Iran-Eskalation

Frust nach Rückholaktion: Urlauber tauchen trotz Anmeldung nicht auf – Hilfsbus fährt fast leer los

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    Julia Hanigk
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Tausende Urlauber sind im Nahen Osten gestrandet. Die Evakuierungsmaßnahmen zahlreicher Länder laufen an – enden aber teils mit Kopfschütteln.

Update vom 3. März, 15:07 Uhr: Große Aufregung über eine Rückholaktion des österreichischen Außenministeriums. Für Montagabend hatte die Behörde Busse organisiert, die 200 Urlauber von den VAE nach Riad hätten bringen können. Die Evakuierungsmaßnahme endete ernüchternd.

Zur Abfahrt eines österreichischen Hilfsbusses tauchten viele angemeldete Urlauber einfach nicht auf.

Nur etwa 40 Personen nahmen das Angebot an, berichtet heute.at. Schlimmer noch, sagt ein Sprecher des Außenministeriums dem Blatt: „Wir haben wesentlich mehr angeschrieben und wesentlich mehr Zusagen bekommen. Es handelt sich um No-Shows. Sie sind einfach nicht zur Abfahrt erschienen.“ Am Mittwochabend soll eine Chartermaschine mit 180 Passagieren von Maskat nach Österreich fliegen – hoffentlich voll besetzt.

Erster deutscher Evakuierungs-Flieger in der Luft – Russland-Unternehmen verkauft Flug für 20.000 Euro

Update vom 3. März, 10:49 Uhr: Im Nahen Osten sind tausende Urlauber gestrandet, auch aus Deutschland. Ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates ist nach den zahlreichen Flugausfällen wegen des Iran-Krieges nun von Dubai nach Frankfurt am Main unterwegs. „Die Emirates ist in der Luft und kommt hier an“, sagte eine Sprecherin der Fraport, der Betreibergesellschaft des bundesweit größten Flughafens.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bieten nach den Stornierungen in den ersten Tagen des Iran-Krieges nun Sonderflüge für gestrandete Passagiere an. Auch deutsche Reiseveranstalter und die Bundesregierung arbeiten an der Rückreise festsitzender Urlauber. „Es geht darum, die Gäste zu beruhigen, Sachlichkeit, transparente Kommunikation mit ihnen zu haben, damit eben keine Panik ausbricht“, sagte Anke Budde, Präsidentin der Allianz Selbstständiger Reiseunternehmen, im rbb-Inforadio

Doch der Rückflug kann teuer werden – zumindest wenn Reisende mit Roskosmos fliegen. Die russische Weltraumorganisation hat ein Mittelstreckenflugzeug für Evakuierungsflüge aus dem Oman gechartert. Bis zu 94 Personen haben darin Platz, berichteten unter anderem das bulgarische Portal fakti.bg und die Financial Times. Von Maskat nach Moskau wurden demnach pro Person 20.000 Euro fällig.

Erste Airlines nehmen Flugbetrieb wieder auf

Update vom 3. März, 9:27 Uhr: Tausende Urlauber aus Deutschland sitzen seit Samstag (28. Februar) im Nahen Osten fest, nun planen erste Fluggesellschaften, den Flugbetrieb in Dubai wieder aufzunehmen. Auch die deutsche Bundesregierung und der Reisekonzern Tui planen, Urlauber zurückzuholen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen zudem Sonderflüge für gestrandete Passagiere anbieten. Die Zivilluftfahrtbehörde forderte in einer Erklärung betroffene Passagiere auf, auf eine Benachrichtigung über ihre neue Abflugzeit zu warten. Bereits ab Montagabend plante die emiratische Fluggesellschaft Emirates, wieder eine begrenzte Zahl von Flügen aufzunehmen. Wie das Unternehmen erklärte, würden zunächst Passagiere mit bereits bestehenden Buchungen bevorzugt berücksichtigt. Kundinnen und Kunden, die auf einen der eingeschränkt angebotenen Flüge umgebucht worden seien, würden direkt von der Airline informiert.

