Wagner-Boss soll in St. Petersburg beigesetzt werden
Seit Tagen gibt es ein großes Rätselraten um die Beerdigung von Prigoschin und den offiziellen Umgang des Kreml mit dem Söldner-Boss. Wie der Spiegel unlängst berichtete, war bis zuletzt nicht klar, ob Prigoschin als „Held“ oder „Verräter“ beigesetzt werden sollte. Nachdem Prigoschin lange Zeit einer der engsten Vertrauten von Putin war und an dessen Seite zu einem mächtigen Chef einer Privatarmee aufgestiegen war, kam es im Zuge des Ukraine-Krieges zum Zerwürfnis zwischen den beiden. Nach dem auf den letzten Kilometern abgebrochenen Marsch auf Moskau, nannte Putin ihn öffentlich einen „Verräter“, der durchaus Verdienste für sein Vaterland erworben habe, zum Schluss aber „erhebliche Fehler gemacht habe“.
Wagner-Gruppe marschiert in Richtung Moskau: Bilder zum Putschversuch in Russland




Ein offizielles Staatsbegräbnis für Prigoschin wird Putin aber sicherlich nicht wollen. Einen Märtyrer-Mythos will er sicherlich an dieser Stelle nicht schaffen wollen. Auf der anderen Seite hat die Wagner-Gruppe in Russland aber auch weiterhin viele Unterstützer, sodass ein geheimes Begräbnis auch ein gefährliches Signal wäre.
Nach der orthodoxen Tradition werden russische Staatsbürger normalerweise jedenfalls am dritten Tag nach ihrem Tod beerdigt. Davor können sich Freunde und Verwandte am offenen Sarg von der Person verabschieden. Da Prigoschins Leiche jedoch einem Wagner-Kämpfer zufolge bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sei, scheint dieses Szenario in seinem Falle aber ebenfalls unwahrscheinlich. (jkf)
