Tausende Deutsche gestrandet

Eskalation im Iran: Wadephul muss bei Reisewarnungs-Aussagen zurückrudern – „Bedauere den Irrtum“

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Nach den Iran-Angriffen von Israel und den USA sitzen zahlreiche deutsche Touristen im Nahen Osten fest. Die Evakuierung gestaltet sich schwierig.

Update vom 3. März, 13.30 Uhr: Außenminister Johann Wadephul hatte im ZDF-heute journal behauptet, schon vor dem Beginn der US-Angriffe gegen den Iran am Samstag (28. Februar) habe es eine „förmliche Reisewarnung“ für die Golfstaaten gegeben. Dies war jedoch nicht zutreffend. In der Sendung bestand Wadephul jedoch mehrfach darauf und lieferte sich einen regelrechten Schlagabtausch mit Moderatorin Marietta Slomka.

Außenminister Johann Wadephul hat die Entsendung von Flugzeugen in Aussicht gestellt, um gestrandete Touristen im Nahen Osten zu evakuieren.

Nun räumte Wadephul im Kurznachrichtendienst X seinen Fehler ein. „Ich bedaure den Irrtum im ‚heute journal‘ gestern. Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten besteht in der Tat seit dem 28. Februar. Seit Mitte Januar warnt das Auswärtige Amt vor einer möglichen Eskalation und Einschränkungen im Flugverkehr“, schrieb der Minister.

Nach Iran-Angriffen: Bundesregierung will gestrandete Touristen mit Flugzeugen evakuieren

Erstmeldung: Die Bundesregierung hat die Entsendung von Flugzeugen in den Nahen Osten beschlossen, um gestrandete deutsche Touristen nach Hause zu holen. Angesichts der angespannten Lage rund um Iran sollen die Maschinen nach Maskat im Oman und nach Riad in Saudi-Arabien geschickt werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte in Berlin, dort seien die Lufträume noch geöffnet. „Sicherheit geht bei der Entsendung allerdings vor“, betonte der Minister. Lufthansa-Chef Carsten Spohr habe grundsätzlich Kapazitäten zugesagt.

„Wir wollen Deutschen helfen, ⁠nach Hause zu kommen“, sagte Wadephul weiter. Zuerst sollen dabei „besonders vulnerable Gruppen Maschinen“ evakuiert werden. Nach den koordinierten Angriffen auf den Iran durch Israel und die USA hatte das Regime in Teheran mit Vergeltungsschlägen in der Region reagiert. Dabei geriet auch die beliebte Urlaubsmetropole Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Visier. Zahlreiche Touristen sitzen seitdem in der Region fest.

Menschen auf der Straße, Rauch über Städten: Bilder der Eskalation im Nahen Osten

Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran.
Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran. ©  Uncredited/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Menschen in Teheran auf der Straße, nachdem der Angriff auf ihr Land begonnen hatte.
Menschen in Teheran auf der Straße, nachdem der Angriff auf ihr Land begonnen hatte.  © IMAGO / Xinhua
Rauch steigt nach einer Explosion in Teheran auf.
Rauch steigt nach einer Explosion in Teheran auf. © Vahid Salemi/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Donald Trump bestätigt den Beginn der Angriffe von Seiten der USA auf den Iran.
Donald Trump bestätigt den Beginn der Angriffe von Seiten der USA auf den Iran. © IMAGO/CNP / AdMedia
Die Spuren einer abgefangenen Luftabwehrrakete sind über der Altstadt von Jerusalem zu sehen.
Die Spuren einer abgefangenen Luftabwehrrakete sind über der Altstadt von Jerusalem zu sehen. ©  Mahmoud Illean/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk
Ein ankommendes Geschoss explodiert in der Bucht von Haifa, während Israel nach seinen Angriffen auf den Iran einen landesweiten Alarm ausgerufen hat.
Ein ankommendes Geschoss explodiert in der Bucht von Haifa, während Israel nach seinen Angriffen auf den Iran einen landesweiten Alarm ausgerufen hat. © Leo Correa/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk ++
Fahrzeuge stehen vor einer Tankstelle in Teheran.
Fahrzeuge stehen vor einer Tankstelle in Teheran. © Vahid Salemi/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Israel, Tel Aviv: Menschen suchen Schutz in einer Tiefgarage, nachdem Alarm wegen ankommender Raketen aus dem Iran ausgelöst wurde. Der Iran hat nach Angriffen der USA und Israels Raketen auf Israel abgefeuert, teilten die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) am Samstag mit.
Israel, Tel Aviv: Menschen suchen Schutz in einer Tiefgarage, nachdem Alarm wegen ankommender Raketen aus dem Iran ausgelöst wurde. Der Iran hat nach Angriffen der USA und Israels Raketen auf Israel abgefeuert, teilten die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) am Samstag mit. ©  Oren Ziv/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Libanon, Beirut: Ein Reisender prüft die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.
Libanon, Beirut: Ein Reisender prüft die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Rauch steigt nach einer Explosion zwischen den Häusern in Teheran auf.
Rauch steigt nach einer Explosion zwischen den Häusern in Teheran auf. © Uncredited/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

„Die Planungen laufen“, betonte Wadephul. Zuerst müsse allerdings geklärt werden, wie viele vulnerable Menschen vor Ort und wie groß die Kapazitäten der Flughäfen seien. Jener in Maskat sei nicht besonders groß. „Wir müssen schauen, wie viele Flugzeuge wir dort überhaupt hinbringen können. Wir fangen jetzt einfach mal mit einer Maschine pro Destination an.“

Die Flugzeuge sollen demnach auf Steuerkosten gechartert werden. Er halte dies für „richtig und notwendig und angemessen“, betonte der CDU-Politiker. Laut Deutschem Reiseverband sind rund 30.000 Deutsche in Nahost gestrandet. Zu vulnerablen Personen zählen demnach Kinder, Schwangere und Kranke.

Gestrandet nach Iran-Angriffen: Deutsche Touristen in Dubai sollen Flughäfen meiden

Berichten der Bild-Zeitung zufolge hat unter anderem der Flughafen in Abu Dhabi wieder geöffnet. Unklar ist jedoch, ob Maschinen mit Passagieren abheben dürfen. Die deutsche Botschaft und das Generalkonsulat der Vereinigten Arabischen Emirate raten deutschen Staatsbürgern ausdrücklich davon ab, sich an Flughäfen zu begeben. „Die Sicherheit von Reisenden ist gegenwärtig nicht gewährleistet“, heißt es dazu in einem Beitrag der diplomatischen Vertretung auf Instagram. Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, in ihrer Unterkunft oder ihrem Hotel zu bleiben. (Quellen: AFP, Reuters, Deutsche Botschaft in VAE, Bild) (fdu)

Rubriklistenbild: © Montage: Axel Schmidt/Hannes P. Albert/dpa

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