Ukraine-Krieg aktuell: Trump drängt Kiew zu Zugeständnissen
VonFelix Durach
schließen
Felix Busjaeger
schließen
Aktuelle News zum Ukraine-Krieg im Ticker: Russland kassiert schweren Drohnenschlag. Putins Verluste steigen. Die nächsten Verhandlungen in Genf stehen an.
Update, 17. Februar, 6:59 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Ukraine vor den Friedensverhandlungen in Genf zu schnellen Zugeständnissen an Russland gedrängt. „Die Ukraine sollte besser schnell an den Verhandlungstisch kommen“, sagte Trump am Montag vor Journalisten an Bord der Air Force One.
Am heutigen Dienstag treffen sich Vertreter beider Kriegsparteien in der Schweiz zu Gesprächen über eine Beendigung des Ukraine-Krieges. Die USA werden von Sondergesandtem Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner vertreten. Zwei vorherige Verhandlungsrunden in Abu Dhabi waren ohne Ergebnis geblieben – Moskau fordert weiterhin einen vollständigen ukrainischen Rückzug aus dem Donbass.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Update, 20:24 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auch in seiner abendlichen Ansprache vor einem bevorstehenden massiven russischen Angriff auf Energieanlagen gewarnt. „Russland kann der Versuchung nicht widerstehen und möchte in den letzten Tagen der Winterkälte den Ukrainern einen schmerzhaften Schlag zufügen“, sagte Selenskyj.
Die ukrainische Delegation ist derweil bereits für neue Friedensgespräche in Genf eingetroffen. Der Ukraine-Krieg dauert bereits knapp vier Jahre an. Selenskyj forderte die westlichen Verbündeten zu schnelleren Lieferungen von Flugabwehrmitteln auf und warf Moskau vor, nicht kompromissbereit zu sein.
Update, 19:13 Uhr: Der Ukraine ist die größte Geländerückeroberung seit 2023 gelungen. Zwischen Mittwoch und Sonntag eroberten Kiews Streitkräfte 201 Quadratkilometer zurück – seit der Gegenoffensive im Juni 2023 hatte die Ukraine nicht mehr so viel Gebiet in kurzer Zeit zurückerobert.
„Diese ukrainischen Gegenangriffe nutzen wahrscheinlich die Blockierung des Zugangs der russischen Streitkräfte zum Satellitensystem Starlink aus, die laut russischen Militärbloggern die Kommunikation und die Führung beeinträchtigt“, erklärte das US-Institute for the Study of War (ISW). Die Rückeroberungen konzentrieren sich auf eine Zone 80 Kilometer östlich von Saporischschja, wo russische Truppen seit Sommer 2025 stark vorgerückt waren.
Lage im Ukraine-Krieg: Russland will über Gebietsfragen sprechen
Update, 16:29 Uhr: Russland hat angekündigt, bei den ab morgen angesetzten Verhandlungen in Genf auch über die strittigen Gebietsfragen im Ukraine-Krieg zu sprechen. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte darüber hinaus, dass Chefunterhändler Wladimir Medinski an den zweitägigen Gesprächen teilnehmen wird. Eine Lösung im Ukraine-Krieg ist aber bisher nicht in Sicht. Zum Ärger Moskaus lehnt Kiew einen Verzicht auf die von Russland geforderten Gebiete ab, darunter auch jene in der Region Donezk, die die Ukraine selbst kontrolliert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte mehrfach, dass Putin keine Geschenke gemacht werden dürften in dem Angriffskrieg.
An dem erweiterten Verhandlungsformat nehmen auch Militärgeheimdienstchef Igor Kostjukow und Vizeaußenminister Michail Galusin teil. Galusin griff dabei Putins umstrittenen Vorschlag auf, die Ukraine vorübergehend unter UN-Verwaltung zu stellen – ein Plan, der bereits im vergangenen Jahr auf breite internationale Ablehnung stieß.
Ukraine-Krieg aktuell: Ex-Energieminister wegen Korruptionsverdacht festgenommen
Update, 14:41 Uhr: Der frühere ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko ist wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen worden – die Ermittler werfen ihm Geldwäsche und Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung vor. Die Organisation soll während des Ukraine-Kriegs mehr als 112 Millionen US-Dollar aus illegalen Aktivitäten im Energiesektor erhalten haben.
