Habeck will Kanzler werden

Parteitag der Grünen: Baerbock mit Kritik an Merz‘ Fünf-Punkte-Plan – „Was für eine Sicherheit soll das sein?“

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Aschaffenburg, die Gelbhaar-Affäre, Kanzlerkandidat Habeck: Für die Grünen geht es beim Parteitag heute um einiges. Der News-Ticker vor der Bundestagswahl.

Update vom 26. Januar, 16.22 Uhr: Nach dem Messerangriff in Aschaffenburg fordern die Grünen auf ihrem Parteitag eine Aufarbeitung und die Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger. Lesen Sie in unserer Analyse, wie diese Debatte den Wahlkampf beeinflussen wird.

Update vom 26. Januar, 15.56 Uhr: In ungewohntem Tempo haben die Grünen ihr Programm für die Bundestagswahl am 23. Februar beschlossen. Rund zwei Stunden früher als erwartet endete am Sonntagnachmittag der Bundesparteitag in Berlin, bei dem mehrere Redner die Union vor einer möglichen Kooperation mit der AfD warnten. 

Update vom 26. Januar, 14.06 Uhr: Die Rede von Kanzlerkandidat Robert Habeck kam gut an im Saal. „Lasst uns den Endspurt einläuten“, rief Habeck unter tosendem Applaus. „Man spürt Geschlossenheit im Saal“, kommentierte Tim Achtermeyer, Landeschef der Grünen in NRW, am Rande der Veranstaltung im Gespräch mit IPPEN.MEDIA.

Habeck und auch Parteichef Felix Banaszak appellierten in ihren Reden an Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz, seine weitreichenden Vorschläge in der Migrationspolitik nicht in den Bundestag einzubringen. Es gehe jetzt um eine starke, stabile Mitte und nicht um Ideologie.

Annalena Baerbock kommentierte Merz‘ Forderungen in ihrer Rede: „Was für eine Sicherheit soll das sein? Wenn 15-Jährige, deren Großeltern vor Jahrzehnten nach Deutschland gekommen sind, sich jetzt fragen, ob sie hier noch erwünscht sind.“ Es sei notwendig, nach dem Mordanschlag in Aschaffenburg, der Terrortat von Solingen und dem Anschlag von Magdeburg für mehr Sicherheit im Land zu sorgen. „Aber diese Sicherheit muss für alle gelten, die hier leben“, so Baerbock.

Vizekanzler Robert Habeck auf dem Parteitag der Grünen am Sonntag.

Grünen-Parteitag entscheidet über Wahlprogramm – deutliche Kritik an Merz


Update vom 26. Januar, 12.31 Uhr: Mit seinem Migrations-Vorstoß hat Friedrich Merz eine heiße Debatte ausgelöst – denn am Ende könnte ihm die AfD eine Mehrheit liefern. Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck hat ihn jetzt auf dem Grünen-Parteitag dafür scharf kritisiert. „Nichts daran ist harmlos“, sagte Habeck mit Blick auf den Unions-Kanzlerkandidaten Merz. „Man sollte das nicht als strategische Fehlleistung abtun.“ Es zeige, „wie sehr die Dinge in Europa schon ins Rutschen geraten sind“, wie sehr die Diskussion schon verrückt sei.

