„Entscheidender Moment“

Wegen Hamas-Strukturen: Gaza-Deal für Israel-Botschafter „Pakt mit dem Teufel“

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Die Waffenruhe im Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas hat offiziell angefangen. Auch die ersten drei Hamas-Geiseln seien freigelassen worden. Der News-Ticker.

Update vom 20. Januar, 11.02 Uhr: Der israelische Botschafter in Deutschland hat die Gaza-Waffenruhe mit der Hamas als „Pakt mit dem Teufel“ bezeichnet. Die Diskussion um die Freilassung der Geiseln sei „schwierig“, sagte Ron Prosor heute im ZDF-„Morgenmagazin“. Es sei „nicht einfach“, die Infrastruktur der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen zu beseitigen und gleichzeitig die Geiseln zurückzuholen.

Angehörige von Geiseln, die von der Hamas im Gazastreifen gefangen gehalten werden, und ihre Unterstützer versammeln sich vor der Residenz von Ministerpräsident Netanjahu.

Die Waffenruhe sei auch eine Möglichkeit zu sehen, ob es Kräfte auf Seiten der Palästinenser gebe, „die wirklich mit uns in Frieden leben wollen“, sagte Prosor. „Bis jetzt sieht es nicht so aus“, fügte er hinzu. Prosor bekräftigte das Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahostkonflikt. Nur wer auf palästinensischer Seite bereit sei zu sagen, „dass es eigentlich zwei Staaten für zwei Völker sein sollen“, könne mit Israel ins Gespräch kommen.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Update vom 19. Januar, 16.18 Uhr: Inzwischen wurden die ersten drei Geiseln von der Terrororganisation Hamas freigelassen. Wie aus Informationen von örtlichen Medien hervorgeht, seien sie dem Roten Kreuz übergeben worden.

Update vom 19. Januar, 15.55 Uhr: Der israelische Sender Keshet 12 berichtet unter Berufung auf eigene Quellen, dass die israelischen Geiseln noch nicht an das Rote Kreuz übergeben wurden. Zuvor war behauptet worden, dass die Geiseln übergeben wurden. Aufnahmen arabischer und israelischer Sender zeigen, dass die Vorbereitungen immer noch laufen.

Update vom 19. Januar, 15.20 Uhr: Der Sender Al-Arabiya berichtet, dass die drei weiblichen Geiseln von der Hamas an das Internationale Rote Kreuz übergeben wurden. Zuvor waren Aufnahmen eines Konvois des Roten Kreuzes aufgetaucht, die in Gaza einfuhren, um die Geiseln abzuholen. Die israelische Armee meldete, dass Helikopter für den Transport der Geiseln bereitstehen. Israelischen Medien zufolge sollen die Frauen erst in Krankenhäuser gebracht werden, um eine allgemeine Gesundheitskontrolle durchzuführen.

Update vom 19. Januar, 11.40 Uhr: Während sich der Beginn der Waffenruhe im Gaza-Krieg verzögert hat, soll es palästinensischen Angaben zufolge wieder Tote infolge der zunächst weiter andauernden Angriffe gegeben haben. 19 Menschen seien zwischen 7.30 Uhr und 10.15 Uhr MEZ im Gazastreifen ums Leben gekommen, teilte der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz mit. 

Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie prüfe die Berichte. Das israelische Militär hatte zuvor mitgeteilt, die Armee gehe angesichts der Verzögerung weiter gegen Ziele im Norden und Zentrum des Gazastreifens vor.

Eigentlich hätte die Feuerpause um 7.30 Uhr MEZ gemäß einem Abkommen zwischen Israel und der islamistischen Hamas eine Waffenruhe beginnen sollen. Sie verzögere sich um knapp drei Stunden, weil die Hamas, anders als vereinbart, zunächst keine Liste mit den Namen dreier heute freizulassender Geiseln übermittelte.

Waffenstillstand in Gaza beginnt: Israel erhält Namen der Geiseln

Update vom 19. Januar, 10.12 Uhr: Der Waffenstillstand in Gaza soll laut dem Büro des israelischen Premierministers um 11.15 Uhr (Ortszeit) - also in wenigen Minuten - beginnen. Laut dem israelischen Sender Keshet 12 wurde der Armee befohlen, Angriffe auf den Streifen zu beenden.

