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Wahlkampf-Endspurt in Berlin: Baerbock und Merz im Fernduell

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Die Parteien veranstalten am Freitag ihre Wahlkampf-Abschlüsse vor der Berlin-Wahl. Dabei kommt es zum Fernduell zwischen Annalena Baerbock und Friedrich Merz.

  • Annalena Baerbock und Robert Habeck werden am Freitag für die Grünen trommeln – Friedrich Merz macht noch einmal Wahlkampf für Kai Wegner und die CDU.
  • Für das Finale des Wahlkampfs vor der Berlin-Wahl erhalten fast alle Parteien noch einmal Unterstützung aus der Bundespolitik.
  • Dieser News-Ticker zum Wahlkampf-Abschluss der Parteien in Berlin wird laufend aktualisiert.

Berlin – Zwei Tage vor der Wiederholungswahl in Berlin beenden die Spitzenkandidaten um das Amt des Regierenden Bürgermeisters ihren Wahlkampf. Dafür bekommen Kai Wagner (CDU), Bettina Jarasch (Grüne) und Co. noch einmal Unterstützung aus der Bundespolitik. Gleich mehrere politische Schwergewichter nehmen am Freitag an den Wahlkampf-Abschlussveranstaltungen in der Hauptstadt teil.

Berlin-Wahl: Baerbock und Habeck machen Wahlkampf für Jarasch

Jarasch, die aktuell das Amt der Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher und Klimaschutz innehält, bekommt Unterstützung von gleich zwei Mitgliedern des Bundeskabinetts. Die frühere Parteidoppelspitze Annalena Baerbock und Robert Habeck präsentiert sich gemeinsam mit der Grünen-Spitzenkandidatin im „Kino International“. Die Außenministerin und der Wirtschaftsminister werden noch einmal mögliche Wähler für die Grünen mobilisieren.

Berlin-Wahl: Das Spitzenpersonal der Parteien im Überblick

Franziska Giffey kandidiert.
Als derzeit regierende Bürgermeisterin von Berlin hängt SPD-Politikerin Franziska Giffey natürlich an ihrem Amt. Eigentlich war die Frankfurterin (Oder) bereits in der Bundespolitik angekommen, kehrte jedoch in die Lokalpolitik zurück, nachdem sie als Bundesfamilienministerin über eine Plagiatsaffäre stolperte. Unumstritten ist sie in Berlin nicht. So sieht sie die Enteignung von Immobilienunternehmen skeptisch, obwohl ein Volksentscheid mehrheitlich dafür gestimmt hatte. „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“ soll die Wohnraumsituation in der Hauptstadt verbessern. Beim Wahlkampf-Thema „Silvester-Krawalle“ setzt Giffey auf „schnelle und konsequente Strafverfolgung“. Die habe im Moment Vorrang vor dem Dialog mit der Jugend.  © Kay Nietfeld/dpa
Kai Wegner, CDU-Spitzenkandidat, Berlin-Wahl
Apropos „Silvester-Krawalle“. Die CDU, die in Sachen Regieren in Berlin aktuell zuschaut, hat sich ja mit einer in Rechtsaußen-kreisen sicherlich populären Forderung hervorgetan. Man will die Vornamen der verhafteten mit deutschem Pass wissen. Der Kandidat für die Berlin-Wahl heißt übrigens Kai. Kai Wegner. Wegner rechtfertigte in der Presse denn auch sein Interesse an den Vornamen deutscher Staatsbürger:innen: „Ich halte es für ganz wichtig, den Täterkreis genau zu kennen.“  © Carsten Koall/dpa
Bettina Jarasch, grüne
Grüne Bürgermeisterin von Berlin ist Bettina Jarasch. Sie würde sicherlich gerne mit Koalitionspartnerin Franziska Giffey die Posten tauschen, was nicht ganz unwahrscheinlich ist. In der aktuellsten Umfrage ist die SPD mit einem Prozentpunkt nur knapp vor den Grünen mit 20 Prozent. Jarasch hatte im Sommer insbesondere in der konservativen Presse für Furore gesorgt, als sie für Berlin „mehr Bullerbü“ versprach. Von „Welt“ bis „Tichys Einblick“ waren sie komplett aus dem Häuschen. Dabei geht es Jarasch um mehr Grün, mehr Fahrräder und - weniger Autos. Mutig!  © Christophe Gateau/dpa
Sebastian Czaja, FDP
Geht es um Autos, geht es natürlich immer um die FDP. Deren Spitzenkandidat Sebastian Czaja möchte seine Partei aus dem Tief holen, schließlich sind die Liberalen in den vergangenen Landtagswahlen regelmäßig abgestürzt. Könnte schwierig werden, denn auch in Berlin liegt die FDP bei 6 Prozent mit einem Minus von 1,1. Entsprechend dürfte Jarasch gelassen mit der Aussage umgehen, dass Czaja eine Koalition mit den Grünen ausschließt. Über „Integrationspolitik“ möchte er übrigens „ohne Tabus“ sprechen. Nur konsequent, dass ihn Ahmad Mansour unterstützt.  © Britta Pedersen/dpa
Krisitn Brinker, afd
Kristin Brinker ist AfD-Mitglied der „ersten Stunde“ - nämlich seit Frühjahr 2013. Folgt man Wikipedia, galt sie einst als Vertreterin des sogenannten „liberalen“ Flügels, doch scheint sie selbst dieses Deckmäntelchen längst abgelegt zu haben. Immerhin soll sie auf dem Parteitag der AfD Berlin auch vom rechtsextremen, angeblich aufgelösten „Flügel“ unterstützt worden sein. Die Kampfkandidatur gewann sie übrigens gegen Beatrix von Storch. Politische Forderungen der Partei finden sie auf Telegram.  © Carsten Koall/dpa
Klaus Lederer, die Linke
In Berlin ist die Linke - folgt man der letzte Umfrage - mit 12 Prozent noch nicht in der Bedeutungslosigkeit versunken. Gegenüber 2021 ist das ein Minus um die 2, womit Spitzenkandidat Klaus Lederer als viertstärkste Kraft ins Rote Rathaus einziehen könnte. Als Reaktion auf die Krawalle an Silvester spricht sich der „Weltbürger“ für ein Böllerverkaufsverbot aus, Schwerpunktthemen im Wahlkampf sind „Armutsbekämpfung und Chancengleichheit“. Damit dürfte es auch für Lederer schwer sein, bei der FDP als möglicher Koalitionspartner zu punkten.  © Joerg Carstensen/dpa
Jürgen Todenhöfer, Kandidat vom Team Todenhöfer
Das Team Todenhöfer war bei der Wahl des Spitzenkandidaten nicht sonderlich kreativ: Es ist Jürgen Todenhöfer. Sie erinnern sich vielleicht. Das ist der Mann, der Syriens Diktator Assad besuchte, gerne mal Erdoğan verteidigt und das russische Wahlsystem gar nicht so schlecht findet. Eigentlich ist er Jurist und ehemaliger CDU-Abgeordneter, vielen ist Todenhöfer jedoch eher von seiner Zusammenarbeit mit Xavier Naidoo oder dem Engagement gegen staatliche Corona-Maßnahmen bekannt. Aktuell fordert er für Deutschland und Berlin einen „völlig anderen Politikertyp“. © Oliver Weiken/dpa
Das Rote Rathaus in Berlin
218957308.jpg © Christophe Gateau/dpa