Die Bundesvorsitzenden der Grünen: Von Jürgen Trittin bis Ricarda Lang

Krista Sager und Jürgen Trittin von den Grünen
Im Dezember 1994 traten Krista Sager und Jürgen Trittin als Doppelspitze des noch jungen Zusammenschlusses namens „Bündnis 90 / Die Grünen“ an. Beide wurden zu Sprecherin und Sprecher des Bundesvorstands der Partei gewählt. Gemeinsam lenkten sie die Geschicke der Partei für zwei Jahre bis 1996. © Sepp Spiegl/imago-images
Jürgen Trittin blieb Sprecher der Grünen, von 1996 bis 1998 aber mit neuer Kollegin an seiner Seite: Auf Krista Sager folgte Gunda Röstel.
Jürgen Trittin blieb Sprecher der Grünen, von 1996 bis 1998 aber mit neuer Kollegin an seiner Seite: Auf Krista Sager folgte Gunda Röstel. © Jürgen Eis/imago-images
Gunda Röstel blieb für zwei weitere Jahre Sprecherin des Bundesvorstands der Grünen. Antje Radcke ersetzte den scheidenden Jürgen Trittin.
Gunda Röstel (l) blieb für zwei weitere Jahre Sprecherin des Bundesvorstands der Grünen. Antje Radcke ersetzte den scheidenden Jürgen Trittin. Von 1998 bis 2000 wurde die Partei damit von zwei Frauen an der Spitze geführt. © Sven Simon/imago-images
Fritz Kuhn und Renate Künast wurden zu Sprecher und Sprecherin des Bundesvorstands.
Im Jahr 2000 tauschten die Grünen ihr Führungspersonal komplett aus. Fritz Kuhn und Renate Künast wurden zu Sprecher und Sprecherin des Bundesvorstands. Ihre Amtszeit hielt aber nur ein Jahr bis 2001. © imago stock&people
Fritz Kuhn und Claudia Roth
Aus Bundesprechern wurden bei den Grünen im Jahr 2001 Bundesvorsitzende. Die ersten Beiden, die dieses Amt bekleideten, waren Fritz Kuhn und Claudia Roth. © Sven Simon/imago-images
Reinhard Bütikofer und Angelika Beer
Nur ein Jahr später der nächste Wechsel an der Spitze der Grünen. Reinhard Bütikofer und Angelika Beer rücken auf und bilden den Bundesvorstand der Partei von 2002 bis 2004. © imago-images
Claudia Roth als Vorsitzende der Grünen zurück - an der Seite von Reinhard Bütikofer
2004 kehrte Claudia Roth als Vorsitzende der Grünen zurück - an der Seite von Reinhard Bütikofer. Das Duo blieb bis 2008 im Amt. © Sven Simon/imago-images
Claudia Roth und diesmal Cem Özdemir das Führungsduo der Grünen
Claudia Roth blieb insgesamt bis 2013 im Amt. Ab 2008 mit neuem Co-Vorsitzenden: Cem Özdemir. © Jan Huebner/imago-images
Cem Özdemir blieb Parteivorstand. Von 2013 bis 2018 führte er die Grünen gemeinsam mit Simone Peter.
Cem Özdemir blieb Parteivorstand. Von 2013 bis 2018 führte er die Grünen gemeinsam mit Simone Peter. © Rüdiger Wölk/imago-images
nnalena Baerbock und Robert Habeck als Führungsduo den Vorstand der Grünen
Im Jahr 2018 übernahmen Annalena Baerbock und Robert Habeck als Führungsduo den Vorstand der Grünen. Nach dem Einzug der Grünen in die Bundesregierung legten sie ihre Ämter nieder und schlossen sich dem Kabinett von Bundeskanzlern Olaf Scholz an. © Chris Emil Janssen/imago-images
Omid Nouripour und Ricarda Lang
Es folgten Omid Nouripour und Ricarda Lang. Sie übernahmen den Vorsitz des Bundesvorstands der Grünen im Jahr 2022. Zwei Jahre später verkünden beide ihren Rücktritt als Reaktion auf zahlreiche Wahlschlappen ihrer Partei. Wer die Umweltpartei künftig führt, ist noch offen. © dpa

Die damalige CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sei als Parteichefin und potenzielle Kanzlerkandidatin zurückgetreten, betonte Habeck, „weil sie nicht akzeptiert hat, dass diese Kooperation stilbildend für die Union ist“. Dies zeige, wie sehr sich der Diskurs verschoben habe.