Menschen auf der Straße, Rauch über Städten: Bilder der Eskalation im Nahen Osten

Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran.
Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran. ©  Uncredited/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Menschen in Teheran auf der Straße, nachdem der Angriff auf ihr Land begonnen hatte.
Menschen in Teheran auf der Straße, nachdem der Angriff auf ihr Land begonnen hatte.  © IMAGO / Xinhua
Rauch steigt nach einer Explosion in Teheran auf.
Rauch steigt nach einer Explosion in Teheran auf. © Vahid Salemi/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Donald Trump bestätigt den Beginn der Angriffe von Seiten der USA auf den Iran.
Donald Trump bestätigt den Beginn der Angriffe von Seiten der USA auf den Iran. © IMAGO/CNP / AdMedia
Die Spuren einer abgefangenen Luftabwehrrakete sind über der Altstadt von Jerusalem zu sehen.
Die Spuren einer abgefangenen Luftabwehrrakete sind über der Altstadt von Jerusalem zu sehen. ©  Mahmoud Illean/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk
Ein ankommendes Geschoss explodiert in der Bucht von Haifa, während Israel nach seinen Angriffen auf den Iran einen landesweiten Alarm ausgerufen hat.
Ein ankommendes Geschoss explodiert in der Bucht von Haifa, während Israel nach seinen Angriffen auf den Iran einen landesweiten Alarm ausgerufen hat. © Leo Correa/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk ++
Fahrzeuge stehen vor einer Tankstelle in Teheran.
Fahrzeuge stehen vor einer Tankstelle in Teheran. © Vahid Salemi/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Israel, Tel Aviv: Menschen suchen Schutz in einer Tiefgarage, nachdem Alarm wegen ankommender Raketen aus dem Iran ausgelöst wurde. Der Iran hat nach Angriffen der USA und Israels Raketen auf Israel abgefeuert, teilten die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) am Samstag mit.
Israel, Tel Aviv: Menschen suchen Schutz in einer Tiefgarage, nachdem Alarm wegen ankommender Raketen aus dem Iran ausgelöst wurde. Der Iran hat nach Angriffen der USA und Israels Raketen auf Israel abgefeuert, teilten die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) am Samstag mit. ©  Oren Ziv/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Libanon, Beirut: Ein Reisender prüft die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.
Libanon, Beirut: Ein Reisender prüft die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Rauch steigt nach einer Explosion zwischen den Häusern in Teheran auf.
Rauch steigt nach einer Explosion zwischen den Häusern in Teheran auf. © Uncredited/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Zugleich riefen sowohl Emirates als auch die Zivilluftfahrtbehörde Reisende dazu auf, nicht zum Flughafen zu kommen, sofern sie keine entsprechende Benachrichtigung erhalten hätten. Dadurch sollten Menschenansammlungen vermieden und ein reibungsloser Ablauf der Maßnahmen gewährleistet werden. Auch der Deutsche Reiseverband rät Urlaubern, den Anweisungen der örtlichen Behörden zu folgen, in ihren gebuchten Hotels zu bleiben und nicht eigenständig zu Flughäfen oder in Nachbarländer zu reisen.

Über die Homepage Flightradar24.com wurde bereits am frühen Dienstagmorgen (3. März) ersichtlich, dass für den Dienstag tatsächlich die ersten Flüge geplant seien. Neben Jeddah und Manchester, sollen Maschinen auch nach Paris, Frankfurt und London abheben.

Reisekonzern Tui will ebenfalls Urlauber zurückholen

Update vom 3. März, 8:10 Uhr: Der Reisekonzern Tui rechnet mit der Rückholung seiner im Nahen Osten festsitzenden Kunden binnen einiger Tage. Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel im Programm von n-tv. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können“, sagte Ebel. Erste Flüge sollten nach München gehen. Zudem stünden eigene Flugzeuge von Tui Fly bereit. Diese seien „standby, sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch möglichst zügig abzuholen“.