Update vom 19. Januar, 10 Uhr: Das Büro des israelischen Premierministers bestätigt, dass die Liste mit den Namen der weiblichen Geiseln, die freigelassen werden sollen, in Israel eingegangen ist. Dies berichten mehrere israelische Sender wie Keshet 12 und Kan News übereinstimmend.

Update vom 19. Januar, 9.35 Uhr: Mehrere israelische Sender und Zeitungen sowie die russische Agentur Tass berichten nun unter Berufung auf israelische Beamte, die Regierung habe die Liste der Geiseln, die von der Hamas freigelassen werden sollen, vor wenigen Minuten erhalten. Bislang hatte die israelische Armee Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt, da diese Liste noch nicht eingegangen war.

Wegen Geiseldeal mit Hamas: Israelischer Minister tritt aus Regierung zurück

Update vom 19. Januar, 9.28 Uhr: Der militärische Sprecher der Hamas, der unter dem Namen „Abu Ubaida“ bekannt ist, veröffentlichte die Namen der weiblichen Geiseln, die von der Hamas in einem ersten Schritt freigelassen wurden. Demnach handelt es sich um die Geiseln Romy Gonen (24), Emily Damari (28) und Doron Shtanbar Khair (31).

Update vom 19. Januar, 9.25 Uhr: Der rechtsextreme israelische Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, hat seinen Rücktritt aus der Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu erklärt. Zusammen mit Ben-Gvir sind alle Minister seiner Partei Otzma Yehudit ebenfalls aus der Regierung ausgetreten. Der Grund sei der „unverantwortliche Geiseldeal“, hieß es in einer Erklärung der Partei. Israelische Rechtsextreme wie Ben-Gvir oder etwa Finanzminister Bezalel Smotrich fordern eine Fortsetzung der Kämpfe im Gazastreifen.

Update vom 19. Januar, 9.05 Uhr: Eine hochrangige Hamas-Quelle teilte laut dem israelischen Sender Kan News mit, man habe die Liste mit den Namen der weiblichen Geiseln an Israel übermittelt. Israel werde die Liste „innerhalb weniger Minuten“ haben, zitierte der Sender den Hamas-Vertreter.

Update vom 19. Januar, 8.50 Uhr: Palästinensischen Behörden zufolge wurden bei israelischen Luftangriffen nach der ursprünglichen Startzeit des Deals zur Feuerpause und den Geiseln bislang acht Personen getötet und weitere 25 verletzt. Israel betont, dass der Geiseldeal bis zur Veröffentlichung einer Liste mit den Namen der Geiseln, die freigelassen werden sollen, keine Anwendung finden wird. Dem israelischen Militär zufolge führen Kampfjets derzeit weitere Angriffe auf den Gazastreifen durch.

Hamas liefert Liste von Geiseln nicht: „Wegen technischen Gründen“

Update vom 19. Januar, 8.30 Uhr: Die Hamas veröffentlichte eine Erklärung und bestätigte, dass man sich an die Einigungen im Rahmen des Geiseldeals mit Israel halten werde. Die Übergabe der Liste mit den Namen der Geiseln verzögere sich lediglich wegen „technischen Gründen“, zitierte der arabische Sender Al-Jazeera aus der Mitteilung. Indes teilte die israelische Armee mit, dass man Hamas-Ziele im Gazastreifen attackiere. Das Militär sprach von mehreren Drohnen- und Artillerieangriffen.

Update vom 19. Januar, 7.43 Uhr: Die für 07.30 Uhr (MEZ) geplante Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Gaza-Krieg verzögert sich. Das teilte Israels Armeesprecher Daniel Hagari mit. Hintergrund sei, dass die Hamas bislang keine Liste mit den Namen der drei Geiseln übermittelt habe, die im Laufe des Tages im Rahmen des Deals freikommen sollen.