Wie die Kiewer Korruptionsbekämpfungsbehörden SAP und Nabu mitteilten, wurde Haluschtschenko am Sonntag beim Versuch der Ausreise festgenommen. Die mutmaßlichen Mittäter sollen 2021 auf der Insel Anguilla einen Fonds registriert haben, der rund 100 Millionen Dollar angeblicher Investitionen einwerben sollte - zu den „Investoren“ gehörte auch Haluschtschenkos Familie, wie die Behörden der dpa mitteilten.
Update, 13:22 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Führung von Luftwaffe, Verteidigungsministerium und dem staatlichen Stromnetzbetreiber Ukrenergo angewiesen, zusätzliche Schutzmaßnahmen vorzubereiten. Das schrieb Selenskyj in einem Beitrag auf X. Grund dafür sind Geheimdienstberichte über einen möglichen neuen großangelegten russischen Angriff im Ukraine-Krieg. Die entsprechenden Maßnahmen sollen noch am Montag umgesetzt werden.
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Zahl der zivilen Opfer steigt
Update, 11:38 Uhr: Einem Bericht des Guardian zufolge, der auf Daten einer globalen Konfliktbeobachtungsgruppe basiert, ist die Zahl der zivilen Opfer in der Ukraine durch russische Angriffe im Jahr 2025 um 26 Prozent gestiegen. Demnach wurden 2.248 Zivilisten getötet und 12.493 weitere verletzt. Auch die durchschnittliche Opferzahl pro Angriff hat zugenommen, was auf eine Intensivierung russischer Angriffe auf ukrainische Städte und Infrastruktur hindeutet.
„Im Durchschnitt wurden pro Angriff 4,8 Zivilisten getötet oder verletzt, ein Anstieg um 33 % gegenüber 2024. Der schlimmste Angriff ereignete sich am 24. Juni in Dnipro. Russische Raketen trafen einen Personenzug, Wohnhäuser und Schulen, wobei 21 Menschen getötet und 314, darunter 38 Kinder, verletzt wurde“, teilt der Guardian über die Verlust-Zahlen im Ukraine-Krieg mit.
Aktuelle Angriffe im Ukraine-Krieg: Russland nutzt Hyperschall-Waffe
Update, 10:25 Uhr: Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe hat Russland die Ukraine in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar massiv attackiert. Dabei kamen vier Hyperschall-Marschflugkörper des Typs Zirkon, eine ballistische Iskander-M-Rakete, eine Antiradarrakete vom Typ Kh-31P sowie 62 Drohnen verschiedener Typen zum Einsatz, darunter Shahed, Gerbera und Italmas.
Laut ersten Berichten gelang es der ukrainischen Luftverteidigung bis 09:00 Uhr, zwei der Zirkon-Hyperschallflugkörper sowie 52 Drohnen der genannten Typen abzufangen oder zu stören. Der Angriff war zu diesem Zeitpunkt noch nicht beendet, da sich weiterhin mehrere russische Drohnen im ukrainischen Luftraum befanden.
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Kiew attackiert Energie-Infrastruktur in Russland
Kiew/Moskau – Im Ukraine-Krieg ist es erneut zu schweren Kämpfen gekommen. Der Gouverneur des russischen Gebiets Belgorod berichtete von Schäden an der Energieinfrastruktur. Er sagte, die Stadt Belgorod und der umliegende Bezirk seien am Sonntagabend Opfer eines, wie er es nannte, „groß angelegten Angriffs ukrainischer Streitkräfte“ geworden. „Erste Berichte deuteten auf erhebliche Schäden an der Energieinfrastruktur hin. Rettungs- und Betriebsdienste ermitteln das Ausmaß der Schäden. Informationen zu den Folgen werden derzeit bestätigt“, teilte der Gouverneur zur aktuellen Lage im Ukraine-Krieg mit.
