Delegationen landen in der Schweiz

Ukraine-Friedensgipfel in Genf: Teilnehmer, Ablauf, Ziele – das sind die Details

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Bei einem Gipfel in Genf ist heute der US-Friedensplan für ein Ende des Ukraine-Kriegs Thema. Alle Infos zu Teilnehmern, Zeitplan und den Zielen des Treffens in der Schweiz.

Genf – In der Schweiz treffen sich heute Vertreter der USA, der Ukraine und mehrerer europäischer Staaten, um über den umstrittenen US-Friedensplan für die Ukraine zu verhandeln. Der von US-Präsident Donald Trump initiierte 28-Punkte-Plan hat in den vergangenen Tagen für Sorge bei Europäern und der Ukraine gesorgt und stellt die transatlantischen Beziehungen auf eine harte Probe.

Heute beraten sich die USA, die Ukraine und andere Staaten in Genf zum US-Friedensplan. In Genf landete am Sonntag ein Flugzeug, in dem wohl die US-Delegation saß.

Das Treffen in Genf wurde kurzfristig anberaumt, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz in einem 15-minütigen Telefonat mit Präsident Trump am Freitag (20. November) die Notwendigkeit europäischer Beteiligung betont hatte.

Darum geht es beim Gipfel im Genf am Sonntag – Rückt Trump vom Friedensplan ab?

Trump präsentierte vergangene Woche überraschend einen 28-Punkte-Plan für ein Ende Ukraine-Kriegs, der viele russischen Forderungen übernimmt. Die Ukraine soll große Gebiete an Russland abtreten, auf einen NATO-Beitritt verzichten, ihr Militär reduzieren und auf Langstreckenwaffen verzichten. US-Senatoren behaupteten, der Plan sei sogar von Russland erstellt worden, US-Außenminister Rubio wies dies zurück. Trump selbst zeigte sich zuletzt etwas milder: Der Ukraine-Friedensplan sei nicht sein „letztes Angebot“.

Gipfel zum Ukraine-Krieg
Wann?Sonntag, 23. November
Ort? Genf
TeilnehmerVertreter der Ukraine, USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, EU
Thema28-Punkte-Plan von Donald Trump zur Beendigung des Ukraine-Kriegs

Die Ukraine und Europäer fürchten, Kremlchef Wladimir Putin könnte den 28-Punkte-Plan als Einladung verstehen, noch stärker anzugreifen und sehen auch ihre eigene Sicherheit gefährdet. Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen die USA heute bei dem Gipfel in Genf davon überzeugen, ihren Friedensplan für den Ukraine-Krieg zu ändern.

Teilnehmer beim Ukraine-Gipfel in Genf: Trump schickt Rubio und Witkoff

Beraten werden soll in Genf über „mögliche Punkte eines künftigen Friedensabkommens“, schrieb der Chef des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umerow, am Samstag (22. November) auf Facebook. Auch Vertreter mehrerer europäischer Staaten reisen zum Gipfel in die Schweiz, laut dem Schweizer Rundfunk SRF sind darunter Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien.

Delegierte für den Ukraine-Friedensgipfel in Genf
Ukraineneunköpfige Delegation unter Leitung von Andrej Jermak (enger Vertrauer von Selenskyj), dabei ist auch Kyrylo Budanow (Chef des Militärgeheimdienstes)
USAAußenminister Marco Rubio, Ukraine-Sondergesandter Steve Witkoff
DeutschlandGünter Sautter, außenpolitischer Berater von Merz
andere europäische Staatennationale Sicherheitsberater Frankreichs und Großbritanniens, weitere europäische außenpolitische Berater
Russlandkeine Teilnahme geplant

Nach Angaben der Trump-Regierung wird die USA beim Ukraine-Gipfel in Genf von Sondergesandtem Steve Witkoff und Außenminister Marco Rubio vertreten. Rubio werde die Delegation leiten, wie US-Kreise der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigten. Er machte sich am Samstag auf den Weg nach Genf, am Sonntagmorgen landete laut der Nachrichtenagentur AFP das Flugzeug der US-Delegation in der Schweiz. Der 28-Punkte-Vorschlag diene als „solide Grundlage für die laufenden Verhandlungen“, sagte Rubio nach einem Bericht der FAZ.

