Warnung von Ukraine-Kenner

Ex-Parlamentarier aus Großbritannien mahnt Europa vor Gefahr durch Wladimir Putin

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Früher vertrat er sein Land im Parlament in London, nun steht er an der Seite der Ukraine-Armee in Kiew. Ein britischer Politiker warnt vor Wladimir Putin.

Kiew – Sie wollen wohl über den Ukraine-Krieg reden: Der russische Machthaber Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump sollen bald zu einem „Gipfel“ zusammenkommen, bei dem sie über weltpolitische Themen sprechen wollen.

Ukraine-Krieg: Briten-Politiker warnt eindringlich vor Wladimir Putin

So berichtet es zumindest Moskau. Ob Trump und Putin dann, ohne die Ukraine, einen Waffenstillstand aushandeln können, ist völlig ungewiss. Die USA galten vor dem Amtsantritt des Republikaners als wichtigster Unterstützer der ukrainischen Armee. Doch: Wie geht es mit den amerikanischen Militärhilfen weiter? Lässt Trump Kiew sogar im Stich?

In dieser Gemengelage hat nun ein britischer Politiker, der früher im Parlament in London saß, erneut vor mutmaßlich imperialistischen Zielen Putins gewarnt. „Wenn die Ukraine fällt (...) wissen wir, was als nächstes passiert“, sagt der ehemalige Tory-Abgeordnete Jack Lopresti bei Sky News: „Als ich das letzte Mal im Unterhaus sprach, sagte ich, dass die Verteidigung des Vereinigten Königreichs in der Ukraine begann.“

Moskau-Herrscher: der russische Autokrat Wladimir Putin.

Gegen Wladimir Putin: Britischer Abgeordneter hilft dem ukrainischen Militär

Lopresti ist ehemaliger Reservist der British Army, der für die Streitkräfte Großbritanniens als Soldat einst in Afghanistan war. Laut des Berichts vertrat er bis vor einem Jahr den Wahlkreis Bradley Stoke bei Bristol in Südengland im britischen Parlament in London. Dann habe er sich jedoch dazu entschieden, regelmäßig nach Kiew zu reisen und das ukrainische Militär in dessen Verteidigungskampf gegen das brutale russische Regime um den willfährigen Außenminister Sergei Lawrow vor Ort zu unterstützen.

„Ich komme jetzt schon seit zwei Jahren hierher und helfe regelmäßig Wohltätigkeitsorganisationen, um mit Verteidigungsherstellern in meinem vorherigen Wahlkreis zusammenzuarbeiten“, erzählte Lopresti in dem Interview. „Und vor etwa einem Jahr dachte ich mir: Nun, wissen Sie, die Politik sieht für uns als Partei im Moment, gelinde gesagt, schwierig aus. Und wenn ich nicht wiedergewählt würde, dann würde ich hierherkommen und alles tun, was ich konnte, um zu helfen. Und ich wusste im Hinterkopf, dass ich höchstwahrscheinlich beim Militär landen würde, wo ich nun bin“, erklärte der einstige Mandatsträger.

Als ich das letzte Mal im Unterhaus sprach, sagte ich, dass die Verteidigung des Vereinigten Königreichs in der Ukraine begann.

England-Politiker Jack Lopresti bei Sky News

Wladimir Putin: Großbritannien-Politiker sieht Ukraine nicht als einziges Russland-Ziel

„Wenn die Ukraine fällt, wenn wir hier scheitern, dann wissen wir, dass er (Putin, d. Red.) nicht aufhören wird. Wissen Sie, das ist ein Kampf um Europa. Und wenn Putin Erfolg hat, ist das grünes Licht für Diktatoren überall“, meinte der militärerfahrene Politiker zu seinem Engagement in der Ukraine. Bisher bleibt im Verborgenen, was Trump Putin für einen Waffenstillstand oder gar für einen dauerhaften Frieden anbieten will. Internationale Beobachter wähnen, dass der Amerikaner dem Russen die aktuell völkerrechtswidrig besetzten Gebiete im Donbass und auf der Krim überlassen könnte und mittels gestoppter Waffen-Lieferungen Druck auf Kiew ausüben könnte.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Anfang Februar erklärt, dass er notfalls bereit sei, mit Putin persönlich zu verhandeln, um das Töten und Sterben zwischen Charkiw, Donezk und Saporischschja zu beenden. „Wenn dies die einzige Möglichkeit ist, den Bürgern der Ukraine Frieden zu bringen und keine Menschen zu verlieren, werden wir auf jeden Fall zu diesem Treffen mit diesen vier Teilnehmern gehen“, meinte Selenskyj zu möglichen Gesprächen mit den USA, Russland und europäischen Vertretern an einem Tisch.

Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Wolodymyr Selenskyj würde mit Wladimir Putin sprechen

Und weiter sagte er zu einer möglichen Begegnung mit Putin: „Ich werde nicht nett zu ihm sein, ich betrachte ihn als Feind, und offen gesagt, ich glaube, er betrachtet mich auch als Feind.“ Geht es nach Lopresti, sollte der russische Machthaber stattdessen in seinem Imperialismus vielmehr gestoppt werden. Politikwissenschaftler, Regierungsvertreter verschiedener Nato-Staaten und Osteuropa-Experten hatten seit dem russischen Überfall auf die Ukraine immer wieder davor gewarnt, dass Putin zum Beispiel auch das Baltikum an der Ostsee ins Visier nehmen könnte. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ITAR-TASS

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