Bundestagswahl 2021 in Berlin: Parteien starten in Wiederholungswahlkampf
VonBona Hyun
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Am 11. Februar 2024 müssen viele Menschen in Berlin noch einmal an die Wahlurne. Die Parteien beginnen mit dem Wiederholungswahlkampf.
Berlin – Knapp sechs Wochen vor der Wiederholung der Bundestagswahl 2021 in Teilen Berlins starten die Parteien offiziell in den Wahlkampf. Seit Dienstag (2. Januar 2024) dürfen in den betroffenen Stadtteilen wieder Plakate für die Kandidaten werben. Ebenso werden ab Dienstag Wahlbenachrichtigungen verschickt.
Schon wieder Bundestagswahlkampf: Berliner Parteien starten
Am 08. Januar sollen die Briefwahlunterlagen verschickt werden. Das bestätigte Landeswahlleiter Stephan Bröchler gegenüber rbb24. Auch der Termin steht bereits: Die Wahlwiederholung in 455 von 2.256 Berliner Wahlbezirken ist für den 11. Februar geplant. Wählen dürfen rund 550.000 Menschen in Berlin.
Grund für die Wahlwiederholung sind zahlreiche Pannen in Berlin am Wahltag 26. September 2021, als zeitgleich auch das Landesparlament gewählt wurde. Stimmzettel waren falsch oder fehlten ganz. Die Wahl wurde teils um mehr als 100 Minuten unterbrochen. Teils bildeten sich so lange Schlangen, dass einige Menschen erst nach 18.00 Uhr abstimmen konnten, als im Fernsehen schon Prognosen liefen. Deswegen war im Februar 2023 schon die Abgeordnetenhauswahl komplett wiederholt worden.
Berlin wählt schon wieder – Bundesverfassungsgericht ordnet Wiederholung an
Das Bundesverfassungsgericht hatte am 19. Dezember 2023 bestätigt, dass die Fehler auch bei der Bundestagswahl „mandatsrelevant“ waren, dass also möglicherweise unter regulären Bedingungen andere Personen gewählt worden wären. In ihrem Urteil legten die Karlsruher Richter den Umfang der Wiederholung auf etwa ein Fünftel der Wahlbezirke fest.
Berlin-Wahl: Das Spitzenpersonal der Parteien im Überblick
Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gab sich optimistisch, was den Verlauf der teilweisen Wahlwiederholung angeht. Er habe „volles Vertrauen“ in Landeswahlleiter Bröchler, „dass die Wahlen reibungslos ablaufen werden“, erklärte er nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Der Senat habe „mit ihm gemeinsam alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen, damit Wahlen in Berlin wieder funktionieren“.
An der Stimmverteilung im Bundestag dürfte sich insgesamt wenig ändern, allerdings könnten sich überraschende Effekte ergeben. Das Parlament hat derzeit 736 Mandate, davon 29 aus ganz Berlin. Laut Simulationsrechnungen könnten in Berlin zwei bis drei Mandate zwischen den Parteien neu verteilt werden.
Doch wird nach der Teilwiederholung das Ergebnis der Bundestagswahl 2021 insgesamt neu festgestellt. „Es kann daher zu länderübergreifenden Verschiebungen bei der Sitzverteilung kommen“, heißt es in Informationen der Bundeswahlleiterin Ruth Brand. Somit könnten auch in anderen Bundesländern neue Mandatsgewinne und -verluste entstehen. (bohy/dpa)