Update vom 19. Januar, 7.12 Uhr: Die Waffenruhe im Gazastreifen zwischen Israel und der Hamas soll heute um 07.30 Uhr (MEZ) in Kraft treten. Unmittelbar davor hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Forderung nach einer Liste der heute freikommenden Geiseln bekräftigt. Netanjahu habe die Armee angewiesen, dass die Waffenruhe „erst dann beginnt, wenn Israel die Liste der freigelassenen Geiseln erhalten hat“, erklärte sein Büro, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Die Hamas verwies auf „technische Gründe“ für die Verspätung, hieß es weiter. Die Hamas hätte die Geisel-Namen eigentlich bereits am Vortag mitteilen müssen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. (Archivbild)


Update vom 18. Januar, 6.22 Uhr: Nach dem israelischen Sicherheitskabinett hat jetzt auch die gesamte Regierung die Vereinbarung mit der Hamas über eine Waffenruhe und die Freilassung weiterer Geiseln gebilligt. Das teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Nacht zum Samstag mit. Trotz des Widerstands einiger rechtsextremer Politiker gegen das Abkommen war mit dem Mehrheitsbeschluss der Regierung gerechnet worden.

Geisel-Deal zwischen Hamas und Israel: Sicherheitskabinett billigt Abkommen

Update vom 17. Januar, 15.05 Uhr: Das Sicherheitskabinett Israels hat das Waffenruhe-Abkommen mit der Hamas gebilligt. Zu dem Abkommen gehört auch der Tausch israelischer Geiseln aus dem Gazastreifen gegen in Israel inhaftierte Palästinenser. Wie das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mitteilte, unterstütze die Einigung „die Erreichung der Kriegsziele“.

Scholz fordert bei Waffenruhe im Gaza-Krieg die Entwaffnung der Hamas

Update vom 17. Januar, 13.36 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat anlässlich der Vereinbarung einer Waffenruhe im Gaza-Konflikt die endgültige Entwaffnung der Hamas verlangt. „Der Terror der Hamas muss enden“, betonte Scholz am Freitag, dem 17. Januar, nach Gesprächen mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson in Berlin. „Die Hamas ist aufgerufen, ihre Waffen ein für alle Mal niederzulegen.“

Update vom 17. Januar, 9.48 Uhr: Laut der Nachrichtenseite Haaretz hat Israels Verteidigungsminister Israel Katz die Haftstrafen für alle inhaftierten israelischen Siedler aufgehoben. Er begründete diesen Schritt mit der bevorstehenden Waffenruhe im Gaza-Konflikt. Am Freitag, dem 17. Januar, äußerte er laut dem Bericht seine Besorgnis über die „Freilassung von Terroristen“. Mit dieser Entscheidung solle eine „klare Botschaft“ gesendet werden, um die Bevölkerung zu Siedlungsprojekten zu ermutigen.

Waffenruhe im Gaza-Krieg: Israel und Hamas wollen ab Sonntag mit Feuerpause beginnen

Update vom 17. Januar, 6.00 Uhr: Gemäß der am Mittwoch von Katar bekanntgegebenen Vereinbarung soll die Waffenruhe am Sonntag um 11.15 Uhr MEZ beginnen. Ein Sprecher von Netanjahu habe jedoch laut der Times of Israel erklärt, dass Gegner des mehrstufigen Abkommens innerhalb der israelischen Regierung 24 Stunden Zeit erhalten müssten, um eine Petition beim Obersten Gerichtshof einzureichen. Dies würde bedeuten, dass die Feuerpause erst am Montag (20. Januar) in Kraft treten könnte, also einen Tag später als ursprünglich vorgesehen.

Update vom 17. Januar, 5.05 Uhr: In den frühen Morgenstunden hat das Büro von Israels Ministerpräsident Netanjahu erklärt, dass die Zustimmung zu einer Feuerpause im Gazastreifen unmittelbar bevorsteht. „Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurde vom Verhandlungsteam darüber informiert, dass eine Einigung über die Freilassung der Geiseln erzielt wurde“, teilte sein Büro mit.