Parteitag vor Bundestagswahl live: Grüne fordern Merz zu Klarstellung bei Abgrenzung von AfD auf

Update vom 26. Januar, 11.38 Uhr: Die Grünen haben CDU-Chef Friedrich Merz zu einer Klarstellung hinsichtlich der Abgrenzung von der AfD aufgefordert. „Es ist kein Zeichen von Schwäche, Fehler zu korrigieren“, sagte Parteichef Felix Banaszak heute auf dem Grünen-Bundesparteitag. Merz hatte zuvor angedeutet, Anträge zur Migrations- und Sicherheitspolitik im Bundestag auch mit Stimmen der in Teilen rechtsextremen AfD durchsetzen zu wollen. „Herr Merz, stellen Sie klar, wo die Union steht“, forderte Banaszak den Kanzlerkandidaten der CDU/CSU auf.

Parteitag der Grünen vor Bundestagswahl: Emotionale Habeck-Rede

Update vom 26. Januar, 11.02 Uhr: Unterdessen läuft die emotionale Rede von Robert Habeck. Er appellierte: „Wenn der Populismus schwarz ist, kann unsere Antwort nicht sein: machen wir das schwarz mal etwas heller“, so der Spitzenkandidat. Die Antwort könnte nur eine bunte, offene Gesellschaft sein.

Update vom 26. Januar, 11.01 Uhr: Ricarda Lang sagte am Rande des Parteitags gegenüber IPPEN.MEDIA, sie sei eigentlich ganz froh, heute nicht allzu prominent auf der Bühne stehen zu müssen. „Für mich ist alles etwas entspannter, ich bin zufrieden“, sagt Lang, die bis November 2024 Bundesvorsitzende der Grünen war. Ende September hatten sie und Omid Nouripour ihren Rücktritt angekündigt. Ihre Nachfolger sind Felix Banaszak und Franziska Brantner.

Parteitag der Grünen vor Bundestagswahl: IPPEN.MEDIA ist vor Ort

Update vom 26. Januar, 10.26 Uhr: Der Parteitag startete mit einer Schweigeminute für Aschaffenburg. Zeitgleich findet in Aschaffenburg ein Trauergottesdienst statt. IPPEN.MEDIA berichtet live von dem Parteitag. Unsere Autoren Moritz Maier und Peter Sieben sind vor Ort. Ein Begrüßungsvideo:

Update vom 26. Januar, 9.23 Uhr: Langsam füllt sich die Halle in der Messe Berlin, exakt 2401 Mitglieder und Gäste sind beim Bundesparteitag der Grünen, davon sind 829 stimmberechtigt. Und Diskussionsbedarf zum Wahlprogramm vor der Bundestagswahl gibt es in der Tat noch viel. Im Vorfeld waren rund 1900 Änderungsanträge eingereicht worden. Mindestens zehn sogenannte strittige Abstimmungen soll es im Lauf des Tages geben. 

Dabei geht es unter anderem um den sogenannten Zeitenwendeantrag, sagte eine Sprecherin im Vorfeld der Veranstaltung: Eine „kleine Gruppe“ innerhalb der Grünen möchte demnach den Wehrdienst aus dem Grundgesetz streichen und ist gegen die Zwei-Prozent-Regel der Nato. Das dürfte mit der Mehrheit der Grünen allerdings nicht zu machen sein. 

Außerdem stehen Fragen zum Deutschlandticket zur Debatte, die grüne Jugend fordert kostenlose Tickets für manche Bevölkerungsgruppen. Das Thema Migration steht – angesichts der aktuellen Debatten um die jüngsten Vorstöße von Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz zur Migrationspolitik – erstaunlich weit unten auf der Agenda. Es gebe „konstruktive Debatten“ dazu, im Kern sei man sich aber einig, hieß es von Teilnehmern.

