Hunderte weitere verletzt

Mehr als 100 Tote nach Drohnenangriff auf Akademie in Syrien

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Ein Foto der Hilfsorganisation Syrische Weißhelme soll den Anschlag im syrischen Homs zeigen.
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Mit Sprengstoff beladene Drohnen attackieren eine Militärakadamie in Homs. Mehr als 100 Menschen sterben. Die Hintergründe sind unklar.

Homs - Bei einem Drohnenangriff auf eine Abschlussfeier in einer Militärakademie in Syrien sind mindestens 100 Menschen gestorben. Mehr als 240 weitere Personen sollen teils schwer verletzt worden sein. Das berichten zahlreiche Nachrichtenagenturen. Laut dem syrischen Gesundheitsminister Hassan Al-Ghobash befanden sich unter den Opfern auch zahlreiche Frauen und Kinder. Es wird erwartet, dass die Zahl der Opfer weiter steigen werde.

Laut der syrischen Armee sollen „bewaffnete Terrororganisationen“ hinter dem Anschlag auf die Abschlussfeier von Offiziersstudenten der Militärhochschule. Unterstützt seien diese bei ihrem „feigen Terrorakt“ von ausländischen Kräften. Die Streitkräfte des Landes erklärten, „mit aller Härte“ gegen die Angreifer vorgehen zu wollen. Das berichten die Nachrichtenagentur dpa und der Nachrichtensender CNN.

Staatstrauer in Syrien nach Drohnenangriff auf Militärakademie

Die Regierung Syriens mit Sitz in Damaskus erklärte kurz nach der Meldung des Angriffs auf die Militärakademie eine dreitägige Staatstrauer, die am Freitag beginnen werde. Videos in den sozialen Medien zeigen dramatische Szenen aus Homs. An der Zeremonie sollen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte syrische Militärbeamte und der Verteidigungsminister des Landes teilgenommen haben, der die Zeremonie aber kurz vor dem Angriff verließ.

Die Beobachtungsstelle vermutete, dass hinter dem Drohnenangriff entweder der militant-islamistischen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) oder die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) steckt. Die beiden Gruppierungen kontrollieren wieder zwei Drittel des Landes, darunter auch die Provinz Homs.

Unmittelbar nach dem Angriff auf die Militärakademie soll die syrische Regierung verschiedene Gebiete im Umland Idlibs im Nordwesten des Landes angegriffen haben. Idlib gilt als letzte Rebellenhochburg im Bürgerkriegsland. Bei den Angriffen sollen nach Angaben der Rettungsorganisation Weißhelme mindestens fünf Zivilisten ums Leben gekommen sein. Demnach habe es dabei außerdem 38 Verletzte gegeben. Auch Russland und die Türkei führen immer wieder Militäraktionen in Syrien durch. (dil/dpa)

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