Trump fordert Gaza-Deal vor Amtsantritt

Update vom 17. Januar, 4.05 Uhr: Der zukünftige US-Präsident Donald Trump verlangt, dass eine endgültige Waffenruhe und die Freilassung der Geiseln im Gaza-Konflikt vor seiner Amtseinführung am Montag erreicht werden. „Das sollte besser erledigt sein, bevor ich den Amtseid ablege“, äußerte Trump in einer Sendung des US-Podcasters Dan Bongino. Am Montag wird der Republikaner in Washington als 47. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt.

Trump wiederholte seine Behauptung, dass ohne seinen Einfluss keine Einigung in dem Konflikt erzielt worden wäre. Er kritisierte, dass der scheidende Präsident Joe Biden dies als seinen eigenen Verhandlungserfolg darstelle. „Er hat nichts getan“, sagte der 78-Jährige in Bezug auf Biden. „Wenn wir uns nicht eingeschaltet hätten, dann würden die Geiseln nie freikommen.“ Er fügte hinzu: „Ich bin nicht auf der Suche nach Anerkennung. Ich will diese Leute herausholen.“

Update vom 16. Januar, 16.44 Uhr: Einige Tage vor dem erwarteten Beginn der im Gaza-Konflikt vereinbarten Waffenruhe intensivierte Israel seine Angriffe auf das palästinensische Gebiet. In der Nacht und am Donnerstag, also nach der Einigung auf eine Feuerpause, wurden bei heftigen Luftangriffen mindestens 77 Palästinenser getötet, wie aus Angaben der Behörden und von Bewohnern im Gazastreifen hervorging. Diese können jedoch nicht unabhängig verifiziert werden.

Auch militante Palästinenser in dem Küstengebiet setzten ihre Angriffe fort. Das israelische Militär berichtete, dass eine Rakete auf Israel abgefeuert wurde, wobei niemand verletzt wurde. Am Mittwoch hatten sich Israel und die radikal-islamische Hamas auf eine Feuerpause in dem seit 15 Monaten andauernden Konflikt geeinigt, die am Sonntag in Kraft treten soll.

Smotrich will Kampf gegen Hamas fortsetzen – Hardliner stellt Bedingungen für Waffenruhe

Update vom 16. Januar, 14.55 Uhr: Die Partei „Religiöser Zionismus“ unter der Führung des ultrarechten Hardliners Bezalel Smotrich stellt sich mit Blick auf die ausgehandelte Waffenruhe in Gaza weiterhin quer. Smotrich kündigte an, dass man nur dann Teil der Regierung von Ministerpräsident Netanjahu bleiben wolle, wenn dieser die Kämpfe mit der Hamas im Gazastreifen nach der ersten Phase der Waffenruhe fortsetzen werde. Das meldete das israelischen Portal Haaretz.

In der ersten, 42 Tage andauernden Phase des Abkommens zwischen Israel und der Hamas sollen unter anderem 33 Geiseln aus der Gefangenschaft der Terrororganisation freikommen. Finanzminister Smotrich hatte zuvor seine Unzufriedenheit über den Deal mit der Terrororganisation geäußert und mit dem Verlassen der Regierung gedroht. Die in Doha getroffenen Vereinbarungen sehen vor, dass Israel nach der ersten Phase die Kontrolle über die Philadelphi-Passage abgibt. Das teilte ein nicht namentlich genannter Offizieller Haaretz mit. Die etwa 14 Kilometer lange Sicherheitszone liegt zwischen dem Gazastreifen und Ägypten. Der Hauptzweck dieser Sicherheitszone ist es, die Verhinderung des Schmuggels von Waffen und Ausrüstung in den Gazastreifen zu unterbinden.

Update vom 16. Januar, 12.22 Uhr: Mossad-Chef David Barnea und die israelische Delegation sollen sich weiterhin in Doha aufhalten, um den Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas zu finalisieren. Das will das Portal The Times of Israel erfahren haben. Obwohl die USA und Katar bereits am Mittwochabend eine Einigung bekannt gegeben haben, bestehe Israel offenbar noch auf der Klärung von Detailfragen. Dabei gehe es unter anderem darum, welche palästinensischen Gefangenen Israel freilassen solle. Eine offizielle Bestätigung der Vereinbarung durch die Regierung von Netanjahu in Israel stehe demnach noch aus.