„Wir sind mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt“, sagte Ebel. Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge von der Sicherheitslage ab. „Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen.“ Er gehe jedoch davon aus, dass es „etwas ist, was einige Tage dauern wird“.

Viele Urlauber im Nahen Osten gestrandet: Deutscher Reiseverband mit wichtigem Appell

Update vom 3. März, 7 Uhr: Manche der im Nahen Osten gestrandeten deutschen Urlauber können auf eine baldige Rückkehr in die Heimat hoffen. „Ich bin guter Dinge, dass das nach und nach gelingt“, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul im ZDF-heute journal. Man sei in engem Kontakt mit den Reiseveranstaltern. 

Das Auswärtige Amt bereitet derzeit die Rückholung von Kranken, Kindern und Schwangeren aus der Konfliktregion vor. Sie will dazu gecharterte Maschinen in die Hauptstädte Riad (Saudi-Arabien) und Maskat (Oman) schicken. Derzeit sitzen wegen des Krieges im Iran Zehntausende Reisende fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen. 

Der Deutsche Reiseverband rät Urlaubern, den Anweisungen der örtlichen Behörden zu folgen, in ihren gebuchten Hotels zu bleiben und nicht eigenständig zu Flughäfen oder in Nachbarländer zu reisen. Sobald die Lufträume wieder geöffnet sind, wollen die Veranstalter über Rückreisemöglichkeiten informieren.

Urlauber im Nahen Osten gestrandet: Lehrerin aus Deutschland teilt Beobachtungen aus Dubai

Update vom 3. März, 5.40 Uhr: Sie wollte einen Familienurlaub in Sri Lanka verbringen, sitzt nun jedoch in Dubai fest: unter den im Nahen Osten gestrandeten deutschen Urlaubern sind auch eine Lehrerin aus Kiel und ihre Eltern. „Wir waren auf dem Rückweg aus Sri Lanka am Samstag und wollten umsteigen in Dubai“, sagte die Lehrerin der Deutschen Presse-Agentur. „Und das ist eben nicht passiert, sondern wir haben lange am Flughafen gewartet und dann irgendwann war klar, es fliegt gar nichts mehr.“ 

Seit Samstag hängen die 26-Jährige und ihre Eltern nach einem Familienurlaub auf Kosten ihrer Airline in einem Hotel in Dubai fest und wissen nicht, wann und wie es für sie weitergeht. „Das ist aktuell so, dass wir immer für eine Nacht quasi wissen: Okay, wir können jetzt in dem Hotel bleiben und am nächsten Tag um 12.00 Uhr funktionieren dann die Zimmerschlüssel nicht mehr und dann müssten wir nachfragen.“

Sie hätten am Sonntag und auch am Montagmorgen immer wieder Explosionen gehört, sagte die Gymnasiallehrerin aus Schleswig-Holstein. Gesehen habe sie jedoch nichts und auch Angst habe sie „ehrlich gesagt ziemlich wenig“, so die Lehrerin. Auf den Straßen sei ganz reger Betrieb. „Wenn man das so ein bisschen verdrängt, dann ist es fast wie Urlaub.“ 

Flughäfen in Dubai wickeln „begrenzte“ Zahl von Flügen ab Montagabend wieder ab

Update vom 2. März, 16:49 Uhr: Die beiden Flughäfen in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten nehmen am Montagabend den Flugverkehr wieder auf. Eine „begrenzte“ Zahl von Flügen könne voraussichtlich starten, erklärte der Betreiber. Die Fluggesellschaft Emirates und die Low-Cost-Airline Flydubai kündigten jeweils für Montagabend eine Reihe von Flügen an. Etihad Airways, die vom Flughafen in Abu Dhabi abfliegt, strebt die Wiederaufnahme des Flugbetriebs ab Dienstag an.

