VonJana Stäbenerschließen
Die Union wird offiziell zur „neuen Hartz-IV-Partei“, indem sie im Bundesrat gegen das Gesetz zum neuen Bürgergeld stimmt. „Wo ist da die Nächstenliebe?“
In der aktuellen Sondersitzung des Bundesrats stoppte die Union (CDU/CSU) den Gesetzesentwurf der Ampel-Koalition zum Bürgergeld vorerst. Der Entwurf erhielt nicht die erforderliche Mehrheit, weshalb die zum 1. Januar geplante Sozialreform nicht in Kraft treten kann, berichtete die Deutsche Presse Agentur (dpa). Auf Twitter lassen die Reaktionen zu dieser Aktion der CDU und CSU nicht lange auf sich warten. Viele fragen sich, was für ein „unsoziales Loch“ Deutschland eigentlich geworden ist.
Bürgergeld: Abstimmung im Bundesrat scheitert an CDU und CSU
Manuela Schwesig (SPD) verdeutlichte bei der Abstimmung am 14. November im Bundesrat, dass das Bürgergeld das umstrittene System Hartz-IV überwinden solle und nicht dazu führe, dass sich Arbeiten in Deutschland nicht mehr lohne. Sie verweist auf Ungerechtigkeiten wie die, dass sich Kinder und Jugendliche im Hartz-IV-System nichts hinzuverdienen können. Arbeitslosigkeit sei oft nicht selbstverschuldet. Es sei nicht fair, Arbeitslosen alles wegzunehmen, was sie sich hart erarbeitet haben, so Schwesig.
Das Bürgergeld setze hier an, denn neben der Erhöhung des heutigen Regelsatzes von 449 Euro auf 502 Euro (den auch die Union befürwortet) sollen Arbeitslose hier künftig weniger durch einen angedrohten Leistungsentzug (Sanktionen) unter Druck gesetzt werden. Diesen Punkt sieht die Union jedoch anders. Laut der Initiative #IchBinArmutsbetroffen ist das „menschenverachtend“. Im Bundesrat stimmten mehrere Landesregierungen mit CSU- oder CDU-Regierungen gegen den Gesetzesentwurf – nun geht es in einem Vermittlungsausschuss weiter.
1. Die Blockade der Union im Bundesrat verhindert „mutwillig die größte sozialpolitische Reform in unserem Land“, twittert Sozialdemokratin Josephine Ortleb aus Saarbrücken.
Die Blockade des #Buergergeld|s ist der größte Fail von #CDUCSU. Warum? Weil sie mutwillig die größte sozialpolitische Reform in unserem Land verhindert. Sie verhindern, dass Menschen in Arbeit kommen und ihnen auf Augenhöhe begegnet wird. Sie verweigern Menschen Respekt.
— Josephine Ortleb, MdB (@josephineortleb) November 14, 2022
2. „Einfach nur asozial! Wo ist da die Nächstenliebe?“
Einfach nur asozial!
— Tristan 🇺🇳🇪🇺 (@tristan_europe) November 14, 2022
Wo ist da die Nächstenliebe??
Mit der Blockade des #Buergergeld stellt die Union Parteipolitik über die Lebensgrundlage der Bürger*innen in einer der schwersten Krisen seit Jahrzehnten.
Auch am 49-Euro-Ticket gibt es Kritik: „Was ist mit Armutsbetroffenen, für die das zu teuer ist?“
3. „Was ist Deutschland eigentlich für ein unsoziales Loch?“
Was ist Deutschland eigentlich für ein unsoziales Loch? Klar das Bürgergeld war sozial komplett unausgewogen und angesichts der Inflation auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber es war wenigstens etwas. Die Union ist wirklich unwählbar! #Buergergeld https://t.co/8fMuXCPsqC
— 𝙁𝙞𝙣𝙣 🌎 (@finnkoelln) November 14, 2022
4. Diese Person postet zwei Memes, die die Situation beim Bürgergeld wohl anschaulich zusammenfassen: „Wir als Union f**** arme Menschen, wo es nur geht“.