Update vom 16. Januar, 10.32 Uhr: Die Hamas hat die Anschuldigungen des israelischen Regierungschefs Netanjahu zurückgewiesen, sie würden sich aus bestimmten Aspekten der vereinbarten Waffenruhe zurückziehen wollen. Der hochrangige Hamas-Vertreter Issat El-Reschik erklärte, man halte an der von den Vermittlern vorgelegten Übereinkunft fest. Netanjahu hatte am Donnerstagmorgen verlauten lassen, seine Regierung werde dem Abkommen erst dann offiziell zustimmen, wenn die Vermittler Israel darüber in Kenntnis setzen, dass die Hamas allen Bestandteilen der Vereinbarung zugestimmt habe.

Update vom 16. Januar, 10.10 Uhr: Israels Premierminister Benjamin Netanjahu wirft der Hamas vor, sich von bestimmten Aspekten der vereinbarten Waffenruhe zurückziehen zu wollen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. „Die Hamas zieht sich von Teilen der Vereinbarung zurück, die mit den Vermittlern und Israel getroffen wurde, um in letzter Minute Zugeständnisse zu erpressen“, erklärt Netanjahu. Daher verzögere sich auch die Zustimmung seitens Israels. „Das israelische Kabinett wird sich nicht versammeln, bis die Vermittler Israel darüber informieren, dass die Hamas allen Elementen der Vereinbarung zugestimmt hat“, fügt Netanjahu hinzu. Nach der Einigung war vorgesehen, dass die israelische Regierung noch am Donnerstag offiziell zustimmt.

Update vom 16. Januar, 8.12 Uhr: Bei einer propalästinensischen Kundgebung nach der Waffenruhe-Einigung sind in Berlin mehrere Menschen festgenommen worden. Unter anderem „wegen des Skandierens verbotener Parolen“ seien mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte die Polizei mit. Am Abend versammelten sich demnach im Stadtteil Neukölln bis zu 150 Menschen spontan. Dabei sei es „wiederholt zu Straftaten seitens der Versammlungsteilnehmenden“ gekommen. Die Polizei habe die Kundgebung daher aufgelöst. Spontane Kundgebungen gab es auch in anderen deutschen Städten.


Update vom 16. Januar, 6.04 Uhr: Annalena Baerbock (Grüne) hat angesichts der Vereinbarung über eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas von einem „Tag der Erleichterung“ gesprochen. „Erleichterung darüber, dass das Leid auf allen Seiten nun ein Ende finden kann“, führte die Bundesaußenministerin in einer Erklärung aus.

Baerbock rief alle Beteiligten auf, die Vorgaben des Abkommens zu erfüllen. Die Waffenruhe kann aus ihrer Sicht „der erste Schritt für einen echten politischen Prozess sein“ hin zu einem „dauerhaften Frieden“ sein. „Diese Chance dürfen wir nicht verstreichen lassen“, mahnte Baerbock und warb für eine Zweistaatenlösung im Nahen Osten. Dies sei „die einzige Lösung, die Palästinensern wie Israelis ein Leben in Frieden, Sicherheit und Würde ermöglicht“.

Update vom 16. Januar, 5.29 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will erst nach abschließender Klärung von Details eine Erklärung zu der Waffenruhe im Gazastreifen abgeben. An den letzten Einzelheiten des Abkommens werde derzeit noch gearbeitet, teilte das Büro des Regierungschefs mit. Laut der israelischen Nachrichtenseite Ynet handelt es sich um „technische Details“ wie der genauen Zusammensetzung der Häftlingsliste. Mit der Billigung durch das Sicherheitskabinett und der Regierung sei zu rechnen. 

Gaza-Deal zwischen Israel und Hamas: Einigung über Geisel-Freilassung und Waffenruhe

Update vom 15. Januar, 22.55 Uhr: Der israelische Staatspräsident Izchak Herzog hat das Sicherheitskabinett und die Regierung seines Landes dazu aufgerufen, die Waffenruhe-Vereinbarung mit der Hamas zu billigen. „Wir befinden uns in einem äußerst entscheidenden Moment“, sagte Herzog nach Angaben seines Büros. 

