Verhandlungen zum Ukraine-Krieg

Ukraine-Gespräche in Saudi-Arabien: Russland schaut genau hin – Kiew nennt erste Details

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Bei einem Treffen in Saudi-Arabien wollen diplomatische Vertretungen von rund 30 Ländern mit der Ukraine über die Möglichkeiten für Frieden im Land sprechen.

Dschidda/Kiew – Vor dem geplanten Ukraine-Gipfeltreffen in Saudi-Arabien hat die Ukraine erste inhaltliche Pläne für die Beratungen bekannt gegeben und Verhandlungsbereitschaft angekündigt – mit „allen Ländern, die internationales Recht, sowie die Souveränität und territoriale Unversehrtheit unseres Landes respektieren“. Das betonte der ukrainische Präsidentenberater Igor Zhovkva gegenüber dem Online-Medium European Pravda. Unter den 30 Ländervertretungen, die ihre Teilnahme beim Gipfel angekündigt haben, ist Russland nicht dabei.

Auch was den Zehn-Punkte-Friedensplan angeht, signalisierte Zhovkva für die Ukraine Verhandlungsbereitschaft und betonte, die Ukraine arbeite weiter auf ein Gipfeltreffen zur Verhandlung einer „Friedensformel“ hin. Präsidialamtsleiter Andrij Jermak betonte: „Es ist wichtig, dass wir nicht nur Beratungen abhalten, sondern klare Fortschritte machen auf dem Weg zu einem festgelegten Ziel: der Umsetzung der ukrainischen Friedensformel“.

Ukraine-Gipfel in Saudi-Arabien: Russland will dem Treffen „folgen“

Darin, dass der Gipfel auf der Ebene nationaler Sicherheitsberater in Saudi-Arabien eine „internationale Plattform“ erhält, werte Zhovkva extrem positiv, weil die Gespräche am Wochenende so über die regelmäßigen Treffen mit den engen Partnern der G7-Staaten und Europa hinausgingen. Die Möglichkeit für Gespräche mit „Delegationen von 30 führenden Staaten in Europa, Asien, Afrika, dem Mittleren Osten und Lateinamerika“ bezeichnete er als „zusätzlichen Bonus“.

Der Einladung zum „Friedensgipfel“ in Saudi-Arabien war bereits ein Besuch von Wolodymyr Selenskyj in Dschidda vorausgegangen. (Archivfoto)

Dass Russland bei den Friedensgesprächen außen vor bleibt, kommentierte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mit der Ankündigung, dass die Regierung in Moskau das Treffen genau beobachten und den Gesprächen „folgen“ wolle. Das berichtete etwa die US-Zeitung Politico, und zitierte eine Bemerkung Peskows, nach der jeder Versuch, eine friedliche Lösung zu erzielen „einer positiven Bewertung würdig“ seien.

Gipfeltreffen in Saudi-Arabien: Über 30 Staaten beraten über Frieden

Relativiert wird das jedoch von der Aussage des russischen Machthabers Wladimir Putin, der kürzlich einen Waffenstillstand ausschloss, solange die ukrainischen Streitkräfte „in der Offensive“ seien. Kiew dagegen meldete im Ukraine-Krieg erst heute erneut einen folgenreichen russischen Angriff auf die ukrainische Hafenstadt Odessa, bei dem ein Getreidelager zerstört worden ist.

Laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur, war die geplante Veranstaltung erst bekannt geworden, Wochen nachdem „bei einem Treffen verbündeter Staaten im Juni in Dänemark“ die Einladungen dazu ausgesprochen wurden. Eine offizielle Bestätigung aus Riad gab es bis zum Mittwoch nicht. Leiten soll das Treffen am Samstag und Sonntag in der Küstenstadt Dschidda Medienberichten zufolge der saudische Sicherheitsberater Musaid al-Aiban.

Zu den Staaten, die ihre Teilnahme an dem Gipfeltreffen angekündigt haben, zählen laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung neben USA und Großbritannien auch die Türkei, Ägypten, Indonesien und Chile. Auch eine EU-Vertretung soll nach Saudi-Arabien anreisen. (saka mit dpa)

Rubriklistenbild: © Handout/SPA/AFP

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