Update vom 2. März, 16:19 Uhr: Deutsche Reisende im Nahen Osten sollten sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts registrieren, erklärt Christoph Ploß, Tourismus-Koordinator der Bundesregierung. So wisse das Ministerium, wer vor Ort sei, und könne gezielt über neue Entwicklungen informieren, sagte der CDU-Politiker. „Das Auswärtige Amt und die betroffenen Auslandsvertretungen arbeiten rund um die Uhr, um deutsche Staatsangehörige in der Region zu unterstützen“, so Ploß. Das Ministerium stehe zudem in engem Kontakt mit der Reiseindustrie, um das Krisenmanagement abzustimmen und Informationen auszutauschen.

Die Registrierung in der sogenannten Elefand-Liste betreffe auch Reisende, die wegen der Sperrungen des Luftraums feststeckten. Zudem seien Betroffene aufgerufen, kommerzielle Ausreisemöglichkeiten zu prüfen und sich direkt bei Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften zu informieren, sagte Ploß. Das Auswärtige Amt habe außerdem eine Krisenhotline eingerichtet, auch auf den Internetseiten der deutschen Auslandsvertretungen stünden aktuelle Informationen bereit.

Die italienische Regierung beginnt derweil, ihre Staatsbürger bereits auszufliegen. Ein Charterflug mit 127 Italienern an Bord startete von der omanischen Hauptstadt Maskat in Richtung Heimat, wie das Außenministerium in Rom mitteilte. Die Menschen saßen demnach im Oman fest oder waren zuvor mit Unterstützung der italienischen Behörden aus Dubai dorthin gebracht worden. Das Außenministerium teilte weiter mit, Botschaften und Konsulate in der Golfregion arbeiteten daran, weitere Landsleute zu noch erreichbaren Flughäfen zu bringen.

Update vom 2. März, 14:48 Uhr: Die Bundesregierung plant nun doch Evakuierungsflüge in den Nahen Osten. Dies meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach sollen Maschinen – offenbar von der Lufthansa – nach Maskat im Oman sowie in die saudi-arabische Hauptstadt Riad fliegen. In beiden Ländern seien die Lufträume noch zugänglich. Außenminister Johann Wadephul betonte: „Sicherheit geht bei der Entsendung allerdings vor.“ Priorität hätten „vulnerable Gruppen“. Der CDU-Politiker hatte zuvor eine rasche Evakuierung deutscher Staatsbürger noch ausgeschlossen.

Update vom 2. März, 13.33 Uhr: Die Situation zahlreicher deutscher Touristen in der Krisenregion bleibt angespannt. Die Bundesregierung macht klar, dass sie Reiseveranstalter und Fluglinien in der Pflicht sieht, die Rückreise der Betroffenen zu organisieren. „Die Bundeswehr ist wirklich das letzte Mittel der Wahl“, betonte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums während der Bundespressekonferenz in Berlin.

Das Auswärtige Amt versichert jedoch, dass es die Bundesbürger mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt. Die Behörde pflegt nach eigenen Angaben einen intensiven Austausch mit den verantwortlichen Unternehmen der Reisebranche. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte dazu: „Uns geht es darum, gemeinsam Lösungen für unsere Landsleute zu finden.“

Hinter den Kulissen laufen offenbar zahlreiche Gespräche zwischen Regierungsvertretern und der Tourismusbranche. Die Bundesregierung vermeidet dabei bewusst, die militärische Karte zu spielen. Der Einsatz von Bundeswehr-Flugzeugen zur Evakuierung wird nur für den äußersten Notfall in Betracht gezogen.

Die genaue Anzahl der betroffenen deutschen Urlauber wurde in der Pressekonferenz nicht genannt. Auch zu den konkreten Umständen, die zur aktuellen Lage geführt haben, machten die Regierungssprecher keine detaillierten Angaben. Die Kommunikation konzentriert sich stattdessen auf die Zuständigkeiten und die laufenden Bemühungen zur Lösung der Krise.