Deutscher Vertreter beim Friedensgipfel in Genf ist der außenpolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, Günter Sautter. Er war erst am Samstagmorgen zum G20-Gipfel in Johannesburg eingetroffen und machte sich laut Handelsblatt wegen der aktuellen Ukraine-Entwicklungen wieder zurück auf den Weg nach Europa. Der erfahrene Spitzendiplomat war bereits Büroleiter unter Ex-Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Ex-Außenministerin Annalena Baerbock.

Was ist das Ziel des Ukraine-Friedensgipfels in Genf? Details zur Tagesordnung nicht bekannt

Einzelheiten zur Tagesordnung und zur Agenda des Treffens in der Schweiz sind nicht bekannt, auch offizielle Pressestatements soll es nicht geben. Ein US-Vertreter sagte laut SRF lediglich: „Unser Ziel ist es, das bestmögliche Abkommen für die Ukraine zu erzielen.“

Donald Trumps berüchtigte Handschlag-Strategie

Handschlag auf Augenhöhe – und es wird ordentlich gequetscht: US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.
US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.  © SAUL LOEB / AFP
Donald Trumps Handschlag
Berühmt, berüchtigt und bekannt: Donald Trumps Handschlag ist eines der Markenzeichen des US-Präsidenten und vereint Machtspiel und Macho-Pose. Zu spüren bekamen das schon zahlreiche Politikerinnen und Politiker auf der ganzen Welt – hier Russlands Präsident Wladimir Putin im Juli 2017 in Hamburg. © imago
Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen.
Donald Trump war noch frisch im Amt und genoss die mediale Aufmerksamkeit, die ihm durch seinen überraschenden Sieg bei der US-Wahl zukam. Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen. © imago
Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan
Mehrere Biografen Donald Trumps beschreiben, dass ihm sein Handschlag schon immer wichtig gewesen sei. Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan, soll der Meinung sein, dass ein Handschlag darüber entscheidet, wer im anschließenden Gespräch Dominanz ausstrahlt und wer nicht. © IMAGO
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard, beschäftigen die politische Medienlandschaft seit seinem Eintritt in die politische Arena. Die Washington Post beschrieb den Präsidenten als jemand, der „unbeholfene, intensive und manchmal geradezu seltsame Händedrücke“ gebe. © imago
James Comey. Der ehemalige Direktor des FBI
imago418416130.jpg © imago
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps. Bei ihrem Treffen im Oval Office im Weißen Haus packte der US-Präsident zu - und ließ nicht mehr los. Ganze 19 Sekunden soll der Handschlag zwischen Trump und Abe gedauert haben. Japans Premierminister war von Trumps Händedruck sichtlich überrascht und reagierte mit nervösem Lächeln und ungläubigem Augenrollen. © imago
Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch
Wie schon bei Comey versuchte Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch, den Trump während seiner ersten Amtszeit zum Obersten Richter am Supreme Court ernannte. Beim Handedrücken zog Trump den Arm Gosuchs zu sich und brachte den obersten Richter sichtbar aus dem Gleichgewicht. © imago
Donald Trump und Emmanuel Macron
Den Höhepunkt des Händeschüttelns erlebte die Welt mit Donald Trump und Emmanuel Macron. Mehrfach während ihres Treffen schüttelten der amerikanische und der französische Präsident die Hände - fast immer in absonderlicher Art.  © IMAGO/Ron Sachs
Aufeinandertreffen mit Macron
Bei den Aufeinandertreffen mit Macron, wie hier beim G7-Gipfel in Kanada, wurde besonders deutlich, dass der Handschlag für Donald Trump vor allem ein Machtspiel ist. Frankreichs Präsident aber schien darauf vorbereitet und reagierte ebenfalls mit Angriff statt Verteidigung. Auf den Bildern war zu sehen, wie er Trumps Hand mit aller Kraft drückte, bis sogar seine Knöchel weiß wurden. Trump versuchte erfolglos, Macrons Arm zu verdrehen. © Evan Vucci/afp
Emmanuel Macron und Donald Trump
Emmanuel Macron beschrieb seine Reaktion auf Donald Trumps Handschlag-Taktik im Nachgang. „Mein Händedruck mit ihm war nicht unschuldig“, so Frankreichs Präsident. Man müsse Trump „zeigen, dass wir keine kleinen Zugeständnisse machen werden, auch nicht symbolische.“ Das galt für Macron offensichtlich selbst bei dem Austausch von Begrüßungsfloskeln. © Michael Kappeler/dpa
Emmanuel Macron und Donald Trump
Über die Jahre entwickelten die Alpha-Männer Emmanuel Macron und Donald Trump dann doch noch einen zivilisierten Händedruck. Den präsentierten sie der Weltöffentlichkeit in Rom, als beide Staatschefs zur Beerdigung von Papst Franziskus zu Gast waren. „Er ist ein toller Kerl - klug, stark und hält gerne meine Hand“, beschrieb Trump Macron, der „ein sehr guter Mensch“ und ein „sehr harter Kerl“. © imago
