Vor Bundestagswahl

„Einzige Flunkerkanone“: Habeck teilt in Lübeck gegen Union aus – und kündigt Song an

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Mit Attacken gegen Union und SPD beginnen die Grünen in Lübeck die Wahlkampfzeit. Habeck stellt den ersten Wahlkampfsong seiner Partei vor.

Lübeck – Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck hat die Union für ihre Steuerpläne scharf kritisiert, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Beim Wahlkampfbeginn in Lübeck zur Bundestagswahl bezeichnete der Wirtschaftsminister die Versprechen von CDU und CSU als „eine einzig Flunkerkanone“. Das Steuerversprechen sei nicht gegenfinanziert. Es gebe eine Lücke von 100 Milliarden Euro – pro Jahr. Auch die Union-Asylpläne standen zuletzt in der Grünen-Kritik.

Die Grünen hingegen wollen steuerliche Anreize für Investitionen schaffen und das normale Leben – etwa die Mieten – wieder bezahlbar machen. Anders als die Union wollen die Grünen deutsche Haushalte im unteren Einkommensbereich entlasten, kündigte Habeck in Lübeck an. Für eine vierköpfige Familie bedeute das 1000 Euro mehr im Jahr auf dem Konto.

Die Bundesvorsitzenden der Grünen: Von Jürgen Trittin bis Ricarda Lang

Krista Sager und Jürgen Trittin von den Grünen
Im Dezember 1994 traten Krista Sager und Jürgen Trittin als Doppelspitze des noch jungen Zusammenschlusses namens „Bündnis 90 / Die Grünen“ an. Beide wurden zu Sprecherin und Sprecher des Bundesvorstands der Partei gewählt. Gemeinsam lenkten sie die Geschicke der Partei für zwei Jahre bis 1996. © Sepp Spiegl/imago-images
Jürgen Trittin blieb Sprecher der Grünen, von 1996 bis 1998 aber mit neuer Kollegin an seiner Seite: Auf Krista Sager folgte Gunda Röstel.
Jürgen Trittin blieb Sprecher der Grünen, von 1996 bis 1998 aber mit neuer Kollegin an seiner Seite: Auf Krista Sager folgte Gunda Röstel. © Jürgen Eis/imago-images
Gunda Röstel blieb für zwei weitere Jahre Sprecherin des Bundesvorstands der Grünen. Antje Radcke ersetzte den scheidenden Jürgen Trittin.
Gunda Röstel (l) blieb für zwei weitere Jahre Sprecherin des Bundesvorstands der Grünen. Antje Radcke ersetzte den scheidenden Jürgen Trittin. Von 1998 bis 2000 wurde die Partei damit von zwei Frauen an der Spitze geführt. © Sven Simon/imago-images
Fritz Kuhn und Renate Künast wurden zu Sprecher und Sprecherin des Bundesvorstands.
Im Jahr 2000 tauschten die Grünen ihr Führungspersonal komplett aus. Fritz Kuhn und Renate Künast wurden zu Sprecher und Sprecherin des Bundesvorstands. Ihre Amtszeit hielt aber nur ein Jahr bis 2001. © imago stock&people
Fritz Kuhn und Claudia Roth
Aus Bundesprechern wurden bei den Grünen im Jahr 2001 Bundesvorsitzende. Die ersten Beiden, die dieses Amt bekleideten, waren Fritz Kuhn und Claudia Roth. © Sven Simon/imago-images
Reinhard Bütikofer und Angelika Beer
Nur ein Jahr später der nächste Wechsel an der Spitze der Grünen. Reinhard Bütikofer und Angelika Beer rücken auf und bilden den Bundesvorstand der Partei von 2002 bis 2004. © imago-images
Claudia Roth als Vorsitzende der Grünen zurück - an der Seite von Reinhard Bütikofer
2004 kehrte Claudia Roth als Vorsitzende der Grünen zurück - an der Seite von Reinhard Bütikofer. Das Duo blieb bis 2008 im Amt. © Sven Simon/imago-images
Claudia Roth und diesmal Cem Özdemir das Führungsduo der Grünen
Claudia Roth blieb insgesamt bis 2013 im Amt. Ab 2008 mit neuem Co-Vorsitzenden: Cem Özdemir. © Jan Huebner/imago-images
Cem Özdemir blieb Parteivorstand. Von 2013 bis 2018 führte er die Grünen gemeinsam mit Simone Peter.
Cem Özdemir blieb Parteivorstand. Von 2013 bis 2018 führte er die Grünen gemeinsam mit Simone Peter. © Rüdiger Wölk/imago-images
nnalena Baerbock und Robert Habeck als Führungsduo den Vorstand der Grünen
Im Jahr 2018 übernahmen Annalena Baerbock und Robert Habeck als Führungsduo den Vorstand der Grünen. Nach dem Einzug der Grünen in die Bundesregierung legten sie ihre Ämter nieder und schlossen sich dem Kabinett von Bundeskanzlern Olaf Scholz an. © Chris Emil Janssen/imago-images
Omid Nouripour und Ricarda Lang
Es folgten Omid Nouripour und Ricarda Lang. Sie übernahmen den Vorsitz des Bundesvorstands der Grünen im Jahr 2022. Zwei Jahre später verkünden beide ihren Rücktritt als Reaktion auf zahlreiche Wahlschlappen ihrer Partei. Wer die Umweltpartei künftig führt, ist noch offen. © dpa