Karliczek hofft auf schnelle Lösung von Behörden und Tourismuswirtschaft

Update vom 2. März, 13:15 Uhr: Viele Reisende sitzen aufgrund des aktuellen Konflikts in Nahost fest. Die Vorsitzende des Tourismusausschusses im Bundestag, Anja Karliczek, hat deren Schutz in den Mittelpunkt gestellt. „Die Sicherheit der in der Krisenregion gestrandeten Urlauber und Reisenden hat für uns natürlich höchste Priorität“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind aktuell rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen.

Karliczek zeigte sich zuversichtlich, dass Behörden und Tourismuswirtschaft nach einer schnellen Analyse der Lage die nötigen Schritte einleiten werden. „Dann hoffen wir alle, dass den festsitzenden Urlaubern in der Krisenregion schnell die Ausreise über reguläre und sichere Wege möglich sein wird“, sagte sie. Für Aufsehen sorgte derweil eine Lufthansa-Maschine, die leer nach München geflogen ist.

Update vom 2. März, 10:46 Uhr: Nach der Iran-Eskalation sind tausende Urlauber gestrandet. Jetzt meldet sich das Auswärtige Amt in einem zweiten Brief an Urlauber in Dubai – und gibt Reisenden wichtige Tipps.

Update vom 2. März, 9:32 Uhr: Tausende Urlauber sitzen nach den US-israelischen Angriffen im Nahen Osten fest. Eine Evakuierung deutscher Urlauber und Auswanderer hatte Außenminister Johann Wadephul (CDU) vorerst ausgeschlossen. Dagegen zeigt ein anderes Land, wie es geht.

Update vom 2. März, 5:06 Uhr: Laut dem Deutschen Reiseverband sind aktuell rund 30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern von der Situation in Nahost betroffen. Sie halten sich derzeit in der Region auf oder ihre Flüge aus anderen Regionen der Welt sollten über die Drehkreuze in der Region gehen. Wie viele Deutsche konkret aktuell in der Golfregion sind, ist unklar. 

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Sonntag, in der Krisenvorsorgeliste habe sich bislang eine niedrige fünfstellige Zahl betroffener Deutscher in der Golfregion registriert – also mehr als 10.000 Menschen. Das können Urlauber sein oder im Ausland lebende Deutsche, die Registrierung ist freiwillig.

Im Iran halten sich schätzungsweise noch ein paar Tausend Menschen auf, die die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates besitzen, wie eine ranghohe EU-Beamtin in Brüssel mitteilte. Viele von ihnen hätten allerdings auch die iranische Staatsangehörigkeit und wollten nicht zwingend das Land verlassen, ergänzte sie. Genaue Angaben zur Zahl der Menschen, die evakuiert werden wollen, machte sie nicht.

Deutlich mehr Menschen mit Staatsangehörigkeit eines EU-Staates sitzen den Angaben zufolge unfreiwillig in Ländern rund um den Iran fest, weil ihre Flüge wegen Luftraumsperrungen gestrichen wurden. Um ihnen bestmöglich zu helfen, wurde ein EU-Netzwerk für konsularische Zusammenarbeit aktiviert, das die Koordinierung von Evakuierungsbemühungen erleichtern soll.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) rät: „Veranstaltergäste sollten den Anweisungen der örtlichen Behörden folgen sowie dringlichst in ihrem gebuchten Hotel bleiben und sich nicht eigenständig zum Flughafen oder in das Nachbarland begeben.“

Wadephul schließt militärische Evakuierung von Urlaubern aus

Update vom 1. März, 22:28 Uhr: In der ARD-Sendung Caren Miosga erklärt Johann Wadephul, Bundesminister des Auswärtigen: „Wir machen das, was wir machen können. Wir versorgen sie (die gestrandeten Reisenden, d.Red.) tagtäglich mit Informationen über das, was möglich ist, in dieser Situation“, erklärte er. Er sprach von einer „schwierigen Situation“, wies aber auch darauf hin, das Auswärtige Amt habe „seit sechs Wochen gewarnt“ und „darauf hingewiesen, dass die Region sich verschärft“. Das habe jeder in den Nachrichten verfolgen können.

