Spekulationen um Präsidentengesundheit

Bilder von Trumps Händen befeuern Debatte um Gesundheit des Präsidenten

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Blutergüsse oder nur harmlose Hautreizungen? Trumps Hand befeuert Spekulationen. Die Opposition beklagt intransparenten Umgang.

Washington, D.C. – Ein auffälliger Make-up-Fleck auf der rechten Hand von Präsident Donald Trump sorgt in den USA erneut für wilde Spekulationen über den Gesundheitszustand des 79-Jährigen. Fotos vom Freitag zeigen Trump mit deutlich geschminkter Hand bei einem Besuch des Museums „The People’s House“ in der Nähe des Weißen Hauses. Beobachter vermuten, dass damit Blutergüsse überdeckt werden sollten.

Trumps Hände befeuern weiter Debatte um Gesundheit des Präsidenten

Nach Berichten des Daily Beasts trat Trump bereits mehrfach mit geschminkter Hand auf, zuletzt bei einem öffentlichen Auftritt in Washington am Freitag (22. August). Auch die britische Telegraph dokumentierte, dass er bereits bei einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Anfang des Jahres mit sichtbaren Handblutergüssen erschien, die nun offenbar abgedeckt werden.

Die Diskussion wurde zusätzlich befeuert, weil Trump während seiner Rede im Oval Office seine rechte Hand unter der linken verschränkte und nur kurz sichtbar machte. „Es wirkte, als wolle er die Schminke verbergen“, schrieb The Independent.