Lübeck: Grünen-Spitzenkandidat Habeck attackiert CSU

Bei der Wahlkampf-Veranstaltung wies Habeck die CSU-Verbalattacken der vergangene Wochen zurück. Die Lage für Deutschland sei weit ernster als die „dummen Sprüche“, die man aus Bayern hört, keilte Habeck aus. Insbesondere CSU-Chef Markus Söder hatte die Grünen in den vergangenen Monaten immer wieder attackiert und eine Regierungskoalition kategorisch ausgeschlossen. Union-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) zeigt sich offener für eine Zusammenarbeit. Dem Christdemokraten macht zurzeit eine Frauen-Bewegung zu schaffen.

Nach der Bundestagswahl am 23. Februar könnten die Grüne auf eine Koalition mit der Union angewiesen sein. Eine gemeinsame Mehrheit mit der SPD und Kanzlerkandidat Olaf Scholz gibt es laut aktuellen Umfragen nicht. Daher sind Söders kategorische Absagen problematisch für die Grünen. Diese hatte der CSU-Chef zuletzt bekräftigt: „Da bin ich felsenfest“, sagte Söder.

Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck schaltet in Lübeck in den Wahlkampfmodus.

Lübeck: Habeck hält Ausweisung von Flüchtlingen für möglich - Position im linken Grünen-Lager umstritten

Zum Jahreswechsel betonen die Grünen – auch in Lübeck – die Gemeinsamkeiten mit der Union. Zuletzt forderte Habeck in einem Spiegel-Interview eine drastische Erhöhung der Verteidigungsausgaben. Seine Forderungen: 3,5 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung pro Jahr.

Auch eine Ausweisung syrischer Flüchtlinge hält Habeck für möglich, wenn es die Lage in Syrien zulässt und die Flüchtlinge in Deutschland nicht arbeiten. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Diese Position gilt vor allem im linken Grünen-Lager als umstritten.

Als mahnendes Beispiel zog Habeck in Lübeck die schwierigen Regierungsbildungen in Österreich heran und warnte: „Wer jetzt, in dieser Zeit, einer Ausschließeritis das Wort redet, bereitet entweder den eigenen Wortbruch vor oder er sorgt dafür, dass dieses Land immer schwerer regierbar ist.“

Grünen starten Wahlkampf in Lübeck mit SPD-Kritik – Habeck kündigt Song an

Die jüngsten Wahlkampfmanöver zeigen, dass die Grünen sich stärker für eine schwarz-grüne Bundesregierung ins Spiel bringen wollen. Das unterstreichen auch die neuerlichen Kritiken an dem aktuellen SPD-Koalitionspartner. So warf Grünen-Außenministerin Annalena Baerbock SPD-Kanzler Scholz zuletzt Fahrlässigkeit vor.

Sie bezog sich auf die Scholz-Reaktion, nachdem sich US-Milliardär Elon Musk immer wieder in die deutsche und britische Politik eingemischt und seine Sympathie für die rechtspopulistische AfD öffentlich gemacht hatte. Daraufhin sagte Scholz, dass man in solchen Fällen cool bleiben müsse. Baerbocks Kommentar: Jeder mache gelegentlich Fehler, aber: „Fehler zweimal zu machen, ist fahrlässig“. Die Grüne erinnerte an die Fehleinschätzung von Scholz, dass Nord Stream 2 „auch nur ein wirtschaftliches Projekt“ sei.

In den letzten Wochen vor der Bundestagswahl erhalten die Grünen musikalische Wahlkampf-Unterstützung. Ein Mitglied der Band „Wir sind Helden“, der Bassist Mark Tavassol, habe einen Song für die Grünen komponiert, sagte Habeck. Der Song-Titel: „Diese Reise“. (Jan-Frederik Wendt)

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/dpa

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