Die Reiseunternehmen würden erste Möglichkeiten evaluieren, sie seien kommerziell auch dafür verantwortlich, dass ein Rücktransport möglich sei. „Zum jetzigen Zeitpunkt muss man versuchen, auf dem Landweg ein Nachbarland zu erreichen, wo noch geflogen wird“, so Wadephul. „Ich kann nicht im Ernst vorhersagen, wann all das wieder möglich ist, denn wir alle müssen uns darauf einstellen, dass dieser Konflikt länger dauert.“ In der Bild schloss Wadephul eine militärische Evakuierung aus. „Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind insgesamt geschlossen“, sagte er. Trotzdem sei man „guten Mutes“, dass viele der Reisenden in den nächsten Tagen nach Hause gebracht werden könnten, erklärte Wadephul in der ARD.

„Äußerst volatile“ Sicherheitslage vor Ort – rund 30.000 Reisende deutscher Veranstalter gestrandet

Update vom 1. März, 20:51 Uhr: Rund 30.000 Reisende deutscher Veranstalter sind nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) aktuell von den Luftraumsperrungen im Nahen Osten betroffen. Sie halten sich demnach entweder in der Region auf oder haben Flüge über dortige Drehkreuze gebucht. Die Sicherheitslage sei „äußerst volatil“, erläuterte der Reiseverband. Wie lange die Einschränkungen andauern, sei unklar. Gäste, die nicht wie geplant abreisen können oder auf Weiterflüge warten, würden von ihren Veranstaltern betreut und bei Bedarf „sicher untergebracht“.

„Durch die Lage vor Ort und die Flugraum-/Flughafen-Sperrungen sagen Reiseveranstalter die Reisen in die Region/Länder, für die eine Reisewarnung besteht, für die nächsten Tage ab“, erklärte der DRV. Die Sicherheit der Gäste habe „oberste Priorität“. Kundinnen und Kunden, die ihre Reise noch nicht angetreten haben, können kostenfrei umbuchen oder stornieren.

Reisende vor Ort werden dringend gebeten, den Anweisungen der örtlichen Behörden zu folgen, in ihren gebuchten Hotels zu bleiben und nicht eigenständig zu Flughäfen oder in Nachbarländer zu reisen. Sobald die Lufträume wieder geöffnet sind, wollen die Veranstalter über Rückreisemöglichkeiten informieren.

Vereinigte Arabische Emirate übernehmen Kosten für gestrandete Urlauber

Update vom 1. März, 18:19 Uhr: „Am Dubai International Airport herrscht das blanke Chaos“, zitierte die Bild einen deutschen Urlauber. „Tausende Menschen versuchen, das Terminal zu verlassen. Es gibt keine Ausgänge, die Züge zwischen den Terminals sind defekt. Es gibt keine Ansagen, kein Personal.“ Einzige Info: In den nächsten 24 Stunden geht’s nicht weiter. Auch Abu Dhabi und Doha sind betroffen, die Lufthansa strich Flüge nach Oman, Beirut und Tel Aviv bis zum 7. März aus.

Nun kündigte die Generalbehörde für Zivilluftfahrt an, dass die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die Kosten für Unterkünfte von gestrandeten Passagieren im Land übernehmen. Dies betreffe „alle Unterbringungs- und Verpflegungskosten für betroffene und gestrandete Passagiere“, teilte die Behörde laut staatlicher Nachrichtenagentur WAM mit. Auch Saudi-Arabien teilte mit, die Unterbringung für alle im Land gestrandeten Golfstaaten-Bürger am Flughafen zu genehmigen, bis deren sichere Rückkehr in ihre Heimat möglich sei.

Flughäfen und nationale Fluggesellschaften haben den Angaben nach bereits rund 20.200 Passagiere betreut, deren Flüge verschoben werden mussten. Es wurden vorübergehende Unterkünfte, Mahlzeiten und Erfrischungen bereitgestellt. Zudem wurde die Umbuchung der Flüge nach den genehmigten Betriebsplänen erleichtert.