Update vom 26. Januar, 8.11 Uhr: Die Grünen wollen heute bei einem Bundesparteitag in Berlin ab 9 Uhr ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl beschließen. Als Redner eingeplant: Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck, die Parteichefs Franziska Brantner und Felix Banaszak, sowie Außenministerin Annalena Baerbock. Daneben beschäftigt aber auch der Fall des Berliner Grünen-Abgeordneten Stefan Gelbhaar die Partei. Es zeigt sich: „Der ‚Fall Gelbhaar‘ wird für die Grünen zum Desaster.“

Kennen Sie alle? Diese 41 Parteien wurden formal zur Bundestagswahl 2025 zugelassen

Bundestagswahl
41 Parteien wurden für die Bundestagswahl formal zugelassen, doch nur 29 davon nehmen teil. Zwölf der Mitte Januar vom Bundeswahlausschuss formal anerkannten Parteien werden bei der Abstimmung nicht dabei sein, wie die Bundeswahlleiterin Ende Januar in Wiesbaden mitteilte. Anders als langjährige Bundestags- und Landtagsparteien hatten vor allem kleinere Parteien beispielsweise noch eine erforderliche Anzahl von Unterstützerunterschriften nachweisen müssen. © IMAGO/Sascha Steinach
Bundestagswahl
SPD, Grüne, FDP, AfD, Linke, Freie Wähler, Volt, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, Bündnis Deutschland und das Bündnis Sahra Wagenknecht sind demnach in allen 16 Ländern mit Landeslisten vertreten. Die CDU tritt in allen Bundesländern außer Bayern an, die CSU (Foto) nur in Bayern. Die übrigen Parteien werden nicht in allen Ländern auf den Stimmzetteln stehen. Acht von ihnen treten den Angaben nach jeweils nur in einem Land an. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Die SPD wird bei der Bundestagswahl 2025 auf den Wahlzetteln stehen. Die Partei schickt Kanzler Olaf Scholz erneut als Spitzenkandidat ins Rennen.
Wir haben die 41 formal zugelassenen Parteien gesammelt. Die SPD wird bei der Bundestagswahl 2025 auf den Wahlzetteln stehen. Die Partei schickt Kanzler Olaf Scholz erneut als Spitzenkandidat ins Rennen. © Hendrik Schmidt / dpa
Die CDU geht mit Friedrich Merz als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl 2025.
Die CDU geht mit Friedrich Merz als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl 2025. © Thomas Banneyer / dpa
Auch Bündnis 90/Die Grünen ist als Partei zur Bundestagswahl zugelassen. Spitzenkandidat ist Robert Habeck.
Auch Bündnis 90/Die Grünen ist als Partei zur Bundestagswahl zugelassen. Spitzenkandidat ist Robert Habeck. © Georg Wendt / dpa
Auch die FDP um Parteichef Christian Lindner wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen.
Auch die FDP um Parteichef Christian Lindner wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen.  © Moritz Frankenberg / dpa
Auf den Wahlzetteln können Wählende auch bei der AfD ihr Kreuz setzen. Mit Alice Weidel stellt die Partei auch eine Kanzlerkandidatin.
Auf den Wahlzetteln können Wählende auch bei der AfD ihr Kreuz setzen. Mit Alice Weidel stellt die Partei auch eine Kanzlerkandidatin. © Sebastian Kahnert / dpa
In Bayern wird die CSU auf dem Wahlzettel stehen
In Bayern wird die CSU auf dem Wahlzettel stehen. Die Schwesterpartei der Union ist zugelassen für die Bundestagswahl – der Name von Parteichef Markus Söder wird darauf allerdings nicht auftauchen, er bleibt als Ministerpräsident in Bayern und will nicht nach Berlin. © Daniel Vogl / dpa
Die Linke wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Linke wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. © Hendrik Schmidt / dpa
