VonJana Stäbenerschließen
Bundesrats-Entscheidungen schauen sich normalerweise nur wenige hundert Menschen an. Nicht so die zur Cannabis-Legalisierung. Hier waren es hundertmal so viele.
„1.4. wird ein historischer Tag“, schreibt eine Person unter dem Livestream des Bundesrats zu Cannabis-Legalisierung. Er ist einer der rund 70.000 Menschen, die die Entscheidung am Freitagmittag live auf YouTube und X (ehemals Twitter) verfolgen. Rund 10.000 Prozent mehr Zuschauer:innen als sonst, denn „bei vergangenen Livestreams waren es immer nur mehrere hundert“, sagt ein Mitarbeiter des Bundesrats zu BuzzFeed News Deutschland.
All diese Menschen sind live dabei und kommentieren fleißig, als der Bundesrat am Freitag, 22. März 2024, den Weg für eine Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland freimacht. Der Besitz und Anbau der Droge soll zum 1. April für Volljährige mit Vorgaben erlaubt werden, was ein Cannabis-Anwalt im Vorhinein kaum für möglich gehalten hat.
Cannabis-Legalisierung
Um den Schwarzmarkt zurückzudrängen, wird Cannabis im Betäubungsmittelgesetz von der Liste der verbotenen Stoffe gestrichen. Dafür hat sich besonders Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) seit seiner Amtszeit eingesetzt. Der Umgang mit Cannabis soll dann künftig zwar per Gesetz grundsätzlich verboten sein – aber mit drei festgelegten Ausnahmen für Personen ab 18 Jahren erlaubt.
Erlaubt werden soll ab 1. April der Besitz von bis zu 25 Gramm getrockneten Pflanzenmaterials zum Eigenkonsum, die man auch im öffentlichen Raum mit sich führen darf. In der privaten Wohnung soll man bis zu 50 Gramm aufbewahren können. Angebaut werden dürfen dort nicht mehr als gleichzeitig drei Pflanzen. Geerntet werden darf nur zum Eigenkonsum, nicht zur Weitergabe an andere. Samen, Pflanzen und geerntetes Haschisch und Marihuana müssen gegen Diebstahl und vor dem Zugriff von Kindern geschützt werden – etwa mit abschließbaren Schränken und Räumen.
Zum 1. Juli erlaubt werden sollen auch „Anbauvereinigungen“, also so etwas wie Cannabis-Clubs für Volljährige, in denen bis zu 500 Mitglieder mit Wohnsitz im Inland Cannabis anbauen und untereinander zum Eigenkonsum abgeben könne. An einem Tag höchstens 25 Gramm Cannabis je Mitglied und im Monat höchstens 50 Gramm. Für 18- bis 21-Jährige sollen monatlich 30 Gramm mit höchstens zehn Prozent Tetrahydrocannabinol (THC) zulässig sein, das ist der Stoff mit der Rauschwirkung.
Dass die Cannabis-Legalisierung durch ist, freut die meisten Zuschauer:innen natürlich allgemein. Schon während des Livestreams können sie ihre Emotionen kaum zurückhalten. Besonders Karl Lauterbach wird als „Erlöser“ gefeiert. BuzzFeed News Deutschland hat ein paar der besten Kommentare für dich gesammelt.
1. „King Karl der Erlöser“
2. „King Karl for President“
3. „Wo ist Richter Müller??“
Richter Andreas Müller ist dafür bekannt, sich als einer der wenigen für eine Cannabis-Legalisierung eingesetzt zu haben.
4. „Lauterbach der nächste Kanzler“
Mehr zum Thema: Cannabis-Legalisierung: Lauterbach stellt Gesetz vor – und lobt „Wendepunkt“
5. „Ja, wir paffen das“
Mehr zum Thema: Diese Kiffer-Regeln gelten ab Ostern
6. „OMG ich weine vor Freude“
7. „Karl Kräuterbach mein Bro“
8. „1.4. wird ein historischer Tag“
9. „Ehrenbruder Karl“
10. „Söder, was machst du jetzt, einen durchheizen?“
11. „Karl der Große“
12. „Legalisierung 2024: Ich war dabei“
13. „22.03. Neuer Feiertag überall außer in Bayern“
14. „Karl hat jetzt seinen ganz persönlichen Harem“
Mehr zum Thema: Cannabis-Legalisierung ab dem 1. April: Über „Social-Clubs“, Kauf und Konsum
15. „Aber 1. April safe, oder?“
(Mit Material der dpa)
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