Alter weißer Mann

Bewegung „Frauen gegen Merz“ will CDU-Kanzler zu stoppen – bereits 20.000 Befürwortende

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Friedrich Merz hält konservative Standpunkte zu Geschlecht und Familie. Vor der Bundestagswahl leisten Frauen Widerstand gegen den CDU-Kandidaten.

Berlin – Nach 16 Jahren Angela Merkel vergessen Menschen in Deutschland manchmal, dass die Politik auch hier von Männern dominiert wird. Konkret: älteren, weißen Männern mit Geld. Diesem Profil entsprechen bei der Bundestagswahl 2025 sowohl die Kanzlerkandidaten von Grünen und SPD, als auch Unionskandidat Friedrich Merz.

Merz gilt als Antifeminist. Über die Jahre seiner Karriere in Politik und Wirtschaft ist er immer wieder mit sexistischen oder andersweitig diskriminierenden Aussagen aufgefallen. Vor diesem Hintergrund rufen linke Aktivist:innen unter dem Hashtag „Frauen gegen Merz“ zu einem Boykott des Blackrock-Lobbyisten auf.

Aktion „Frauen gegen Merz“ will CDU-Sieg bei Bundestagswahl 2025 verhindern

Auf der Homepage der Gruppe Re: Net heißt es: „Der CDU Kanzlerkandidat Joachim-Friedrich Martin Josef Merz ist nicht nur für Frauen absolut unwählbar. Mit seinen Äußerungen zu Frauen im Allgemeinen, aber auch mit seinen Auslassungen, Migrantinnen und Migranten betreffend, erfüllt der Kandidat in keiner Weise die notwendigen Voraussetzungen, ein derartiges Amt zu bekleiden.“

Friedrich Merz (CDU) gilt als Gegner des progressiven Feminismus.

Die Aktion „Frauen gegen Merz“ listet 13 Fakten und Zitate zu Friedrich Merz auf, die seine antifeministische und diskriminierende Weltanschauung belegen soll. In der Sammlung über Merz´ Haltung als Politiker befindet sich unter anderem seine Ablehnung des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetztes 2006, das Diskriminierung im Berufsleben verhindern soll, oder seine Ablehnung der Liberalisierung im Abtreibungsrecht.

SPD weist Verantwortung für Anti-Merz-Kampagne vor Bundestagswahl zurück

Sollte Merz Kanzler werden, hat die Union bereits Reformen in Richtung Frauen- und Diversitätsrechte angekündigt. Das Selbstbestimmungsgesetz der Ampel-Koalition zum Geschlechtereintrag würde laut afp abgeschafft, Sprachtests im Vorschulalter Pflicht. „Perspektivisch“ will die Union „ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr“ für junge Menschen. Der Abtreibungsparagraf 218 soll unverändert bleiben.

Die Sozialdemokraten drängen auf ein Fairnessabkommen aller im Bundestag vertretenen Parteien außer der AfD, um Hass, Hetze und Falschinformationen im Wahlkampf zu unterbinden. „Es ist wichtig, dass von allen Seiten keine Fake News, keine Lügenmärchen erzählt werden“, sagte Parteichefin Saskia Esken der dpa. SPD-Generalsekretär Matthias Miersch hatte ein solches Abkommen bereits im November ins Gespräch gebracht.

„Anlass ist jetzt tatsächlich gewesen, dass die CDU uns unterstellt hat, wir planten eine Schmutzkampagne von Frauen gegen Friedrich Merz“, sagte Esken. „Das hat sich als Fake News herausgestellt, es wurde aber von der CDU fröhlich verbreitet. Also insofern, wir müssen da schon ein bisschen aufpassen, dass wir eben keinen Mist erzählen.“(lm)

Rubriklistenbild: © afp/Lux/imago/Montage

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