VonAlexander Eser-Rupertischließen
Einen nahtlosen Übergang wird es nach dem Ende des 9-Euro-Tickets nicht geben, doch auch die SPD drängt nun auf ein 49-Euro-Ticket. Wie stehen die Chancen?
Berlin – Die Hoffnungen auf einen nahtlosen Übergang vom 9-Euro-Ticket zu einem 9-Euro-Ticket Nachfolger gibt es selbst unter den größten Optimisten in Deutschland schon lange nicht mehr. Nun läuft das bisherige Angebot aus. In der SPD plant man jetzt ebenfalls ein 49-Euro-Ticket, doch wie stehen die Chancen? Bei den Grünen sieht man mit Blick auf die FDP bezüglich der Nachfolgersuche für das Angebot die lange erhoffte Bewegung. Die Partei von Finanzminister Christian Lindner (FDP) hatte Fortschritte in der Frage um eine Anschlusslösung bisher weitgehend blockiert.
9-Euro-Ticket Nachfolger: Auch die SPD will das 49-Euro-Ticket
Bei der Suche nach einem 9-Euro-Ticket Nachfolger gibt es in der SPD einen Favoriten: Unter den Parteien der Ampelkoalition will neben den Grünen nun auch die SPD das 49-Euro-Ticket. Die Partei von Kanzler Olaf Scholz (SPD) schreibt in einem Beschlussentwurf für eine Fraktionsklausur am 1. und 2. September laut ARD-tagesschau: „Wir wollen in Zusammenarbeit mit den Ländern ein bundesweit gültiges ÖPNV-Ticket mit einem monatlichen Preis von 49 Euro einführen, das von Bund und Ländern jeweils zu 50 Prozent getragen wird.“
Es ist möglich, dass das Vorhaben auf Widerstand der Länder stößt. Zuletzt waren verschiedenste Alternativen zum 9-Euro-Ticket ergebnislos diskutiert worden. Das bisherige Angebot werten viele Beobachter nicht nur in der Politik als vollen Erfolg, Rufe nach einer Fortführung verhallten bisher dennoch ungehört. Entgegen der weit verbreiteten Meinung über den Erfolg des vergünstigten Monatstickets streitet besonders FDP-Finanzminister Lindner den sozialen Nutzen des 9-Euro-Tickets ab. In diesem Rahmen schockierte der Minister kürzlich mit Äußerungen über eine vermeintliche „Gratismentalität“ – in Zeiten großer ökonomischer Not vieler Haushalte.
Grüne sehen Bewegung bei der FDP in der Debatte um einen 9-Euro-Ticket Nachfolger
Besonders die FDP hatte in den letzten Wochen als „Bremse“ in der Debatte um einen 9-Euro-Ticket Nachfolger agiert. Bei den Grünen will man in der Blockade-Haltung der FDP jetzt Risse sehen. Laut Grünen-Parteichefin Ricarda Lang kommt auch bei den Liberalen Bewegung in die Frage, Lang hierzu gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Aus meiner Sicht ist das noch etwas zu teuer, um den sozialen Effekt zu gewährleisten. Aber man sieht doch, dass sich auch bei der FDP was bewegt.“
Lang bezieht sich damit auf Äußerungen des zuständigen Staatssekretärs im Verkehrsministerium, Michael Theurer (FDP). Dieser hatte zuvor Offenheit für ein mögliches 69-Euro-Ticket signalisiert. Der Rhein-Neckar-Zeitung sagte Theurer mit Blick auf das 69-Ticket, es handele sich dabei um „eine sehr interessante Variante“ – „darüber sprechen wir gerne im Detail“, so der FDP-Mann gegenüber der Zeitung.
9-Euro-Ticket Nachfolger 49-Euro-Ticket? Grüne ebenfalls dafür
Bei den Grünen befürwortet man derweil ebenfalls ein bundesweites 49-Euro-Ticket, oder aber ein regionales 29-Euro-Ticket. Zur Finanzierung des 49-Euro Tickets beziehungsweise des 29-Euro-Tickets setzt die Partei unter anderem auf den Abbau des Dienstwagenprivilegs. Das 49-Euro-Ticket hatten die Grünen schon früher ins Spiel gebracht.
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge sagte laut ZDF hierzu: „Mit dem Abbau des Dienstwagenprivilegs legen wir zudem eine überzeugende Finanzierungsmöglichkeit vor“. Aus der CDU in Niedersachsen hatte es kürzlich wiederum Vorschläge für ein landesweites 49-Euro-Ticket gegeben. Die Entscheidung über einen 9-Euro-Ticket Nachfolger steht weiter aus – die Vorschläge sind zahlreich.
Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

