Angesichts der Inflation

Erhöhung der Rente „ändert nichts“: Linke und DGB fordern weitere Entlastung

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Eine Rentenerhöhung 2023 reicht nicht aus: Die Linke und der DGB fordern weitere Entlastungen für Rentner.
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Die Rente soll 2023 steigen. Die Linken und der DGB fordern angesichts der Inflation weitere Entlastungen. Vor allem Rentner im Osten seien noch benachteiligt.

Berlin – Die Linke und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßten die Rentenerhöhung für das Jahr 2023. Zeitgleich forderten sie aber weitere Zahlungen und Entlastungen für Rentner angesichts der Inflation. Vor allem Rentner in Ostdeutschland wären nach der Erhöhung immer noch benachteiligt, schreibt die Deutsche-Presse-Agentur (dpa). Die Anhebung der Rente für 2023 würde wenig an der Altersarmut ändern, sagte Parteivorsitzende der Linken, Martin Schirdewan, am Sonntag, 6. November 2022.

Rente soll bis 2023 steigen: Forderungen nach weiteren Entlastungen für Rentner werden lauter

Angesichts der Inflation, der Vernachlässigung im dritten Entlastungspaket und der Nullrunde im Pandemiejahr seien weitere Zahlungen für Rentner erforderlich. Besonders die hohen Lebensmittelpreise sind für die Rentner eine finanzielle Herausforderung. Es reiche laut Anja Piel, Vorstandsmitglied des DGB, deshalb nicht, die Renten bis 2023 oder erst 2024 zu erhöhen. Die Menschen bräuchten jetzt und schon vor dem Juli 2023 schnell weitere Entlastung und Einmalzahlungen, wie die Energiepreispauschale für Rentner, damit sie nicht vom Wohlstand abgekoppelt würden, sagte die Gewerkschafterin.

Rentenerhöhung 2023 reicht nicht aus: Was die Linken und der Sozialverband Deutschland fordern

Auch der Sozialverband Deutschland bemängelte, die geplante Anpassung sei im Anbetracht der Inflation nicht ausreichend. Krisenzeiten hätten gezeigt, dass das derzeitige Rentenniveau von 48 Prozent zu niedrig ist. Gleiches gelte auch für die durchschnittliche Altersrente, die knapp 1300 Euro bei 35 Versicherungsjahren beträgt. Die Vorsitzende des Sozialverbandes, Michaela Engelmeier, fordert eine zügige Anhebung des Niveaus auf 50 Prozent, langfristig auf 53 Prozent. Linken-Politiker Schirdewan spricht sich neben einer höheren Rentensteigerung für eine solidarische Mindestrente in Höhe von 1200 Euro, eine Senkung des Renteneintrittsalters auf 65 Jahre und eine Rentenversicherung für alle aus.

Erhöhung der Rente würde Benachteiligung der ostdeutschen Renter nicht ändern

Zudem müssten Maßnahmen ergriffen werden, um die Benachteiligung der ostdeutschen Rentnerinnen und Rentner zu beenden, sagte Schirdewan laut dpa-Angaben. Die vorgesehene Steigerung der Rente um 4,2 Prozent – und damit 0,7 Prozentpunkte mehr als im Westen– ändere nichts an der Benachteiligung der ostdeutschen Rentnerinnen und Rentner, sagte er.

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Am Samstag, 5. November 2022, war bekannt geworden, dass sich die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland auf eine Erhöhung ihrer Bezüge im kommenden Jahr freuen können. Nach einer offiziellen Schätzung sollen die Renten im Juli in Westdeutschland um rund 3,5 Prozent und im Osten um gut 4,2 Prozent steigen, wie aus dem Entwurf des neuen Rentenversicherungsberichts hervorgeht. (mit Material der dpa)

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