Als mindestens in einem Landtag vertretene Partei ist auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zur Wahl zugelassen.
Als mindestens in einem Landtag vertretene Partei ist auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zur Wahl zugelassen. Seit der Absplitterung von den Linken sitzt das BSW auch bereits im Bundestag. © Hannes P Albert / dpa
Auch das Bündnis Deutschland ist zur Wahl zugelassen
Auch das Bündnis Deutschland – hier ein Foto aus dem Jahr 2022 – ist als Partei, die in einem Landtag vertreten ist, zur Wahl zugelassen. Die rechtskonservative, wirtschaftsliberale Partei ist mit sieben Abgeordneten in der Bremer Bürgerschaft vertreten. © Bernd von Jutrczenka / dpa
Selbiges gilt für die Freien Wähler, hier Parteivorsitzender Hubert Aiwanger. Die Partei ist aktuell in Bayern und Rheinland-Pfalz im Landtag vertreten.
Selbiges gilt für die Freien Wähler, hier Parteivorsitzender Hubert Aiwanger. Die Partei ist aktuell in Bayern und Rheinland-Pfalz im Landtag vertreten. © Daniel Vogl / dpa
Bayern-Partei ist zur Bundestagswahl zugelassen
Zu den 31 weiteren Parteien, die der Bundeswahlausschuss wegen eingehaltener Formalitäten zur Wahl zulässt, gehört auch die Bayernpartei. Sie setzt sich laut eigenen Aussagen für „Selbstbestimmung, Föderalismus und die Eigenstaatlichkeit Bayerns“ ein. Das Foto zeigt ein Plakat aus dem Wahlkampf zur Landtagswahl in Bayern 2023. © IMAGO/Goldmann
Zur Bundestagswahl 2025 zugelassen ist auch die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, kurz MLPD.
Zur Bundestagswahl 2025 zugelassen ist auch die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, kurz MLPD. Sie versteht sich als kommunistische deutsche Kleinpartei. © IMAGO / Michael Gstettenbauer
Auch zur Bundestagswahl zugelassen: Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität, kurz BüSo. Das Foto zeigt ein Wahlplakat aus dem Jahr 2019.
Auch zur Bundestagswahl zugelassen: Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität, kurz BüSo. Das Foto zeigt ein Wahlplakat aus dem Jahr 2019. © Revierfoto via www.imago-images.de
Die Gartenpartei, hier als Wahlplakat in einer Reihe mit AfD und SPD aufgeführt zum Landtagswahl-Rennen in Sachsen-Anhalt 2021, wurde ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl.
Die Gartenpartei, hier als Wahlplakat in einer Reihe mit AfD und SPD aufgeführt zum Landtagswahl-Rennen in Sachsen-Anhalt 2021, wurde ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl. © IMAGO / Jan Huebner
Auch auf den Wahlzetteln zur Bundestagswahl dabei: Die Partei der Humanisten. Ihr Fokus liegt auf Säkularisierung und Wissenschaft.
Auch formal zugelassen: Die Partei der Humanisten. Ihr Fokus liegt auf Säkularisierung und Wissenschaft. © IMAGO / Müller-Stauffenberg
Die Basisdemokratische Partei Deutschland, kurz dieBasis, wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Basisdemokratische Partei Deutschland, kurz dieBasis, wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.  © IMAGO / IPON
Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer, hier Namensgeber Todenhöfer im Bild, wurde 2020 gegründet. Zur Bundestagswahl 2025 ist sie zugelassen.
Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer, hier Namensgeber Todenhöfer im Bild, wurde 2020 gegründet. Zur Bundestagswahl 2025 ist sie zugelassen. © Jörg Carstensen / dpa