Donald Trumps berüchtigte Handschlag-Strategie

Handschlag auf Augenhöhe – und es wird ordentlich gequetscht: US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.
US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.  © SAUL LOEB / AFP
Donald Trumps Handschlag
Berühmt, berüchtigt und bekannt: Donald Trumps Handschlag ist eines der Markenzeichen des US-Präsidenten und vereint Machtspiel und Macho-Pose. Zu spüren bekamen das schon zahlreiche Politikerinnen und Politiker auf der ganzen Welt – hier Russlands Präsident Wladimir Putin im Juli 2017 in Hamburg. © imago
Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen.
Donald Trump war noch frisch im Amt und genoss die mediale Aufmerksamkeit, die ihm durch seinen überraschenden Sieg bei der US-Wahl zukam. Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen. © imago
Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan
Mehrere Biografen Donald Trumps beschreiben, dass ihm sein Handschlag schon immer wichtig gewesen sei. Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan, soll der Meinung sein, dass ein Handschlag darüber entscheidet, wer im anschließenden Gespräch Dominanz ausstrahlt und wer nicht. © IMAGO
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard, beschäftigen die politische Medienlandschaft seit seinem Eintritt in die politische Arena. Die Washington Post beschrieb den Präsidenten als jemand, der „unbeholfene, intensive und manchmal geradezu seltsame Händedrücke“ gebe. © imago
James Comey. Der ehemalige Direktor des FBI
imago418416130.jpg © imago
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps. Bei ihrem Treffen im Oval Office im Weißen Haus packte der US-Präsident zu - und ließ nicht mehr los. Ganze 19 Sekunden soll der Handschlag zwischen Trump und Abe gedauert haben. Japans Premierminister war von Trumps Händedruck sichtlich überrascht und reagierte mit nervösem Lächeln und ungläubigem Augenrollen. © imago
Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch
Wie schon bei Comey versuchte Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch, den Trump während seiner ersten Amtszeit zum Obersten Richter am Supreme Court ernannte. Beim Handedrücken zog Trump den Arm Gosuchs zu sich und brachte den obersten Richter sichtbar aus dem Gleichgewicht. © imago
Donald Trump und Emmanuel Macron
Den Höhepunkt des Händeschüttelns erlebte die Welt mit Donald Trump und Emmanuel Macron. Mehrfach während ihres Treffen schüttelten der amerikanische und der französische Präsident die Hände - fast immer in absonderlicher Art.  © IMAGO/Ron Sachs
Aufeinandertreffen mit Macron
Bei den Aufeinandertreffen mit Macron, wie hier beim G7-Gipfel in Kanada, wurde besonders deutlich, dass der Handschlag für Donald Trump vor allem ein Machtspiel ist. Frankreichs Präsident aber schien darauf vorbereitet und reagierte ebenfalls mit Angriff statt Verteidigung. Auf den Bildern war zu sehen, wie er Trumps Hand mit aller Kraft drückte, bis sogar seine Knöchel weiß wurden. Trump versuchte erfolglos, Macrons Arm zu verdrehen. © Evan Vucci/afp
Emmanuel Macron und Donald Trump
Emmanuel Macron beschrieb seine Reaktion auf Donald Trumps Handschlag-Taktik im Nachgang. „Mein Händedruck mit ihm war nicht unschuldig“, so Frankreichs Präsident. Man müsse Trump „zeigen, dass wir keine kleinen Zugeständnisse machen werden, auch nicht symbolische.“ Das galt für Macron offensichtlich selbst bei dem Austausch von Begrüßungsfloskeln. © Michael Kappeler/dpa
Emmanuel Macron und Donald Trump
Über die Jahre entwickelten die Alpha-Männer Emmanuel Macron und Donald Trump dann doch noch einen zivilisierten Händedruck. Den präsentierten sie der Weltöffentlichkeit in Rom, als beide Staatschefs zur Beerdigung von Papst Franziskus zu Gast waren. „Er ist ein toller Kerl - klug, stark und hält gerne meine Hand“, beschrieb Trump Macron, der „ein sehr guter Mensch“ und ein „sehr harter Kerl“. © imago
G7-Gipfel in Kanada
Ähnlich wie bei Emmanuel Macron wurde auch der Handschlag zwischen Donald Trump Marc Trudeau zum Politikum. Kanadas Premierminister wollte wie schon Frankreichs Präsident nicht klein beigeben. Es entwickelte sich ein kurzes Handgemenge, dass Trudeau aber mit einem Lächeln quittierte. © Evan Vucci/dpa
UFC-Kommentator Joe Rogan
UFC-Kommentator Joe Rogan beschrieb in seinem Podcast „The Joe Rogan Experience“, wie er sich auf das Händeschütteln mit Donald Trump vorbereitet hätte. Der Kampfsport-Experte sagte, er habe damit gerechnet, dass ihn der US-Präsident durch einen Ruck aus dem Gleichgewicht habe bringen wollen. „Ich habe mich breiter gestellt, um eine feste Basis zu haben“, so Rogan. Der US-Präsident sei deshalb trotz mehrfacher Versuche mit seinem Trick an ihm gescheitert. © imago
Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation
Doch Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation für seinen Gegenüber maximal unangenehm zu gestalten. Eine davon präsentierte er 2018 in Brüssel beim Handschlag mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Als die beiden beim Nato-Gipfel aufeinandertrafen, packte Trump zu und lehnte sich mit seinem Oberkörper nach vorne. Stoltenberg reagierte mit diesem Eindringen in seinen persönlichen Raum mit dezentem Rückzug. © imago
Bundeskanzlerin Angela Merkel r CDU trifft US Praesident Donald Trump im Rahmen des G20 Gipfels
Beim Handschlag mit Altkanzlerin Angela Merkel hielt sich Donald Trump vornehm zurück. Die Bundeskanzlerin bekam beim G20-Gipfel einen eher unterkühlten Händedruck vom US-Präsidenten. © Inga Kjer/dpa
UN Generalversammlung in New York
Ganz gesittet gestaltete sich 2017 in Donald Trumps Heimatstadt New York das Händeschütteln. Bei der UN-Generalversammlung traf Trump auf António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. © Shealah Craighead/dpa
Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt
Nancy Pelosi beschloss, bei ihrem Handschlag mit Donald Trump den Spieß umzudrehen. Die damalige Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt. Pelosi streckte ihm im Anschluss die Hand mit soviel Ablehnung entgegen, wie ein Blick und eine Geste nur ausstrahlen können. © imago
Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office
Wer die Gunst Donald Trumps genießt, der bekommt beizeiten einen ganz speziellen Händedruck vom US-Präsidenten. Trump legt dann liebevoll seine linke Hand auf die rechte seines Gegenübers und tätschelt diese. In den Genuss dieser Geste kam Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office. © imago
Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus.
Den doppelten Händedruck für besonders gute Freunde bekam auch Indiens Premierminister Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus. © imago
Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago
Zu den guten Freunden Donald Trumps gehörte auch Brasiliens ehemaliger Präsident, Jair Bolsonaro. Der hatte sich im Wahlkampf mit seinem Rechtspopulismus und Skandalen den Spitznamen „Tropen-Trump“ erarbeitet. Der US-Präsident quittierte das im März 2020 bei einem Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago mit dem doppelten Händedruck. © imago
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani. Bei einem Treffen mit Trump im Jahr 2016 schien der ehemalige Bürgermeister New Yorks auch auf den besonderen Handschlag mit dem damaligen Kandidaten der Republikaner für das Präsidentenamt zu hoffen. Trump gönnte seinem Ex-Anwalt diese Ehre aber offenbar nicht. © imago
Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump
Sein Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump ein Augenzwinkern oben drauf. © imago
US-Präsident Trump im Nahen Osten - Katar
Bei seinem Staatsbesuch in Katar bemühte Donald Trump sich offensichtlich um Zurückhaltung. Das galt auch für seinen Händedruck, den hier der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, während eines Staatsdinners im Lusail-Palast entgegen nahm. © Alex Brandon/dpa
Keir Starmer und Donald Trump
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer reiste vor kurzem zum Antrittsbesuch nach Washington DC. Im Weißen Haus traf er auf Donald Trump. Der Handschlag blieb folgenlos und unspektakulär. © Carl Court/dpa
Cyril Ramaphosa und Donald Trump
Auf den absonderlichen Handschlag zwischen Cyril Ramaphosa und Donald Trump im Weißen Haus folgte der Eklat im Oval Office. Trump beschuldigte den südafrikanischen Präsidenten, in seinem Land einen Völkermord an weißen Landbesitzern geschehen zu lassen. Um seine Behauptungen zu untermauern, konfrontierte der US-Präsidenten seinen Amtskollegen sogar mit gefälschten Videomaterial. © imago