Nach mehr als 15-monatigen, heftigen Kämpfen hatten sich Israel und die islamistische Hamas nach Angaben des Vermittlers Katar auf eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung von Geiseln im Gegenzug für palästinensische Häftlinge geeinigt. Sie soll am Sonntag in Kraft treten und in einer ersten Phase 42 Tage dauern. Zuvor muss sie aber noch von Israels Sicherheitskabinett und Regierung gebilligt werden. 

Update vom 15. Januar, 22.25 Uhr: Der scheidende US-Präsident Joe Biden hat im Detail die Inhalte des ausgehandelten Gaza-Deals dargelegt. Es handele sich bei der Einigung um den Drei-Stufen-Plan, den er bereits im Frühling vorgestellt habe, sagte der Demokrat im Weißen Haus in Washington. In der ersten Phase gehe es um eine vollständige Waffenruhe und den Rückzug der israelischen Streitkräfte aus allen dicht besiedelten Gebieten des Gazastreifens. Es solle außerdem zunächst eine bestimmte Gruppe von Geiseln freigelassen werden – darunter Frauen, Ältere und Verletzte.

In der zweiten Phase sollten dann alle restlichen lebenden Geiseln freigelassen werden, darunter auch männliche Soldaten. Und das israelische Militär solle sich komplett aus dem Gazastreifen zurückziehen. In der dritten Phase sollen laut Biden die letzten Überreste getöteter israelischer Geiseln an ihre Familien zurückgegeben werden. Außerdem soll dann der Wiederaufbau im Gazastreifen beginnen. Während Biden seine Beteiligung an dem Plan betonte, rühmte sich auch der designierte US-Präsident Donald Trump für das Abkommen zwischen Israel und der Hamas.

Gaza-Deal zwischen Israel und Hamas: Waffenruhe soll laut Katar ab Sonntagmittag beginnen

Update vom 15. Januar, 21.10 Uhr: Die zwischen Israel und der Hamas vereinbarte Waffenruhe soll nach Darstellung des Vermittlers Katar am Sonntagmittag um 12.15 Uhr (11.15 Uhr MEZ) im Gazastreifen in Kraft treten. Darauf hätten sich die beiden Konfliktparteien geeinigt, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, dem Nachrichtensender Al Jazeera.

Vor Inkrafttreten der Vereinbarung würden „führende Teams“ schon am Donnerstag die Arbeit beginnen, um die Details zu besprechen, sagte al-Ansari. Dabei sollten Vertreter der drei Vermittlerstaaten Katar, Ägypten und USA gemeinsam verfolgen, ob die Einigung auch umgesetzt wird. „Die nächste Phase erfordert wirklichen Druck, um die Umsetzung der Vereinbarung sicherzustellen“, sagte al-Ansari.

Abkommen zwischen Israel und Hamas: US-Präsident Biden „begeistert“ – Baerbock betont Chance

Update vom 15. Januar, 20.12 Uhr: Auch Katar hat die Einigung zwischen Israel und der Hamas bestätigt. Nach Angaben Katars soll die Feuerpause am Sonntag beginnen. Das erklärte Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani nach Gesprächen in Doha.

Während US-Präsident Joe Biden laut AFP-Bericht erklärte, „begeistert“ über die vereinbarte Geisel-Freilassung im Gazastreifen zu sein, mahnte Außenministerin Annalena Baerbock noch, die Gelegenheit zu einer Waffenruhe im Gazastreifen nicht verstreichen zu lassen. „In diesen Stunden gibt es Hoffnung, dass die Geiseln endlich freikommen und das Sterben in Gaza ein Ende findet“, schrieb die Grünen-Politikerin auf der Plattform X mit Blick auf Medienberichte. „Alle, die Verantwortung tragen, sollten jetzt dafür sorgen, dass diese Chance genutzt wird.“

Nach Einigung zwischen Israel und Hamas: Menschen feiern im Gazastreifen – Videos zeigen Freudentränen

Update vom 15. Januar, 19.45 Uhr: Nach Medienberichten, dass sich Israel und die islamistische Hamas auf eine Waffenruhe im Gazastreifen geeinigt haben, sind im Gazastreifen Feiern ausgebrochen. Augenzeugen zufolge sind Zehntausende jubelnde Menschen auf die Straßen geströmt. In palästinensischen und sozialen Medien verbreitete Aufnahmen zeigen singende und tanzende Menschen. Zu sehen sind auch Männer, die offenbar vor Freude weinen. 