Ebenfalls zugelassen: Die Kleinpartei Menschliche Welt.
Ebenfalls zugelassen: Die Kleinpartei Menschliche Welt. © IMAGO/Manfred Segerer
Auch das Bündnis C – hier eine Wahlwerbung für die Parteivorsitzende Karin Heepen aus dem Jahr 2019 (2. Plakat v.r.) – ist zugelassen.
Auch das Bündnis C – hier eine Wahlwerbung für die Parteivorsitzende Karin Heepen aus dem Jahr 2019 (2. Plakat v.r.) – ist zugelassen. © IMAGO / Karina Hessland
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl ist die Partei UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie.
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl ist die Partei UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie. © IMAGO/Sandy Dinkelacker
Die Partei Die PARTEI ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Ihr Vorsitzender Martin Sonneborn sitzt für die Vereinigung im EU-Parlament.
Die Partei Die PARTEI ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Ihr Vorsitzender Martin Sonneborn sitzt für die Vereinigung im EU-Parlament. © Kay Nietfeld / dpa
Auch die als rechtsextrem geltende Partei Freie Sachsen ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Auch die als rechtsextrem geltende Partei Freie Sachsen ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. © IMAGO/BODE
Auf den Wahlzetteln zur Bundestagswahl wird man ein Kreuz auch bei der Tierschutzpartei setzen können. Der Name verrät, wofür die Vereinigung besonders steht.
Auf den Wahlzetteln zur Bundestagswahl wird man ein Kreuz auch bei der Tierschutzpartei setzen können. Der Name verrät, wofür die Vereinigung besonders steht. © IMAGO/Revierfoto
Auch die Partei Ab jetzt...Demokratie durch Volksabstimmung wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen.
Auch die Partei Ab jetzt...Demokratie durch Volksabstimmung wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen. © IMAGO/Oliver Kaelke/DeFodi Images
Die Partei Cannabis Social Club (kurz: CSC) setzt sich für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland ein. Zur Bundestagswahl ist sie zugelassen.
Die Partei Cannabis Social Club (kurz: CSC) setzt sich für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland ein. Zur Bundestagswahl ist sie zugelassen. Das Symbolfoto zeigt eine Tafel mit etwaiger Aufschrift. © IMAGO / Bihlmayerfotografie
Auf dem Wahlzettel – hier ein Beispiel zur Europawahl 2024 – steht auch bei der Bundestagswahl die Partei MERA25.
Zugelassen ist auch die Partei MERA25. Sie steht nach eigener Aussage für „Linke Politik für Frieden, Solidarität und Freiheit“. © IMAGO/Manfred Segerer
Die Ökologisch Demokratische Partei, kurz ÖDP, ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Ökologisch Demokratische Partei, kurz ÖDP, ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Das Bild zeigt ein aktuelles Wahlplakat. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Franz Feiner
Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) stellt einen Sonderfall in Deutschland dar.
Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) stellt einen Sonderfall in Deutschland dar. Die Partei ist seit 1955 von der Fünf-Prozent-Hürde befreit. Dementsprechend sitzt mit Stefan Seidler gar ein Mitglied im Bundestag. Auch bei der Bundestagswahl 2025 ist die Partei wählbar. © Axel Heimken / dpa
Zur Bundestagswahl 2025 ist auch die Partei Liberale Demokraten – die Sozialliberalen (kurz: LD) zugelassen.
