Ende des Ukraine-Kriegs: Putins Unterhändler in Washington – „erhebliche Fortschritte“
VonGregor-José Moser
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Bei einem Gespräch in Washington hat ein Gesandter von Russlands Präsidenten Putin die Trump-Regierung gelobt. Außerdem ging es um Kooperationen.
Washington/Moskau – Es war der erste offizielle Besuch eines russischen Vertreters in den USA seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Kirill Dmitrijew, Chef des russischen Staatsfonds und Sondergesandter von Präsident Wladimir Putin für internationale Wirtschafts- und Investitionskooperation, war im Rahmen der laufenden Friedensgespräche in Washington zu Gast. Hinsichtlich eines möglichen Waffenstillstands zwischen Russland und der Ukraine seien „erhebliche Fortschritte“ erzielt worden, wie Dmitrijew nach einer Gesprächsrunde mit Vertretern der Regierung von US-Präsident Donald Trump mitgeteilt hat.
Weitere Details nannte er dazu jedoch nicht. Dafür äußerte er sich zu anderen Themen, etwa zum Verhältnis mit den USA. Die Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten wiederherzustellen, sei nicht einfach und könne nur schrittweise erfolgen, sagte er. Gegenüber russischen Nachrichtenagenturen zeigte sich Dmitrijew jedoch optimistisch und sprach von einer „positiven Dynamik in unseren Beziehungen“.
Der Leiter des russischen Staatsfonds, Kirill Dmitrijew (r), spricht mit einem Medienvertreter am Rande eines früheren Treffens zwischen den USA und Russland im Diriyah-Palast in Saudi-Arabien.
Gesandter aus Russland lobt die USA – Gesprächsbereitschaft bei Sicherheitsgarantien im Ukraine-Krieg
Um alle Differenzen zu beseitigen, werde es allerdings noch eine Reihe von Treffen brauchen, sagte er. Gleichzeitig richtete er lobende Worte an die USA. Die Trump-Regierung sei ganz klar darauf bedacht, Fragen zu lösen. Sie verhalte sich respektvoll, stelle viele Fragen und finde Kompromisse, so Dmitrijew weiter.
Ein Thema der Gespräche waren wohl auch die US-Sanktionen gegen Russland. Kurz nach seiner Ankunft in Washington hatte Dmitrijew, der selbst lange mit US-Sanktionen belegt war, auf Telegram geschrieben, dass Moskau US-Präsident Trump gebeten habe, die Strafmaßnahmen gegen Russland zumindest teilweise aufzuheben. Den Trump-nahen Fox News sagte Dmitrijew nach den jüngsten Gesprächen jedoch, Russland fordere keine Aufhebung der US-Sanktionen für einen Waffenstillstand mit der Ukraine.
Darüber hinaus zeigte er sich gesprächsbereit mit Blick auf Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Einige Garantien könnten durchaus akzeptabel sein, so Dmitrijew, der auch in dieser Angelegenheit vage blieb.
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USA und Russland sprechen über mehr Zusammenarbeit
Weitere Themen zwischen den USA und Russland seien Kooperationen bei der Gewinnung von seltenen Erden in der Arktis gewesen. Auch eine Mars-Mission der US-Firma SpaceX des Multimilliardärs und engen Trump-Vertrauen Elon Musk sei thematisiert worden, sagte der Gesandte weiter.
Auch die Planungen für eine Wiederaufnahme von direkten Flugverbindungen zwischen Russland und den USA würden voranschreiten. Dmitrijew behauptete zudem, US-amerikanische Unternehmen seien bereit, nach Russland zurückzukehren und die Positionen europäischer Unternehmen einzunehmen, die nach Beginn der russischen Invasion das Land verlassen hatten.
Bisher keine Gespräche zwischen Ukraine und Russland
Bislang gibt es noch keine direkten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine. In den vergangenen Woche hatten die USA Einzelgespräche mit den beiden Kriegsparteien im russischen Angriffskrieg geführt, unter anderem in Saudi-Arabien. Die Ukraine und die EU loben die Gespräche, zeigen sich jedoch auch skeptisch und teils ablehnend - etwa mit Blick auf den Vorstoß Russlands, die Ukraine – einen souveränen Staat – vorübergehend unter UN-Verwaltung zu stellen.
Ob und wann es tatsächliche Fortschritte jenseits von freundlichen Worten gibt, ist nur schwer einzuschätzen. Unter anderem Großbritanniens Premierminister Keir Starmer hatte Russlands Präsidenten Putin im März vorgeworfen, auf Zeit zu spielen und nicht wirklich an einem gerechten Frieden interessiert zu sein. (grmo)