VonGiorgia Grimaldischließen
Fast überall sind die Leistungen bei Geburt eines Kindes gesetzlich geregelt. Trotzdem sind die Unterschiede von Land zu Land enorm, auch innerhalb der EU.
Die Vereinbarkeit von Job und Familie beschäftigt viele Menschen, insbesondere Frauen. Gut, dass es Regelungen wie Mutterschutz und Elterngeld gibt, die die Zeit kurz vor und nach der Geburt klar regeln, zumindest in Deutschland. Denn, wie es wirklich ist, in den Mutterschutz zu gehen, hängt stark von dem Land ab, in dem man arbeitet und lebt, wie unsere BuzzFeed-Community berichtet.
Das bestätigte auch die globale Studie zu Elternschaft und Arbeit aus dem Jahr 2013, durchgeführt von der International Labour Organization (ILO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Demnach gab es zum Zeitpunkt der Studie in 36 der 185 weltweit untersuchten Länder eine gesetzlich geregelte und bezahlte Elternzeit, die zwischen zwölf Wochen bis zu zwei Jahren variierte.
2023 ist bezahlte Elternzeit immer noch keine Selbstverständlichkeit, selbst für Industriestaaten, wie die Situation in den USA zeigt: Bis heute wurde diesbezüglich kein Gesetz auf Landesebene verabschiedet. Nur einige wenige Bundesstaaten wie Kalifornien, Connecticut und New Jersey haben in den vergangenen Jahren einen bezahlten Mutterschutz von vier Wochen bis höchstens zwölf Wochen eingeführt.
Auch interessant: Eine New Yorkerin, die nach Berlin gezogen ist, hat neben dem Mutterschutz noch 14 weitere Dinge gefunden, die in Deutschland viel besser laufen, als in den USA.
Ländervergleich Europa
Vieles wird in der Europäischen Union einheitlich geregelt, Elterngeld und Mutterschutz gehören aber nicht dazu, denn unterschiedlicher könnten die Ansprüche für Eltern kaum sein. Deutschland schneidet im Ranking nicht schlecht ab, aber: Schweden macht‘s wie immer besser.
1. Spanien: Mies
In Spanien hat jeder Elternteil Anspruch auf 16 Wochen Urlaub, mit einem Elterngeld, das dem vollen Lohn entspricht. Danach enden Urlaubsansprüche sowie finanzielle Zuwendungen
2. Italien: Italien halt
Hier gilt für die Mutter ein Arbeitsverbot mit Lohnersatzzahlung kurz vor und nach der Entbindung sowie während des Wochenbetts. Während des anschließenden fünfmonatigen Mutterschutzes erhält die Mutter 80 Prozent ihres Lohns. Ein Vater hat in Italien Anspruch auf zehn Tage bezahlten Urlaub. Eine zusätzliche Elternzeit von maximal sechs Monaten kann beantragt werden, wird aber nur mit einer verringerten Lohnersatzleistung finanziell unterstützt.
3. Österreich: Basst scho
Hier beträgt der Mutterschaftsurlaub acht Wochen vor Entbindung und zwölf Wochen danach. Während dieser zwölf Wochen wird ein Lohnausgleich von maximal 80 Prozent ausgezahlt. Wer die Zeit verlängern will, bekommt ein „Wochengeld“ von etwa 56 Euro pro Tag für eine Dauer von bis zu zwei Jahren.
4. Dänemark: Nice
Eltern haben insgesamt Anspruch auf Urlaub und finanzielle Unterstützung für eine Dauer von 13 Monaten. Davon können die Eltern 32 Wochen unter sich aufteilen, wie sie es möchten. Hier wird Elterngeld als Lohnersatz in voller Höhe des Gehalts ausgezahlt. Sobald dieser Anspruch endet, können Eltern eine verringerte finanzielle Zuwendung beantragen. Das gilt auch für Arbeitslose und Student:innen.
5. Deutschland: Ja, aber
Beim Elterngeld liegt Deutschland mit 14 Monaten ganz weit vorne. Den Eltern stehen gemeinsam insgesamt 14 Monate Basiselterngeld zu, wenn sich beide an der Betreuung beteiligen und den Eltern dadurch Einkommen wegfällt. Sie können die Monate frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen. Doch beim Geld sieht es nicht mehr ganz so gut aus: Eltern haben Anspruch auf eine Lohnersatzzahlung in Höhe von 65 Prozent ihres Gehalts.
6. Schweden: Einfach King
Für jedes Kind erhalten beide Eltern zusammen 15 Monate lang Elterngeld. Von diesen 480 Tagen sind jeweils 90 Tage jedem Elternteil einzeln vorbehalten, die restlichen 300 Tage sind frei untereinander aufteilbar. Bis 390 Tage werden 80 Prozent des bisherigen Bruttolohns als Lohnersatzleistung gezahlt.
Mehr Ländervergleiche: So wird Periodenurlaub in anderen Ländern geregelt
Rubriklistenbild: © Addictive Stock/Imago

