Krieg in Nahost

Gaza-Deal zwischen Israel und Hamas: Biden erklärt Stufen-Plan – Trump rühmt sich für Abkommen

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Nach 15 Monaten heftigen Kämpfen in Nahost haben sich Israel und die Hamas geeinigt. Biden benennt die drei Stufen des Abkommens – Trump sieht in dem Deal sein Verdienst.

Washington D.C./Gaza/Tel Aviv – Während Berichten zufolge im Gazastreifen gefeiert wird, dass Israel und Hamas sich geeinigt haben, betont US-Präsident Joe Biden seine Rolle bei den Verhandlungen. Weniger als eine Woche vor Ende seiner Amtszeit und der Inauguration des Republikaners Donald Trump unterstrich Biden am Mittwochabend, „dass dieses Abkommen unter meiner Regierung ausgearbeitet und ausgehandelt wurde.“ Der Deal über eine Waffenruhe und die Freilassung der Geiseln gehe auf einen Plan zurück, den er bereits im Mai vorgestellt hatte – einen Drei-Stufen-Plan.

Krieg in Nahost: Israel und Hamas einigen sich – Deal über Waffenruhe und Freilassung der Geiseln

Am Mittwochabend hatten Medien zunächst unter Berufung aus US-Kreisen sowie Quellen der Hamas gemeldet, dass sich die palästinensische Terrormiliz und Israel bei den Verhandlungen über eine Waffenruhe und die Freilassung der festgehaltenen Geiseln geeinigt haben. Später bestätigten dies gegenüber israelischen Medien auch Beamte aus Israel sowie die Führung in Katar bei einer Pressekonferenz. Demnach soll die Waffenruhe ab Sonntagmittag in Kraft treten.

Gaza-Deal zwischen Israel und Hamas: US-Präsident Joe Biden erklärt Stufen des Abkommens.

In Washington erläuterte Biden die Stufen des Deals. Die Phasen für eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung von Geiseln im Gegenzug für palästinensische Häftlinge sehen laut Biden wie folgt aus:

Phase eins: Waffenruhe und israelischer Rückzug aus dicht besiedelten Gebieten

Die erste Phase soll sechs Wochen dauern. Dem Vernehmen nach soll sie Folgendes beinhalten: eine vollständige Waffenruhe und einen Rückzug der israelischen Streitkräfte aus allen dicht besiedelten Gebieten des Gazastreifens. Palästinenser sollen demnach in alle Teile des Gazastreifens zurückkehren können. Es solle außerdem zunächst eine bestimmte Gruppe von Geiseln freigelassen werden – darunter Frauen, Ältere und Verletzte. Biden betonte, darunter seien auch amerikanische Staatsbürger. Im Gegenzug sollten Hunderte Palästinenser freikommen, die in Israel inhaftiert seien. Ziel sei auch, sofort in großem Stil humanitäre Hilfe in das Küstengebiet zu bringen. 

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Phase zwei: Restliche Geiseln freilassen und kompletter Rückzug aus Gaza-Streifen

Während der sechswöchigen Phase eins sollten dann die notwendigen Vereinbarungen ausgehandelt werden, um zu Phase zwei zu gelangen: zu einem dauerhaften Ende der Kämpfe. Die Waffenruhe solle andauern, solange diese Verhandlungen liefen – auch falls sich dies länger als sechs Wochen hinziehe. In der zweiten Phase sollten dann alle restlichen lebenden Geiseln freigelassen werden, darunter auch männliche Soldaten. Und das israelische Militär solle sich komplett aus dem Gazastreifen zurückziehen. „Und die vorübergehende Waffenruhe wird dauerhaft“, betonte Biden. Der Demokrat hatte Ende Mai gesagt, auch diese zweite Phase solle sechs Wochen dauern. 

Phase drei: Dauerhafte Waffenruhe und Wiederaufbau

In der dritten Phase des Abkommens zwischen Israel und Hamas sollen laut Biden die letzten Überreste getöteter israelischer Geiseln an ihre Familien zurückgegeben werden. Außerdem soll dann der Wiederaufbau im Gazastreifen beginnen. Biden hatte dafür Ende Mai eine Dauer von drei bis fünf Jahren in Aussicht gestellt.

Am Donnerstag muss der Deal nach israelischen Angaben noch im Sicherheitskabinett bestätigt werden. Der israelische Staatspräsident Izchak Herzog rief das Sicherheitskabinett und die Regierung seines Landes am Mittwochabend dazu auf, die Waffenruhe-Vereinbarung mit der Hamas zu billigen. „Wir befinden uns in einem äußerst entscheidenden Moment“, sagte Herzog nach Angaben seines Büros. Viele Verhandlungen waren in der Vergangenheit gescheitert.

Trump rühmt sich für Gaza-Deal zwischen Israel und Hamas – „Wir haben so viel erreicht“

Trump verbucht – ebenso wie offenbar Biden – den Durchbruch in den Verhandlungen als sein Verdienst. Sein Wahlsieg habe der Welt zu verstehen gegeben, dass seine Regierung Frieden anstreben und Vereinbarungen aushandeln werde, um die Sicherheit aller Amerikaner und der Verbündeten zu gewährleisten. „Wir haben so viel erreicht, ohne dass wir überhaupt im Weißen Haus waren“, schrieb er auf seiner Online-Plattform Truth Social. (dpa/pav)

Rubriklistenbild: © BASHAR TALEB/ROBERTO SCHMIDT/AFP(2)/Montage

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