Weißes Haus spricht von harmlosen Ursachen von Trumps Hautirritationen

Das Weiße Haus versuchte, die Debatte zu entschärfen. Pressesprecherin Karoline Leavitt erklärte gemäß Daily Beast erneut, die Hautirritationen seien auf „häufiges Händeschütteln und die Einnahme von Aspirin“ zurückzuführen. Schon im Juni hatte sie erklärt, bei Trump sei eine „chronische Veneninsuffizienz“ festgestellt worden – eine bei älteren Menschen häufige, aber in der Regel ungefährliche Erkrankung, bei der Blut in den Beinen nicht optimal zum Herzen zurückfließt.

Der Präsident habe keine Beschwerden, hieß es damals, gemäß Mediaite, und auch die Doppler-Untersuchung habe keinen Hinweis auf Thrombosen ergeben. Doch die wiederkehrenden Bilder von geschwollenen Knöcheln und nun der Schminkeinsatz an der Hand lassen Zweifel an der offiziellen Version nicht abreißen.

Kosmetisch abgedeckt: Präsident Donald Trump bei einer Zeremonie im Weißen Haus am 16. Juli 2025 in Washington. Die auffällig geschminkte Hand des 79-Jährigen befeuert Spekulationen über seinen Gesundheitszustand.

Make-up-Fleck an Trumps Hand: Spekulationen über Herzleiden und Infusionen

In sozialen Medien vermuteten Nutzer derweil, die blauen Flecken könnten auf eine ernsthafte Herzkrankheit hindeuten, andere sprachen von wiederholten Infusionen, die der Präsident erhalte. Der Daily Express U.S. berichtete zudem, dass Gesundheitsexperten auch über mentale Einbußen Trumps diskutieren – von Vergesslichkeit bis zu auffälligen Versprechern in Interviews.

Eine im Mai veröffentlichte Umfrage von The Economist/YouGov zeigte, dass 45 Prozent der Befragten glauben, Trump sei nicht transparent mit seiner Gesundheit umgegangen. Zwar hatte sein Leibarzt Sean Barbabella im April nach der jährlichen Untersuchung „hervorragende kognitive und körperliche Gesundheit“ bescheinigt, doch werden Fragen nach einem möglichen Behandlungsplan bislang nicht beantwortet.

Gesundheit der US-Präsidenten: Trumps Verschwiegenheit nicht einzigartig

Historisch gesehen ist die Offenheit über den Gesundheitszustand von US-Präsidenten schwankend. Franklin D. Roosevelt, skizzierte beispielsweise die Süddeutsche Zeitung vor wenigen Jahren, verbarg etwa seine weitreichenden Einschränkungen, vermutlich durch Kinderlähmung ausgelöst, vor der Öffentlichkeit, indem er nur selten in einem Rollstuhl fotografiert wurde. Auch John F. Kennedy kommunizierte nicht, dass er stark unter dem Addison-Syndrom und chronischen Rückenschmerzen litt. Ronald Reagan wiederum verschwieg zunächst mehrere kleinere Operationen und nur ein Teil seiner Ärzteberichte wurde publik.

Erst in den 1990er-Jahren setzte sich mit George H. W. Bush und insbesondere Bill Clinton eine Praxis durch, nach den jährlichen Routineuntersuchungen formalisierte Gesundheitsberichte herauszugeben. George W. Bush und Barack Obama ließen regelmäßig solche Reports veröffentlichen, meist allerdings in sehr kontrollierter Form.

Auch Donald Trumps Vorgänger Joe Biden ließ regelmäßig umfangreiche Gesundheitsberichte veröffentlichen, in denen kleinere altersbedingte Beschwerden wie ein steifer Gang, Wirbelsäulenarthritis, gastroösophageale Refluxkrankheit und Schlafapnoe detailliert genannt wurden. Sein langjähriger Arzt bestätigte in den Berichten stets, dass Biden gesund, aktiv und in der Lage sei, sein Amt auszuüben. Allerdings gab es auch bei Biden Spekulationen, vor allem wegen seines hohen Alters und gelegentlicher Aussetzer.

Transparenz um Donald Trumps Gesundheitszustand bleibt aus – Debatte hält an

Derweil bleiben auch Forderungen, Trumps Arzt direkt befragen zu können, momentan unerfüllt. Leavitt sagte zwar vergangene Woche laut Daily Beast, dies sei „etwas, das man sich ansehen“ könne, fügte jedoch hinzu, es gebe „nichts zu verbergen“. Konkrete Auskünfte zu möglichen Therapien oder Alltagsanpassungen fehlen jedoch weiter.

Damit bleibt die Diskussion um die Gesundheit des Präsidenten lebendig – befeuert von jedem neuen Foto, das entweder seine geschwollenen Knöchel oder den auffälligen Make-up-Fleck auf seiner Hand zeigt. (chnnn)

Rubriklistenbild: © Beide Fotos: Zuma Press Wire

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