Auch in der westrussischen Region Brjansk ist Behördenangaben zufolge nach ukrainischen Drohnenangriffen die Energieversorgung teilweise zusammengebrochen. „Durch einen Schlag des Feindes gegen Objekte der Energieinfrastruktur im Gebiet Brjansk sind in fünf Gemeinden und teilweise in der Stadt Brjansk Wärme und Strom ausgefallen“, schrieb Gouverneur Alexander Bogomas bei Telegram. Seinen Angaben nach handelte es sich um einen der schwersten ukrainischen Angriffe seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Der Drohnenbeschuss habe mehr als zwölf Stunden gedauert.
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Drohnen nehmen Russland ins Visier
Im Ukraine-Krieg setzt Kiew schon länger auf gezielte Attacken mit Drohnen. Im Visier: immer wieder auch Russlands Wirtschaft. Regelmäßig werden Öl-Raffinerien, Depots oder Versorgungslinien angegriffen. Seit Beginn der Wintermonate werden zudem immer wieder wichtige Energieinfrastrukturen attackiert. Auch die Armee von Wladimir Putin greift seit Monaten gezielt die Strom- und Heizungsversorgung der Ukraine an – mit gravierenden Folgen.
In Kiew herrscht seit Wochen Energie-Chaos, immer wieder kommt es zu Notabschaltungen und zahlreiche Wohnungen sind weiterhin von der Versorgung abgeschnitten. Derweil sorgt das Wetter gegenwärtig im Ukraine-Krieg für Probleme bei der ukrainischen Luftabwehr. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, verlieren Drohnen aufgrund der Kälte ihre Einsatzfähigkeit: Kameras frieren ein, Akkus entladen sich deutlich schneller. „Die Auswirkungen auf unsere Drohnen sind durchweg negativ“, wird ein Soldat zitiert. „Die Batterien verlieren schneller an Ladung, die Kameras und Kabel frieren ein, sie vereisen einfach.“
Zugleich bietet der Winter auch gewisse Vorteile bei der Aufklärung im Ukraine-Krieg. Wenn der Himmel aufklart, kann die weiße Schneedecke schnell zur Todesfalle für alle Truppen werden, die versuchen, sie zu durchqueren. „Man kann sehr leicht erkennen, wo jemand gegangen oder gefahren ist, weil die Spuren im Schnee deutlich hervortreten“, heißt es von Soldaten laut AFP. Einige Drohnen sind außerdem mit Wärmebildkameras ausgestattet, wodurch die von menschlichen Körpern ausgestrahlte Wärme im Winter viel besser sichtbar wird.
Während der Ukraine-Krieg aktuell von neuen Kämpfen dominiert wird, bereiten sich russische und ukrainische Delegationen auf die nächsten Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs vor. Am 17. und 18. Februar ist eine neue Verhandlungsrunde geplant. „Auf dem Weg nach Genf. Die nächste Gesprächsrunde steht bevor“, schrieb Kyrylo Budanov, Leiter des ukrainischen Präsidentenbüros, auf Telegram und postete dazu ein Foto in der Nähe eines Zuges. In der Schweiz werden die Gespräche in einem trilateralen Format zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten geführt.
Wie die Kyiv Post schreibt, wird erwartet, dass auch die Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump – Steve Witkoff und Jared Kushner – an den aktuellen Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs teilnehmen werden. Russische Medien berichten, dass Moskau eine Delegation von mindestens 15 Personen entsenden wird, darunter auch den stellvertretenden Außenminister Michail Galuzin. Im Mittelpunkt der nächsten Ukraine-Verhandlungen könnten unter anderem die Bedingungen für einen möglichen Waffenstillstand sowie weitere Regelungen für Gefangenenaustausche stehen.
Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen derweil weiter. Wie der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine auf Facebook berichtet, hat die Armee von Wladimir Putin im Verlauf des vergangenen Tages 1180 Soldaten verloren. Die Kämpfer wurden entweder getötet oder verwundet. Die gesamten Verluste seit Beginn des Ukraine-Kriegs zwischen dem 24. Februar 2022 und dem 16. Februar 2026 belaufen sich demnach auf 1.254.450 Soldaten. Zudem hat Russland 11.676 Panzer, 24.042 gepanzerte Kampffahrzeuge sowie 37.319 Artilleriesysteme verloren. (fbu mit Agenturen)