Auch Italien-Politiker in Dubai gestrandet

Update vom 28. Februar, 18.53 Uhr: Auch Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto steckt infolge der Angriffe der USA und Israels auf den Iran zusammen mit seiner Familie in Dubai fest. Der Politiker der rechten Regierungspartei Fratelli d‘Italia (Brüder Italiens) konnte nicht wie geplant zurückkehren, weil viele Fluggesellschaften ihre Flüge in die Region ausgesetzt haben. Crosetto war nach Angaben aus seiner Umgebung erst am Freitag nach Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten gereist.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (ebenfalls Fratelli d‘Italia) berief wegen der militärischen Eskalation in Rom mehrere Krisensitzungen ein. Crosetto wurde dazugeschaltet. Offen ist, wann der Verteidigungsminister zurückkehren kann.

Nach Angriff aus dem Iran: Chaos an Flughäfen in den Emiraten, Touristen sitzen fest

Erstmeldung vom 28. Februar: Der Angriff auf den Iran durch Israel und die USA hat erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Luftverkehr. Die emiratische Fluggesellschaft Emirates hat am Samstag (28. Februar) den Flugverkehr von und nach Dubai ausgesetzt. Grund ist die Schließung mehrerer Lufträume, heißt es seitens der Airline.

Der internationale Flughafen von Dubai gilt als wichtiger Knotenpunkt für den Reiseverkehr im Nahen Osten. Wegen der jüngsten Eskalation ist der Betrieb an den beiden großen Flughäfen der emiratischen Metropole vorerst unterbrochen, informierte das Medienbüro Dubai. Der Luftraum sei als „Vorsichtsmaßnahme“ geschlossen worden.

Nach Iran-Eskalation: Tausende Urlauber am Flughafen in Dubai gestrandet

Auch die Fluggesellschaft Etihad Airways teilte mit: Flüge ab Abu Dhabi werden bis Sonntag (1. März) ausgesetzt. „Flüge, die sich bereits auf dem Weg nach Abu Dhabi befinden, kehren gegebenenfalls zu ihren Abflughäfen zurück“, teilt die Airline mit. Wie Reuters berichtet, sind zahlreiche Passagiere am Hamad International Airport in Doha gestrandet und stehen Schlange für kurzfristige Hotelbuchungen.

Bilder und Videos in den sozialen Medien zeigen, wie tausende Menschen am Flughafen in Dubai festsitzen und teilweise auf dem Boden ausharren. Laut der Flugverfolgungs-Website FlightAware waren bis zum Samstagnachmittag mehr als 12.500 Flüge verspätet, mehr als 1400 Flüge wurden annulliert.

Auch in Israel, im Iran und im Irak wurde der Luftraum vorerst geschlossen. Die Golfstaaten Katar und Bahrain sind ebenfalls betroffen. Nach den amerikanisch-israelischen Militärschlägen im Iran setzte unter anderem die Lufthansa mehrere Flüge zu Zielen im Nahen Osten aus. Auch die niederländische Fluggesellschaft KLM strich Flüge nach Tel Aviv und Dubai.

Das Auswärtige Amt hat inzwischen seine Reisehinweise verschärft und warnt vor Reisen in folgende Staaten bzw. Gebiete: Israel/Palästinensische Gebiete, Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran, Bahrain, Kuwait, Oman, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Jemen. „Nehmen Sie Warnungen vor bevorstehenden Luftangriffen ernst. Suchen Sie bei Alarm umgehend nahegelegene Schutzräume oder das Innere eines Gebäudes auf und bleiben Sie Fenstern fern“, heißt es. (Quellen: dpa, Reuters, Auswärtiges Amt, ARD-Sendung Caren Miosga vom 1. März 2026) (kas/jh)

Rubriklistenbild: © Giuseppe Cacace/Fadel Senna/AFP

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