#NieMehrCDUCSU #Bürgergeld pic.twitter.com/KZ1LqgnHmU
— Lara🏳️⚧️ (@LaraSwitch95) November 14, 2022
5. Die Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg twittert: „Das Nein der #Union zu dieser großen Sozialreform ist eine schlechte Nachricht. In diesen Zeiten brauchen wir mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt, keine Neiddebatten.“
Das #Bürgergeld steht für soziale Sicherheit, bessere Qualifizierungschancen & weniger Bürokratie in Jobcentern. Das Nein der #Union zu dieser großen Sozialreform ist eine schlechte Nachricht. In diesen Zeiten brauchen wir mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt, keine Neiddebatten https://t.co/BXegithQKd
— Katharina Fegebank (@fegebanks) November 14, 2022
6. Schon im Vorfeld machte die Grünen-Politikerin Ricarda Lang deutlich, dass die Union auch „dem Solo-Selbstständigen, erklären müssen [wird], warum er in Not sofort sein ganzes Erspartes verlieren soll.“
Wenn die Union heute im #Bundesrat das #Bürgergeld blockiert, wird sie auch dem Solo-Selbstständigen, erklären müssen, warum er in Not sofort sein ganzes Erspartes verlieren soll.
— Ricarda Lang (@Ricarda_Lang) November 14, 2022
Und jungen Menschen, warum es nicht leichter werden soll, sich aus dem Bezug raus zu arbeiten.
7. CDU und CSU werden mit dieser Blockade zur neuen Hartz-IV-Partei...
Damit ist die CDU CSU die neue Hartz4 Partei.#Buergergeld #SchweineUnion
— 🄷🄴🄼🄿🄻🄸🄽🄶 (@OrangeUtane) November 14, 2022
8. ...oder wird aus Hartz-IV bald Merz I?
Heißt das was im #Vermittlungsauschuss rauskommt dann eigentlich Hartz V oder fängt man an neu zu zählen bei Merz I?#Bürgergeld #Hartz4 #Merz #cdudsu
— Stefan Würzbach (@wuerzbach) November 14, 2022
9. „Sozialpolitik wird aus dem neuen CDU-Grundsatzprogramm gestrichen“, schreibt dieser User zum blockierten Bürgergeld.
Sozialpolitik wird aus dem neuen CDU-Grundsatzprogramm gestrichen #Bürgergeld
— Thies (@_Thies_) November 14, 2022
10. Dieser Armutsbetroffene hat das Gefühl, dass wer „selber so denkt, alle unlauteren Dinge zum eigenen Vorteil zu nutzen“, das wohl auch automatisch von allen anderen vermute.
Das ganze negative Menschenbild der #Politik in Bezug auf #Bürgergeld scheint vor allem von der eigenen Verkommenheit zu stammen. Wer selber so denkt alle unlauteren Dinge zum eigenen Vorteil zu nutzen vermutet das wohl auch automatisch von allen anderen #IchBinArmutsbetroffen
— Stefan Hübner (@HuebnerMobil) November 14, 2022
Das Bürgergeld wäre für Armutsbetroffene wichtig gewesen. Hier 9 Tweets, die zeigen, wie wichtig die Änderungen beim Bürgergeld gewesen wären.
11. Timon Dzienus, Bundessprecher der Grünen Jugend findet das Verhalten von Merz zum Bürgergeld „schäbig“.
Das Verhalten von Merz zum #Bürgergeld ist schäbig: Auf dem Rücken der Ärmsten wird ein parteipolitischer Konflikt ausgetragen, um der Ampel einen mitzugeben.
— Timon Dzienus (@Dzienus) November 14, 2022
Und es ist absurd, dass die Union, die gegen den Mindestlohn & dessen Erhöhung waren, jetzt von Lohngerechtigkeit reden. pic.twitter.com/yj2wHY9q91
12. Andere fragen die CDU, warum sie „arme Menschen wirklich so sehr“ hasst.
Liebe CDU, warum hasst ihr arme Menschen wirklich so sehr? #Bürgergeld
— genossin arpaz (@analogueminds) November 14, 2022
13. Wieder andere wollen, dass die SPD nie wieder mit der CDU/CSU koaliert.
Liebe SPD versprich mir bitte eins...
— Waldemar Dercho (@WadiDercho) November 14, 2022
GEHT NIE WIEDER EINE KOALITION MIT DER CDU/CDU EIN. #BlockiertCDUCSU #NiewiederCDUCSU #Bürgergeld
Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa/Collage/Twitter

