Jimmy Kimmel abgesetzt: Kirk-Äußerungen in Late-Night-Show sorgen für Skandal – Trump feiert
In den USA tobt nach dem Attentat auf Trumps Vertrauten Kirk eine Debatte über öffentliche Äußerungen und Meinungsfreiheit. Ein Late-Night-Talker muss gehen.
Los Angeles – Der US-Sender ABC hat die Talkshow des bekannten Moderators Jimmy Kimmel vorerst eingestellt. Grund dafür sind seine Äußerungen über das Attentat auf den rechten Aktivisten Charlie Kirk. Die Show werde „in absehbarer Zukunft“ nicht mehr ausgestrahlt, so ABC. Welche konkreten Aussagen von Kimmel zu dieser Entscheidung führten, wurde nicht näher erläutert.
Jimmy Kimmel ist ein berühmter Late-Night-Host, nun hat Donald Trump die Entscheidung von ABC gefeiert, nachdem sich Kimmel über das Kirk-Attentat geäußert hat.
In seiner Sendung hatte Kimmel angedeutet, dass der mutmaßliche Attentäter Tyler Robinson möglicherweise der sogenannten MAGA-Bewegung des US-Präsidenten angehören könnte. „Make America Great Again“ ist das bekannte Motto dieser Bewegung.
Nach Kirk-Äußerungen: US-Sender ABC setzt Late-Night-Show von Jimmy Kimmel vorerst ab
Präsident Donald Trump zeigte sich erfreut über die Absetzung der Kimmel-Show und kommentierte: „Großartige Neuigkeiten für Amerika: Die mit den Einschaltquoten kämpfende Jimmy Kimmel Show wurde abgesetzt. Glückwunsch an ABC, dass sie endlich den Mut hatten, das zu tun, was getan werden musste.“ Trump, der Late-Night-Moderatoren, die ihn kritisieren, schon lange scharf angreift, äußerte sich auf seiner Plattform Truth Social.
Kimmel selbst hat bisher nicht auf die Entscheidung von ABC, einer Tochtergesellschaft von Disney, reagiert. Währenddessen protestierten Politiker der Demokraten gegen die Absetzung.
Kimmels US-Talkshow wegen Kirk-Äußerungen vorerst abgesetzt
Die Produktionsfirma der Show, die täglich von Millionen Menschen gesehen wird, erklärte: „Herr Kimmels Kommentare zum Tod von Herrn Kirk sind in einer kritischen Phase unseres nationalen politischen Diskurses beleidigend und unsensibel.“ Ob die Show von Kimmel wieder aufgenommen wird, bleibt angesichts der angespannten Lage in den USA ungewiss.
In den Vereinigten Staaten gibt es heftige Debatten darüber, wie über den Tod von Kirk gesprochen werden sollte. Seine extrem konservativen Ansichten waren stark umstritten. Trump und seine Regierung haben angekündigt, gegen Kommentatoren vorzugehen, die sich ihrer Meinung nach unangemessen über den in Utah erschossenen 31-Jährigen äußern. Kritiker befürchten, dass dabei die Presse- und Meinungsfreiheit gefährdet wird.
US-Sender CBS stellt Stephen Colberts „Late Show“ ein
Die amerikanischen Late-Night-Shows stehen unter Druck, seit auch der prominente Talkmaster Stephen Colbert beim Sender CBS abgesetzt wurde. Trump hat mehrfach deutlich gemacht, dass ihm neben Colbert vor allem Jimmy Kimmel ein Dorn im Auge ist. Die US-Talkmaster, die sich oft in pointierter und teils derber Weise über den Präsidenten und seine autoritären Tendenzen lustig machen, gelten für viele Beobachter als wichtiges Gegengewicht zur einseitigen Kommunikation des Weißen Hauses. (Quellen: dpa, AFP) (frs)