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Briefwahl-Unterlagen zur Bundestagswahl heute abgeben: Was Sie beachten müssen

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Bei Bundestagswahlen können Wahlberechtigte auch per Briefwahl abstimmen. Aber wie lange ist die Briefwahl möglich? Alle Infos zu Fristen und dem Antrag.

Berlin – Bei einer Bundestagswahl müssen Wahlberechtigte nicht unbedingt am Wahlsonntag ins Wahllokal gehen, um den antretenden Parteien ihre Stimme zu geben. Ihre Kreuze können sie auch per Briefwahl machen – und den Stimmzettel zu Hause ausfüllen. Auch bei den vorgezogenen Neuwahlen steht den Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit zu, ihre Stimme für die Bundestagswahl 2025 per Brief abzugeben.

Diese Möglichkeit zu wählen, erlebte insbesondere bei Wahlen während der Corona-Pandemie einen Aufschwung. Viele Wählerinnen und Wähler gaben ihre Stimme per Post ab, um sich im Wahllokal nicht mit dem Virus anzustecken.

Name Deutscher Bundestag
SitzReichstagsgebäude, Berlin
Erste Sitzung7. September 1949
Abgeordnete630 (aktuell 733)
VorsitzBärbel Bas (SPD)

Vorteile der Briefwahl bei der Bundestagswahl

Die Briefwahl ist bereits seit dem Jahr 1957 möglich. Das Ziel ist es, allen Menschen die Stimmabgabe zu ermöglichen. Ursprünglich war die Briefwahl vor allem für Ältere und Menschen mit Behinderung gedacht, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und nicht ins Wahllokal gehen können. Mittlerweile ist der Anteil Briefwahl gestiegen. Die Briefwahl bietet sich beispielsweise für Menschen an, die am Wahlsonntag arbeiten müssen. Auch Reisende können auf diese Weise wählen.

Briefwahl bei der Bundestagswahl 2025: So beantragen Sie die Unterlagen

Wahlberechtigte, die per Post an der Bundestagswahl teilnehmen wollen, müssen einen Wahlschein bei der Gemeinde ihres Erstwohnsitzes beantragen. Das können Wähler:innen persönlich oder schriftlich machen. Auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung ist bereits ein Formular abgedruckt, das ausgefüllt und zurückgeschickt werden kann. Der Antrag kann aber auch gefaxt werden. Auch eine E-Mail ist möglich.

Wichtig ist, dass folgende Angaben für die Briefwahl enthalten sind:

  • Familienname
  • Vorname
  • Geburtsdatum
  • Wohnanschrift

Ein telefonischer Antrag ist nicht möglich. Viele Gemeinden bieten außerdem die Möglichkeit, den Wahlschein online zu beantragen, an. Einen Grund für die Stimmabgabe per Briefwahl muss seit dem Jahr 2008 nicht mehr angegeben werden.

Es ist auch möglich, einen Antrag für eine andere Person zu stellen. Dazu ist allerdings eine schriftliche Vollmacht nötig.

Bis wann Sie die Briefwahl für die Bundestagswahl 2025 beantragen müssen

Der Antrag auf Briefwahl sollte laut Angaben der Bundeswahlleiterin so früh wie möglich erfolgen. Das ist auch möglich, bevor die Wahlberechtigten die Wahlbenachrichtigung erhalten haben. Der Antrag muss aber bis spätestens Freitag vor der Wahl um 18.00 Uhr gestellt werden.

Vor allem bei den Neuwahlen im kommenden Februar sollte man sich so früh wie möglich um die Briefwahlunterlagen kümmern. Da diesmal die Fristen zur Bundestagswahl deutlich kürzer als normalerweise üblich sind, können sich schneller mal Fehler bei den Unterlagen einschleichen. Diese gilt es so schnell wie möglich bei ihrer zuständigen Gemeinde zu beanstanden.

Bei der Bundestagswahl 2021 können Wahlberechtigte ihre Stimme auch per Briefwahl abgeben.

In bestimmten Ausnahmefällen kann der Antrag auch noch am Wahlsonntag bis um 15.00 Uhr gestellt werden. Das ist bei zum Beispiel bei Krankheit möglich, wenn die Betroffenen nicht ins Wahllokal gehen können. Dafür ist allerdings ein Nachweis nötig.

Briefwahl: Diese Unterlagen enthält der Wahlbrief bei der Bundestagswahl

Wähler:innen können die Briefwahlunterlagen persönlich bei der zuständigen Stelle der Gemeinde abholen und dort sofort wählen. Grundsätzlich werden diese aber an die Adresse der Wahlberechtigten geschickt. Sie können aber auch eine andere Adresse angeben. Die Briefwahlunterlagen enthalten:

  • Einen Wahlschein mit Formular einer eidesstattlichen Versicherung
  • Einen Stimmzettel
  • Einen blauen Umschlag für den Stimmzettel
  • Einen roten Umschlag für den Wahlbrief
  • Ein Merkblatt mit ausführlichen Erklärungen

Briefwahl bei der Bundestagswahl 2025: So funktioniert die Stimmabgabe

Die Stimmabgabe funktioniert bei der Briefwahl genauso, wie beim Gang ins Wahllokal. Wahlberechtigte geben persönlich und unbeobachtet ihre Erst- und Zweitstimme ab. Den Stimmzettel legen sie dann in den blauen Umschlag und kleben ihn zu. Wähler:innen müssen außerdem die Versicherung an Eides statt unterschreiben, die auf dem Wahlschein abgedruckt ist.

Anschließend kommen der Wahlschein und der blaue Stimmzettelumschlag in den roten Wahlbriefumschlag. Diesen können die Wähler:innen dann per Post an die angegebene Adresse schicken oder selbst dort vorbeibringen. Innerhalb Deutschlands ist der Versand kostenfrei. Es ist also keine Briefmarke nötig.

Der Wahlbrief muss vorliegen, wenn die Wahllokale schließen. Er muss also am Wahlsonntag um 18.00 Uhr vor Ort sein. Es ist daher auch möglich, den Brief selbst bei der angegebenen Adresse abzugeben.

Die Briefwahl wird bei Bundestagswahlen immer beliebter

Die Briefwahl wird bei Bundestagswahlen immer beliebter. Im Jahr 1990 nahmen 9,4 Prozent der Wähler:innen die Möglichkeit wahr. Bei der Wahl 2002 stimmten fast neun Millionen Menschen per Brief ab. Bei der Wahl des Bundestags vor vier Jahren lag die Briefwahlbeteiligung bei 28,6 Prozent.

BundestagswahlAnzahl der Briefwähler:innen in MillionenBriefwahlbeteiligung in %
19904,44 9,4
19988,0216
20028,7718
20099,4221,4
201713,4328,6
202122,1547,3

Ob sich der Trend der Briefwahl bei der Bundestagswal 2025 wiederholt, lässt sich aktuell noch nicht sagen. Das Corona-Wahljahr dürfte jedenfalls für viele Menschen eine ideale Möglichkeit gewesen sein, die Briefwahl auszuprobieren. Da es diese Bundestagswahl jedoch zu vorgezogenen Neuwahlen kommt, sind auch die Fristen für die Briefwahl kürzer. Somit wäre es jedenfalls keine Überraschung, wenn 2025 weniger Wähler:innen die Briefwahl nutzen. (ms)

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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