AfD gibt Nominierung bekannt

„Wollen unsere Vorfahren ehren“: AfD-Skandalpolitiker Krah schielt auf den Bundestag

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Der umstrittene AfD-Politiker Maximilian Krah will vom EU-Parlament in den Bundestag wechseln. Die AfD in Sachsen hat ihn nun als Direktkandidat aufgestellt.

Chemnitz – Der skurrile Champagner-Streit mit dem TV-Moderator Jan Böhmermann, Berichte über mutmaßliche Russland- und China-Verbindungen, teils schrille öffentliche Auftritte: Die Liste, warum AfD-Politiker Maximilian Krah in den Schlagzeilen stand, ist lang. Nun will der AfDler vom Europarlament in den Bundestag wechseln. Auch das verläuft nicht ohne Aufsehen.

Direktkandidat für Bundestagswahl 2025: Krah will Sachsen in Berlin vertreten

Denn gleichzeitig mit seiner Aufstellung zum Direktmandat für die Bundestagswahl 2025 im Wahlkreis Chemnitzer Umland - Erzgebirgskreis II tauchten fragwürdige Videos von Krah auf. In einem Clip, den Zeit Online veröffentlichte, ist Krahs Rede von der Aufstellungsveranstaltung in Rochlitz in Sachsen zu sehen. „Wir wollen unsere Eltern respektieren, wir wollen unsere Vorfahren ehren. Die waren keine Verbrecher. Und wir sind stolze Sachsen und Deutsche“, sagte er demnach.

AfD-Politiker Maximilian Krah will von Brüssel nach Berlin. (Archivbild)

Krah gehört zum ultrarechten Lager der AfD rund um Björn Höcke. In einer italienischen Zeitung hatte Krah zum Beispiel als relativierend wahrgenommene Äußerungen zur nationalsozialistischen SS gemacht. Dennoch wurde der Dresdner am Mittwochabend (11. Dezember) als Direktkandidat für die kommende Bundestagswahl aufgestellt, wie aus der AfD bestätigt wurde.

Wie Zeit Online berichtete, hatte Krah bei der Aufstellungsversammlung am Mittwochabend zunächst erklärt, er verzichte auf eine Kandidatur. Dann habe aber in zwei Wahlgängen keiner der lokalen Kandidaten eine Mehrheit bekommen. Im dritten Wahlgang sei Krah doch angetreten und gewählt worden.

SPD-Abgeordnete aus Wahlkreis zeigt sich kämpferisch: Krah soll 2025 nicht in Bundestag einziehen

Der SPD-Abgeordnete aus dem Wahlkreis, Carlos Kasper, reagierte kämpferisch. „Die Menschen in meinem Wahlkreis brauchen Abgeordnete, die sich für ihre Belange einsetzen und nicht für die Anliegen Russlands oder China“, erklärte er am Donnerstag. Er nehme „die Herausforderung an, Krah aus dem Bundestag zu halten“. Im Wahlkampf setze er „auf die Menschen vor Ort, auf eine Kleinspendenkampagne und nicht auf ausländische Gelder“, fügte Kasper hinzu.

Krah selbst dankte auf der Plattform X „den AfD-Mitgliedern im Chemnitzer Umland/Süderzgebirge für das Vertrauen, mich zu ihrem Direktkandidaten für die Bundestagswahl zu bestimmen. Der Wahlkampf beginnt heute!“.

Auch in AfD umstritten: Krah verursachte im Europawahlkampf negative Schlagzeilen

Die Pläne des auch in der AfD umstrittenen Politikers, von Brüssel nach Berlin zu wechseln, waren schon länger bekannt. Er hatte in der Welt am Sonntag gesagt, die Gefechtslage habe sich dadurch geändert, dass er im EU-Parlament nicht in die AfD-Delegation und in die gemeinsame Rechtsaußenfraktion mit anderen europäischen Parteien aufgenommen worden sei.

AfD-Parteitag sorgt für „größten Polizeieinsatz, den es in Essen jemals gab“

Bis zu 100.000 Gegendemonstranten werden am Rande des AfD-Parteitages in Essen erwartet.
Bis zu 100.000 Gegendemonstranten werden am Rande des AfD-Parteitages in Essen erwartet. © Henning Kaiser/dpa
Bereits am Freitagabend feierten etliche Menschen gemeinsam unter dem Motto „Bass gegen Hass“.
Bereits am Freitagabend feierten etliche Menschen gemeinsam unter dem Motto „Bass gegen Hass“. © dpa
Zigtausende Menschen zogen in einem Demonstrationszug gegen den AfD-Parteitag vom Essener Hauptbahnhof in Richtung Grugahalle.
Zigtausende Menschen zogen in einem Demonstrationszug gegen den AfD-Parteitag vom Essener Hauptbahnhof in Richtung Grugahalle. © Henning Kaiser/dpa
Demonstranten stehen und sitzen auf einer Zufahrtsstraße zum Gelände des AFD-Parteitags der Polizei gegenüber
Demonstranten stehen und sitzen auf einer Zufahrtsstraße zum Gelände des AFD-Parteitags der Polizei gegenüber © Henning Kaiser/dpa
Unweit der Grugahalle wird eine Gruppe AfD-Politiker von Gegendemonstranten erkannt und eingekesselt, die Polizei bildet einen Schutzring.
Unweit der Grugahalle wird eine Gruppe AfD-Politiker von Gegendemonstranten erkannt und eingekesselt, die Polizei bildet einen Schutzring. Tausende Kräfte aus ganz Deutschland sind im Einsatz, die Polizei sprach im Vorfeld vom „größten Polizeieinsatz, den es in Essen jemals gab“. © dpa
Zigtausende Menschen demonstrieren am Samstag (29. Juni) gegen den Bundesparteitag der AfD in Essen.
Unter anderem musste die Polizei Schlagstöcke einsetzen, um Krawalle während der Anti-AfD-Demos im Keim zu ersticken. © Jochen Tack/Imago
Zigtausende demonstrieren am Samstag (29. Juni) gegen den AfD-Bundesparteitag in Essen.
Mehrere Polizisten wurden im Zuge der Proteste gegen den AfD-Parteitag in Essen verletzt. © dpa
Die Polizei musste zahlreiche Teilnehmer des AfD-Parteitages durch die demonstrierende Masse eskortieren.
Die Polizei musste zahlreiche Teilnehmer des AfD-Parteitages durch die demonstrierende Masse eskortieren. © Henning Kaiser/dpa
„Hat mit Demokratie nichts zu tun“: AfD-Chefin Alice Weidel übt bei ihrer Eröffnungsrede in der Grugahalle heftige Kritik an den Demonstranten.
„Hat mit Demokratie nichts zu tun“: AfD-Chefin Alice Weidel übt bei ihrer Eröffnungsrede in der Grugahalle heftige Kritik an den Demonstranten. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Krah war erst im Juni erneut ins EU-Parlament gewählt worden. Zuvor hatte er wochenlang in den Schlagzeilen gestanden und die AfD-Chefs in Erklärungsnöte gebracht. Hintergrund waren teils schrille öffentliche Auftritte und Berichte über mutmaßliche Russland- und China-Verbindungen sowie Ermittlungen gegen einen Ex-Mitarbeiter wegen mutmaßlicher Spionage für China. Die neue AfD-Delegation nahm den Sachsen nach der Wahl nicht in ihre Reihen auf, er gehört auch nicht der Rechtsaußen-Fraktion im Parlament an, die die AfD gebildet hatte (bg/dpa).

Rubriklistenbild: © Paul Glaser/dpa

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