Zur Bundestagswahl 2025 ist auch die Partei Liberale Demokraten – die Sozialliberalen (kurz: LD) zugelassen.  © IMAGO/Bernd Leitner
Hier auf dem Stimmzettel zur Landtagswahl 2022 in NRW, bald auch auf dem Stimmzettel zur Bundestagswahl 2025: Die Partei Die LIEBE.
Hier auf dem Stimmzettel zur Landtagswahl 2022 in NRW: Die Partei Die LIEBE. © IMAGO/Juergen Schwarz
Auch die Partei Volt wird bei der Bundestagswahl 2025 wählbar sein. Unter anderem steht sie für Klimaschutz und ein starkes Europa.
Auch die Partei Volt wird bei der Bundestagswahl 2025 wählbar sein. Unter anderem steht sie für Klimaschutz und ein starkes Europa. © IMAGO/Stefan Zeitz
Die WerteUnion galt eigentlich als Verein, der den konservativen Markenkern der Union vertrat.
Die WerteUnion galt als Verein, der den konservativen Markenkern der Union vertrat. 2024 strebte Ex-Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen dann die Gründung einer eigenen Partei an, der er nun vorsitzt. Zur Bundestagswahl 2025 wurde die WerteUnion nun zugelassen. © Soeren Stache / dpa
Die Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch (kurz: DAVA) ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Die Partei gilt als Erdogan-nah.
Die Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch (kurz: DAVA) ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Die Partei gilt als Erdogan-nah. © IMAGO/Guido Schiefer
Die trotzkistische Kleinpartei Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (kurz SGP) ist zur Bundestagswahl zugelassen.
Die trotzkistische Kleinpartei Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (kurz SGP) ist zur Bundestagswahl zugelassen. Sie setzt sich gegen Kapitalismus und Krieg ein. Das Wahlplakat stammt aus dem Jahr 2023 aus Berlin. © IMAGO/Stefan Zeitz
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl 2025: Die Partei für Verjüngungsforschung.
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl 2025: Die Partei für Verjüngungsforschung. Sie setzt sich für die schnellere Entwicklung von Verjüngungstherapien ein. Das Plakat hing im Wahlkampf zur Europawahl 2024 in Chemnitz. © IMAGO/Fotostand / Nachtigall
Auf dem Stimmzettel für die Europawahl 2024 standen die Partei des Fortschrittes (kurz: PdF) und auch die V-Partei³ bereits.
Auf dem Stimmzettel für die Europawahl 2024 standen die Partei des Fortschrittes (kurz: PdF) und auch die V-Partei³ bereits. Beide wurden auch für die Bundestagswahl 2025 zugelassen. Die ³ bei der V-Partei steht übrigens für „Veränderung, Vegetarier und Veganer“. © IMAGO/Manfred Segerer
Die Partei DIE SONSTIGE ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Partei DIE SONSTIGEN ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Laut Website steht man als „Friesenpartei“ für „skurrile Minderheiten, Systemwechsel & gegen neurechte Klima-Leugnung“. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Im Wahllokal kann man seinen Stimmzettel auch mit einem Kreuz bei der Dr. Ansay Partei in die Urne werfen.
Auch die Dr. Ansay Partei wurde zugelassen. © Patrick Pleul / dpa
Die Partei DIE NEUE MITTE ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Partei DIE NEUE MITTE ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. © bpb
Die Piratenpartei Deutschland ist ebenfalls für die Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Piratenpartei Deutschland ist ebenfalls für die Bundestagswahl 2025 zugelassen. Das Plakat stammt aus der Kampagne zur Europawahl 2024. © IMAGO/Fotostand / Nieweler