Israel und die islamistische Hamas haben sich nach Berichten mehrerer israelischer Medien auf eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung von Geiseln im Gegenzug für palästinensische Häftlinge geeinigt. Eine offizielle Bestätigung dafür steht aber noch aus. Von Israel hieß es, es gebe noch mehrere ungeklärte Klauseln und man hoffe, die Details noch am Abend zu finalisieren.

Erstmeldung: Tel Aviv/Gaza – Israel und die islamistische Palästinenserorganisation Hamas sollen sich Berichten zufolge in Verhandlungen über eine Waffenruhe und die Freilassung der festgehaltenen Geiseln geeinigt haben. Neben Sky News meldete auch Axios am Mittwochabend die Einigung – zunächst unter Berufung auf Hamas-Quellen sowie US-Kreise.

Gaza-Abkommen zwischen Israel und Hamas – Verhandlungs-Durchbruch nach 15 Monaten Krieg

Demnach seien die Vermittlungsgespräche in Katar abgeschlossen und nach 15 Monaten Krieg zu einem Ergebnis gekommen. Nach aktuellem Stand der Informationen soll im Rahmen der Vereinbarung eine anfängliche sechswöchige Waffenruhe vorgesehen sein. Dabei soll sich Israels Militär schrittweise aus dem Gazastreifen zurückziehen – die Hamas werde zunächst 22 israelische Geiseln freilassen. Das geht aus einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters hervor.

Deal über Geisel-Freilassung und Waffenruhe zwischen Israel und Hamas

Unter den Geiseln, die die palästinensische Terrorgruppe laut Bericht freilassen soll, seien alle festgehaltenen Frauen, Kinder und Männer über 50. Israel werde demnach für jede zivile Geisel der Hamas einen palästinensischen Gefangenen aus der Haft entlassen. Eine offizielle Bestätigung werde in den kommenden Stunden erwartet, hieß es in israelischen Medienberichten. Times of Israel meldete, dass ein israelischer Beamter das Zustandekommen des Deals mit der Hamas bestätigt habe. Am Donnerstagvormittag (16. Januar) soll das Abkommen demnach im israelischen Sicherheitskabinett bestätigt werden.

Das katarische Außenministerium, das monatelang als Vermittler tätig war, will nach eigenen Angaben auf einer Pressekonferenz über die Verhandlungen berichten. Das Außenministerium postete am Abend auf der Plattform X einen Link zu einer Live-Übertragung. Eine Uhrzeit nannte das Ministerium nicht. Bereits seit Monaten liefen Bemühungen der USA, Ägyptens und Katars, durch indirekte Verhandlungen Israel zu einer Waffenruhe und die Hamas zur Freilassung israelischer Geiseln zu bewegen. Die Gespräche traten aber monatelang auf der Stelle.

Trump teilt Erleichterung über Gaza-Deal: Geiseln der Hamas „werden in Kürze freigelassen“

Auch der künftige US-Präsident Donald Trump zeigte sich in einem Post auf seiner Social-Media-Plattform erleichtert über die Berichte. „Wir haben eine Einigung für die Geiseln im Nahen Osten“, schrieb er auf seinem Online-Sprachrohr in Versalien. „Sie werden in Kürze freigelassen. Danke.“ 

Trump hatte der Hamas in den vergangenen Wochen mit deutlichen Worten gedroht. Er ließ wissen, dass im „Nahen Osten die Hölle losbrechen“ werde. Es werde „nicht gut für die Hamas sein, und es wird – offen gesagt – für niemanden gut sein“, wenn die entführten Geiseln nicht bis zu seiner Amtseinführung am kommenden Montag zurück seien, sagte er etwa in einer Pressekonferenz. (pav mit dpa)

Rubriklistenbild: © Mahmoud Illean/dpa

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