Sprachtest für Kinder

CDU-Vize fordert verpflichtenden Sprachtest für alle vierjährigen Kinder

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Im Alter von vier Jahren sollen Kinder einen Sprachtest absolvieren - Bei Defiziten soll darauf besser eingegangen werden können

Der CDU-Vize Carsten Linnemann will einen verpflichtenden Sprachtest für Vierjährige im Grundsatzprogramm seiner Partei verankern und mit der Pflicht verknüpfen, bei Defiziten eine Vorschule oder eine Kita zu besuchen.

Berlin Nairobi/Johannesburg - Jedes Kind «unabhängig von Herkunft im Alter von vier Jahren» sollte einen einheitlichen und verpflichtenden Sprachtest machen, sagte Linnemann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstag). «Wer diesen Test nicht besteht, muss verpflichtend in die Vorschule oder in die Kita gehen, um deutsche Sprachkenntnisse zu erwerben», sagte Linnemann, der auch Vorsitzender der Grundsatzkommission der CDU ist. «Diese Bildungsmaßnahme will ich im CDU-Grundsatzprogramm verankern.»

Ziel sei es, dass alle Erstklässler von Anfang an dem Unterricht folgen könnten. Linnemann nannte das einen «wichtigen Schritt zu mehr Chancengerechtigkeit». «Davon werden nicht nur viele Kinder mit Migrationshintergrund profitieren, sondern auch Kinder, die in deutschsprachigen, aber bildungsfernen Haushalten aufwachsen.» Bereits 2019 hatte Linnemann, damals stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, mit einem ähnlichen Vorstoß Schlagzeilen gemacht. Damals hatte er eine Vorschulpflicht für Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen vorgeschlagen - und zudem gefordert, diese notfalls von der Einschulung zurückzustellen. Dies hatte eine kontroverse Debatte ausgelöst.

UN: Bildungskrise in Ost- und Südafrika verstärkt sich

Die Vereinten Nationen warnen am Internationalen Tag der Bildung am Dienstag vor einer Verschärfung der Bildungskrise im östlichen und südlichen Afrika. In einer gemeinsamen Mitteilung des Kinderhilfswerks Unicef und der Bildungsorganisation Unesco heißt es, 41 Millionen der insgesamt rund 165 Millionen schulpflichtigen Kinder dort erhielten keine ausreichende Schulbildung. Zu der Region gehören sowohl Krisenländer wie der Südsudan und Somalia aber auch Südafrika und Namibia. Neben fehlenden Lehrkräften bemängeln die Vereinten Nationen vor allem die knappen Budgets der Regierungen für Bildung. Somalia etwa gebe lediglich 0,3 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Bildung aus. Die Staaten in der Region hätten darüber hinaus eine nachhaltige Entwicklung des Bildungssektors in Folge des ersten Weltbildungsforums in Dakar vor 23 Jahren verpasst.

Damals einigte sich die Weltgemeinschaft auf das Ziel, bis 2015 allen Kindern weltweit Zugang zu grundlegender Bildung zu ermöglichen. In Ost- und Südafrika habe man lediglich eine provisorische Bildungsinfrastruktur aufgebaut und schlecht ausgebildete Lehrkräfte mit unsicheren Vertragsbedingungen angestellt. Diese Übergangslösungen seien noch heute weitgehend Standard. Die UN forderten die Länder der Region daher auf, künftig ein Fünftel ihrer Staatshaushalte für Bildungsausgaben bereitzustellen.

Der Internationale Tag der Bildung wird jährlich am 24. Januar gefeiert. Seit Dezember 2018 wollen die UN mit diesem Gedenktag die Rolle der Bildung für den globalen Frieden würdigen. Die afrikanischen Länder südlich der Sahara haben laut UN die niedrigste Lesekompetenz der Welt: Nur ein Zehntel der 10-Jährigen kann einen einfachen Text lesen und verstehen. (dpa)

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