Parteitag der Grünen: Wahlprogramm für Bundestagswahl auf der Agenda – Umfrage-Aufwind

Erstmeldung: Berlin – Bald ist es so weit: Am 23. Februar steht die Bundestagswahl an. Bei allen Parteien ist der Wahlkampf bereits angelaufen. Doch bei den Grünen muss das Wahlprogramm noch final beschlossen werden. Beim Parteitag am Sonntag (26. Februar) in Berlin dürfen die Parteimitglieder das Programm dann offiziell beschließen.

Robert Habeck hat große Ambitionen. Der amtierende Wirtschaftsminister will Bundeskanzler werden. Beim Grünen Parteitag Mitte November wurde Habeck bereits auserkoren, die Grünen bei der Bundestagswahl im Wahlkampf anzuführen. Das vorläufige Parteiprogramm ist rund 70 Seiten lang. Das Gerüst steht bereits. Grundlegendes wird sich wohl nicht mehr ändern.

Grünen mit Aufwind nach dem Ampel-Aus – Großer Verlierer vor der Bundestagswahl ist die FDP

Seit dem Ampel-Aus sind die Grünen in einem leichten Aufwind. In den Umfragen konnte die Partei seit November wieder zulegen. Während Habecks Partei kurz vor der US-Wahl die 10-Prozent-Marke anvisiert hatte, liegt die Partei in den aktuellen Umfragen bei um die 14 Prozent. Nachdem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) seinen Finanzminister Christian Lindner (FDP) aus der Regierung geworfen hatte, litt vor allem die FDP unter dem plötzlichen Regierungsende.

Im ZDF-Politbarometer vom 24. Januar steht die FDP bei 4 Prozent – und würde somit nicht in den Bundestag einziehen. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2021 kam die Partei noch auf 11,4 Prozent. Für Lindner wäre das ein historisch schlechtes Ergebnis. Die Grünen hingegen liegen im Vergleich zur letzten Wahl ungefähr gleich auf. Damals schaffte es die Partei auf 14,7 Prozent.

Wichtige Termine vor der Bundestagswahl im Überblick:

  • 26. Januar: Sonderparteitag der Grünen in Berlin
  • 27. bis 31. Januar: Letzte vollständige Sitzungswoche des Bundestags vor der Wahl
  • 3. Februar: CDU-Parteitag in Berlin – hier wollen die Christdemokraten ein „Sofortprogramm“ verabschieden
  • 9. Februar: Sonderparteitag der FDP in Potsdam
  • 9. Februar: TV-Duell von ARD und ZDF zwischen Friedrich Merz und Olaf Scholz
  • 10. und 11. Februar: Letzte zwei Sitzungstage des Bundestags vor der Wahl
  • 13. Februar: ZDF-Diskussionsrunde mit Scholz, Merz, Habeck und Alice Weidel
  • 16. Februar: TV-Duell zwischen Scholz und Merz
  • 19. Februar: „Kanzlerduell“ zwischen Scholz und Merz bei Bild und Welt
  • 20. Februar: „Schlussrunde“ vom ARD und ZDF mit allen Spitzenkandidaten

Rekordspenden für die Grünen vor der Bundestagswahl

Was für die Grünen bei der Bundestagswahl 2025 von Vorteil ist: Seit dem Zusammenbruch der Ampel-Koalition am 6. November hat die Partei über acht Millionen Euro an Spenden eingesammelt – mehr als noch im Wahlkampf 2021. Gegenüber dem Spiegel sagte die politische Geschäftsführerin der Grünen, Pegah Edalatian: „Insgesamt liegen wir bei etwa 8,3 Millionen Euro.“ Außerdem gab es für die Grünen seit dem Ampel-Aus einen regelrechten Boom bei den Mitgliederzahlen. Über 30.000 neue Anträge sollen bisher eingegangen sein.

Streitpunkt Schuldenbremse vor der Bundestagswahl

Und was die Partei alles nach der Bundestagswahl geplant hat, steht im Wahlprogramm. Unter dem Titel „Zusammen Wachsen“ werben die Grünen für Veränderung. Den Fokus legt die Partei vor allem darauf, den Alltag der Menschen bezahlbar zu machen – und Investitionen für die Zukunft zu tätigen. Denn gerade an der Investitionsfrage zerbrach die alte Koalition. SPD und Grüne plädierten für eine Reform der Schuldenbremse. Christian Lindner und die FDP waren und sind strikt dagegen.

Im Programmentwurf heißt es konkret: „Der Investitionsstau in Deutschland liegt im dreistelligen Milliardenbereich.“ Um dem entgegenzuwirken, sei ein „Deutschlandfonds“ notwendig. Denn bis eine Reform der Schuldenbremse auch umgesetzt werden kann, könnte es noch dauern. Der Deutschlandfonds soll schon in der Zwischenzeit helfen. Auch die SPD fordert einen ähnlichen Ansatz in ihrem Parteiprogramm. Ob und was sich im Wahlprogramm der Grünen sonst noch ändert, wird sich morgen zeigen. (sischr/afp)

Rubriklistenbild: © Peter Sieben

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