G7-Gipfel in Kanada
Ähnlich wie bei Emmanuel Macron wurde auch der Handschlag zwischen Donald Trump Marc Trudeau zum Politikum. Kanadas Premierminister wollte wie schon Frankreichs Präsident nicht klein beigeben. Es entwickelte sich ein kurzes Handgemenge, dass Trudeau aber mit einem Lächeln quittierte. © Evan Vucci/dpa
UFC-Kommentator Joe Rogan
UFC-Kommentator Joe Rogan beschrieb in seinem Podcast „The Joe Rogan Experience“, wie er sich auf das Händeschütteln mit Donald Trump vorbereitet hätte. Der Kampfsport-Experte sagte, er habe damit gerechnet, dass ihn der US-Präsident durch einen Ruck aus dem Gleichgewicht habe bringen wollen. „Ich habe mich breiter gestellt, um eine feste Basis zu haben“, so Rogan. Der US-Präsident sei deshalb trotz mehrfacher Versuche mit seinem Trick an ihm gescheitert. © imago
Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation
Doch Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation für seinen Gegenüber maximal unangenehm zu gestalten. Eine davon präsentierte er 2018 in Brüssel beim Handschlag mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Als die beiden beim Nato-Gipfel aufeinandertrafen, packte Trump zu und lehnte sich mit seinem Oberkörper nach vorne. Stoltenberg reagierte mit diesem Eindringen in seinen persönlichen Raum mit dezentem Rückzug. © imago
Bundeskanzlerin Angela Merkel r CDU trifft US Praesident Donald Trump im Rahmen des G20 Gipfels
Beim Handschlag mit Altkanzlerin Angela Merkel hielt sich Donald Trump vornehm zurück. Die Bundeskanzlerin bekam beim G20-Gipfel einen eher unterkühlten Händedruck vom US-Präsidenten. © Inga Kjer/dpa
UN Generalversammlung in New York
Ganz gesittet gestaltete sich 2017 in Donald Trumps Heimatstadt New York das Händeschütteln. Bei der UN-Generalversammlung traf Trump auf António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. © Shealah Craighead/dpa
Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt
Nancy Pelosi beschloss, bei ihrem Handschlag mit Donald Trump den Spieß umzudrehen. Die damalige Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt. Pelosi streckte ihm im Anschluss die Hand mit soviel Ablehnung entgegen, wie ein Blick und eine Geste nur ausstrahlen können. © imago
Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office
Wer die Gunst Donald Trumps genießt, der bekommt beizeiten einen ganz speziellen Händedruck vom US-Präsidenten. Trump legt dann liebevoll seine linke Hand auf die rechte seines Gegenübers und tätschelt diese. In den Genuss dieser Geste kam Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office. © imago
Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus.
Den doppelten Händedruck für besonders gute Freunde bekam auch Indiens Premierminister Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus. © imago
Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago
Zu den guten Freunden Donald Trumps gehörte auch Brasiliens ehemaliger Präsident, Jair Bolsonaro. Der hatte sich im Wahlkampf mit seinem Rechtspopulismus und Skandalen den Spitznamen „Tropen-Trump“ erarbeitet. Der US-Präsident quittierte das im März 2020 bei einem Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago mit dem doppelten Händedruck. © imago
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani. Bei einem Treffen mit Trump im Jahr 2016 schien der ehemalige Bürgermeister New Yorks auch auf den besonderen Handschlag mit dem damaligen Kandidaten der Republikaner für das Präsidentenamt zu hoffen. Trump gönnte seinem Ex-Anwalt diese Ehre aber offenbar nicht. © imago
Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump
Sein Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump ein Augenzwinkern oben drauf. © imago
US-Präsident Trump im Nahen Osten - Katar
Bei seinem Staatsbesuch in Katar bemühte Donald Trump sich offensichtlich um Zurückhaltung. Das galt auch für seinen Händedruck, den hier der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, während eines Staatsdinners im Lusail-Palast entgegen nahm. © Alex Brandon/dpa
Keir Starmer und Donald Trump
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer reiste vor kurzem zum Antrittsbesuch nach Washington DC. Im Weißen Haus traf er auf Donald Trump. Der Handschlag blieb folgenlos und unspektakulär. © Carl Court/dpa
Cyril Ramaphosa und Donald Trump
Auf den absonderlichen Handschlag zwischen Cyril Ramaphosa und Donald Trump im Weißen Haus folgte der Eklat im Oval Office. Trump beschuldigte den südafrikanischen Präsidenten, in seinem Land einen Völkermord an weißen Landbesitzern geschehen zu lassen. Um seine Behauptungen zu untermauern, konfrontierte der US-Präsidenten seinen Amtskollegen sogar mit gefälschten Videomaterial. © imago