Denn für Jarasch könnte am Ende jede Stimme zählen. Auch wenn die Berliner Grünen in den Umfragen zuletzt wieder auf den dritten Rang gerutscht waren, lag man lange Zeit gleich auf mit der SPD. Sollte die Öko-Partei vor den Sozialdemokraten landen, hätte Jarasch gute Chancen darauf, das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in einer grün-rot-roten Koalition zu erhalten.

Merz und Baerbock im Fernduell: CDU-Chef trommelt noch einmal für Wegner

Ebenfalls ins Rote Rathaus einziehen will Kai Wegner. Der CDU-Spitzenkandidat bekommt für sein Vorhaben am Freitag noch einmal Unterstützung von Parteichef Friedrich Merz. Die beiden CDU-Politiker werden im Konrad-Adenauer-Haus sprechen.

Der CDU-Spitzenkandidat in Berlin, Kai Wegner, gemeinsam mit Parteichef Friedrich Merz.

Einen weiteren Bundesminister kann auch die FDP aufbieten. Finanzminister Christian Lindner wird den Wahlkampf für die Liberalen abschließen, die in Berlin noch um den Einzug ins Abgeordnetenhaus zittern müssen. Die AfD wiederum erhält Unterstützung von Parteichef Tino Chrupalla. Die Linken beenden ihren Wahlkampf ohne Unterstützung aus der Bundespolitik.

Vor Berlin-Wahl am Sonntag: Amtsinhaberin Giffey verzichtet auf Wahlkampf-Finale

Amtsinhaberin Franziska Giffey (SPD) verzichtet auf eine solche entsprechende Veranstaltung. Ein gemeinsamer Auftritt mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zur Unterstützung im Wahlkampf sei demnach nicht geplant. Generell ist der Begriff Wahlkampf-Finale auch etwas irreführend. Ein Großteil der Politikerinnen und Politiker werden auch noch am Samstag in der Spree-Metropole um Stimmen werben, ehe dann am Sonntagmorgen die Wahllokale aufsperren. (fd mit dpa)

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

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