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Die innerparteiliche Konkurrenz von Donald Trump hat einen Namen: Ron DeSantis. Der Ultrakonservative geht aus den Midterms 2022 gestärkt hervor – wer ist er?
Washington – Bei den Midterms 2022 gibt es unter den Republikanern einen großen Gewinner: Ron DeSantis – den alten und neuen Gouverneur von Florida. DeSantis steht für eine rechte, populistische Migrationspolitik, den Kampf gegen Corona-Regeln und seine generelle Abneigung gegen alles „woke“. In den USA kommt das bei vielen Republikanern offenbar an, das weiß auch Donald Trump aus eigener Erfahrung: Für ihn wird „Ron DeSanctimonious“, also „Ron Scheinheilig“, wie er ihn nennt, zur Bedrohung. Das Resultat: Trump droht ihm offen.
Ron DeSantis: Donald Trump droht republikanischem Konkurrenten „weiß mehr über ihn als jeder andere“
Donald Trump deutete zuletzt eine erneute Präsidentschaftskandidatur an, doch scheint er sich seiner Sache mit Blick auf mögliche Nebenbuhler nicht ganz sicher. Der Ex-Präsident ließ Drohungen gegen seinen größten innerparteilichen Konkurrenten folgen: Ron DeSantis, ihn warnt der Ex-Präsident ganz unverhohlen vor einer Kandidatur. Trump erklärte, er könne „Dinge erzählen, die nicht besonders schmeichelhaft sind“, denn er wisse „mehr über ihn als jeder andere - mit Ausnahme vielleicht seiner Frau.“
Auch ein weiterer Satz, von dem unter anderem das RND berichtet, kann als Drohung verstanden werden: „Wenn er antritt, könnte das für ihn sehr schmerzhaft ausgehen“, so Trump, DeSantis würde damit „einen Fehler machen.“ Der Schluss des Ex-Präsidenten: „Ich denke nicht, dass es gut für die Partei wäre.“ Tatsächlich zeigen Trumps Äußerungen gegenüber seinem nicht minder rechten Gegenspieler in der eigenen Partei vor allem eines: Er nimmt ihr ernst – sehr ernst.
Midterms 2022 stärken Donald Trump‘s Konkurrenten Ron DeSantis
Bei den Republikanern gibt es im Zuge der Midterms 2022 einen großen Gewinner, und der hört auf den Namen Ron DeSantis. Innerhalb der letzten Jahre ist er zum wohl größten parteiinternen Konkurrenten von Ex-US-Präsident Donald Trump avanciert. Bei den Midterms 2022 verteidigte er sein Amt als Gouverneur von Florida deutlich mit zwanzig Prozent Vorsprung vor seinem Konkurrenten. Auch das ist bezeichnend, denn DeSantis steht ebenso wie Trump für einen extrem rechten Kurs.
Einige Republikaner sehen statt im Ex-Präsidenten in Ron DeSantis den nächsten Präsidentschaftskandidaten der Partei. Noch vor einiger Zeit hatte DeSantis angekündigt, nicht gegen den ehemaligen Präsidenten antreten zu wollen, inzwischen gilt er jedoch längst als potenzieller Kandidat. Vor allem einem gefällt das nicht: Donald Trump.
Ron DeSantis: Midterms-Sieger ein weiterer Rechtsideologe neben Donald Trump
Ron DeSantis: Midterms-Sieger und Gouverneur von Florida. Doch wofür steht er? Auch DeSantis verfolgt eine streng rechts-ideologische Politik. Unterschrieben hat er unter anderem einen „Stop Woke Act“ und eine „Anti-Rioting Law“, ganz im Sinne der rechts-republikanischen Wählerschaft. DeSantis unterzeichnete zudem ein Gesetz, das Transgender-Schülerinnen vom Mädchen-Schulsport ausschließt. Sein Statement dazu 2021: „Wir halten uns an die Biologie und nicht an die Ideologie, wenn wir Sport machen.“ DeSantis richtet sich auch gegen „Critical Race Theory“ in Schulen und gilt als Gegner der Black Lives Matter Bewegung. In der Geflüchtetenpolitik folgt er einem nicht minder rechten Kurs. Die Liste ist lang.
Ebenso umstritten wie DeSantis selbst, sind auch seine Unterstützer: Zuletzt hatte unter anderem Elon Musk bekannt, er wolle lieber DeSantis als Donald Trump für die Präsidentschaft 2024 kandidieren sehen. Zu seinen finanzstarken Unterstützern sollen einige ehemalige Trump-Supporter gehören. Auch in seiner Siegesrede ließ DeSantis keine Zweifel, wo er steht: „Wir erhalten Recht und Ordnung aufrecht, wir schützen Elternrechte, wir respektieren unsere Steuerzahler und wir lehnen die woke Ideologie ab … In Florida wird woke sterben“, so der Gouverneur.
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