Anklage gegen Trump: Er schürte in den USA Misstrauen - und nimmt dennoch kaum politischen Schaden
VonVictoria Krumbeck
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Donald Trump ist zum dritten Mal angeklagt. Es geht unter anderem um den Kapitol-Sturm. Doch die Vorwürfe können seinen Umfragewerten bislang nichts anhaben.
Dritte Anklage gegen Trump – Republikaner stehen hinter ihm
Es ist das erste Mal in der Geschichte der USA, dass ein Präsident überhaupt angeklagt wird – und das gleich dreimal. Donald Trump, der ankündigte, bei der Präsidentschaftswahl 2024 wieder für die Republikaner zu kandidieren, muss sich für seinen Umgang mit der verlorenen Wahl 2020 und deren Folgen verantworten. Immer wieder wiederholte Trump, dass die Wahlen manipuliert worden und er der eigentliche Gewinner sei. Der Sturm auf das Kapitol war dann der Höhepunkt. Ein Gewaltexzess, bei dem fünf Menschen starben.
Auf 45 Seiten wurde aufgelistet, wie Trump sich gegen den Wahlausgang 2020 stemmte. Wie er Verschwörungen verbreitete, das Justizministerium instrumentalisierte oder auch Politiker im Bund und Bundesstaaten unter Druck setzte. Die Kläger argumentieren, dass er dabei genau gewusst habe, dass an seinen Wahlbetrugsbehauptungen nichts dran sei. Bereits im Herbst 2022 zeigten Dokumente, dass Trumps Team keinerlei Beweise für einen Wahlbetrug finden konnte.
Trump liegt bei den Republikanern ganz vorne – Trotz erneuter Anklage
Trump will 2024 erneut Präsident der USA werden. Rechtsexperten schätzen, dass er selbst als verurteilter Straftäter weiterhin kandidieren dürfe. Seine Chancen, der republikanische Herausforderer Joe Bidens zu werden, stehen gut, trotz Anklagen. Eine Umfrage der New York Times vom 31. Juli zeigte, dass 54 Prozent der republikanischen Wähler:innen für Trump sind. Floridas Gouverneur Ron DeSantis, der als größter parteiinterner Konkurrent Trumps gesehen wird, kann nur 17 Prozent der republikanischen Wähler:innen von sich überzeugen.
6. Januar 2021 - der Sturm aufs Kapitol in Bildern
Vor allem Trumps Basis kann nichts erschüttern, sie steht weiter hinter ihm. Die MAGA-Basis (Make America Great Again) macht laut New York Times 34 Prozent der Republikaner aus. Weitere 37 Prozent stehen Trump gegenüber offen, von denen wiederum 80 Prozent der Meinung sind, die Republikanische Partei müsse hinter Trump stehen. Damit würden 71 Prozent der republikanischen Wähler:innen mit großer Wahrscheinlichkeit für Trump stimmen.
Droht Trump eine Verurteilung vor den Präsidentschaftswahlen 2024?
Die Umfrage zeigt, dass vor allem Trumps Basis stark ist und sie sich trotz Anklagen und den Vorwürfen nicht von ihm abwenden. Das Gegenteilige scheint der Fall zu sein. Nach den vorherigen zwei Anklagen gingen Trumps Umfragewerte nach oben, genauso wie die Spendeneinnahmen seiner Wahlkampagne.
Die Anklage trägt darüber hinaus eine gewisse Symbolik. Denn sollte Trump die Anklage unbeschadet überstehen, könnten Radikale das als Freibrief verstehen, ein unliebsames Wahlergebnis einfach nicht zu akzeptieren und einen friedlichen Amtswechsel zu behindern. Eine Verurteilung könne wiederum eine noch tiefere Spaltung in den USA auslösen. Doch all dies ist noch weit entfernt. Eine Entscheidung vor der Präsidentschaftswahl 2024 ist fraglich. Trumps Anwälte dürften versuchen, das Verfahren möglichst lange hinauszuzögern. (vk mit dpa)