Die europäischen Staaten wollen erreichen, dass Trumps Friedensplan für die Ukraine mit 28 Punkten überarbeitet wird. Sie haben in einer Nachtaktion eigene Vorschläge erarbeitet und diese nach Washington und Kiew geschickt. Dabei versuchen sie, kritische Punkte des US-Plans zu entschärfen, ohne die Trump-Administration zu brüskieren.

Europäer wollen Änderungen am Trump-Friedensplan für den Ukraine-Krieg

In einer gemeinsamen Erklärung von neun europäischen Staaten, den Spitzen der EU sowie Kanada und Japan heißt es, am derzeitigen Entwurf sei „zusätzliche Arbeit“ nötig: „Wir sind besorgt über die vorgeschlagenen Beschränkungen für die ukrainischen Streitkräfte, die die Ukraine für künftige Angriffe anfällig machen würden.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Situation als einen der schwierigsten Momente in der Geschichte seines Landes. Die Ukraine sieht sich mit der Forderung nach erheblichen Zugeständnissen konfrontiert, während sie gleichzeitig mit internen Herausforderungen wie einer jüngsten Korruptionsaffäre zu kämpfen hat.

Wie ist der Ablauf und Zeitplan der Ukraine-Verhandlungen beim Gipfel in Genf?

Über den Zeitplan des Treffens drang bisher nichts nach außen. Die Gespräche sind für einen Tag, also für heutigen Sonntag, angesetzt. Es sind keine Medienauftritte und Pressekonferenzen vorgesehen.

Ursprünglich hatte Trump der Ukraine ein Ultimatum bis zum amerikanischen Thanksgiving-Feiertag (28. November) gesetzt, um dem Plan zuzustimmen. Diesen Zeitdruck hat er inzwischen etwas gelockert. „Der Krieg müsse auf die eine oder andere Weise enden“, erklärte Trump, fügte aber hinzu, dass der vorgelegte Plan nicht sein letztes Angebot sei. (Quellen: dpa, Handelsblatt, Schweizer Rundfunk und Fernsehen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, AFP) (smu)

Rubriklistenbild: © Valentin Flauraud/AFP

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