Auswirkungen von Air Defender

Wichtige Nachricht für Reisende: Flughafen Frankfurt lockert Nachftflugverbot während Kampfjet-Manöver

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Eigentlich gilt am Flughafen Frankfurt ein striktes Nachtflugverbot. Durch das Kampfjet-Manöver Air Defender 2023 kann es zu temporären Lockerungen kommen.

Frankfurt – Welche Auswirkungen hat die Übung Air Defender auf den Luftverkehr? Vom 12. bis 23. Juni 2023 findet das riesige Kampfjet-Manöver im deutschen Luftraum statt. Wenn über 230 Maschinen aus 25 teilnehmenden Nationen am Himmel zu sehen sein werden und Flugverbotszonen in den Übungskorridoren eingerichtet werden, kann es zu Einschränkungen des zivilen Luftverkehrs kommen. Über die Konsequenzen ist man sich uneins: Während die Luftwaffe wenig bis keinerlei Auswirkungen durch Air Defender 2023 erwartet, sehen Fluglotsen dies komplett anders. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) rechnet mit massiven Ausfällen, die einem „Tag mit heftigen Gewittern“ entsprechen. Wahrscheinlich eher zwölf Tage mit heftigen Gewittern, denn so lang dauert die Übung, bei welcher die Bundeswehr federführend ist. Die Kampfjets werden bei Air Defender jeweils zu einem bestimmten Zeitraum unterwegs sein, dafür gibt es einen festgelegten Plan.

Das Nachtflugverbot am Flughafen Frankfurt kann für Air Defender 2023 temporär gelockert werden (Symbolbild)

Welche Sonderregelung Air Defender am Flughafen Frankfurt nach sich zieht

Flughäfen und Fluggesellschaften suchen nach Möglichkeiten, um eventuelle Einschränkungen durch das Manöver auszugleichen. Beim Flughafen Frankfurt könnte dies zu einer temporären Aufweichung des Nachtflugverbots führen. Eigentlich ist zwischen 23 Uhr abends und 5 Uhr morgens dort kein Flugverkehr vorgesehen; lediglich verspätete Maschinen dürfen bis 24 Uhr am Flughafen in der hessischen Metropole landen, müssen dies aber nachträglich begründen. Weitere Ausnahmen, auch nach Mitternacht, können nur gemacht werden, wenn es um Notfälle und Flüge im besonderen öffentlichen Interesse geht. Auf dpa-Nachfrage erklärte ein Sprecher des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums am Donnerstag, dass man das Manöver als Grund anerkennen werde, wenn eine Fluggesellschaft deswegen nachvollziehbar einen Spätstart nach 23 Uhr beantrage. Zuvor hatte das Land sein Vorgehen der regionalen Fluglärmkommission vorgestellt.

Schwergewicht der Luftwaffe wird zum Spezialflieger für Air Defender

Ein Airbus A400M mit spezieller Aufmachung beim Medientag zum Kampfjet-Manöver Air Defender 2023 beim Lufttransportgeschschwader 62 auf dem Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachen
Gäste begutachten den Airbus A400M mit Spezialaufmachung beim Medientag zum Manöver Air Defender 2023 auf dem Fliegerhorst Wunstorf am 16. Mai © Droese/localpic/imago
Ein Airbus A400M mit spezieller Aufmachung beim Medientag zum Kampfjet-Manöver Air Defender 2023 beim Lufttransportgeschschwader 62 auf dem Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen
Auf der linken Seite des Seitenruders am Heck des Airbus A400M prangen der Schriftzug „Air Defender 2023“ und die Farben Deutschlands, da die Bundeswehr die federführende Rolle bei dem NATO-Manöver übernimmt © Droese/localpic/imago
Ein Airbus A400M mit spezieller Aufmachung beim Medientag zum Kampfjet-Manöver Air Defender 2023 beim Lufttransportgeschschwader 62 auf dem Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen
Die rechte Seite des Hecks des Airbus A400M in Spezialaufmachung ist mit den Farben der US-Flagge gestaltet und zeigt unter anderem die Freiheitsstatue. Der amerikanische NATO-Partner stellt rund 100 der insgesamt 220 Flugzeuge, die an Air Defender 2023 teilnehmen © Rainer Droese/localpic/imago
Ein Airbus A400M mit spezieller Aufmachung beim Medientag zum Kampfjet-Manöver Air Defender 2023 beim Lufttransportgeschschwader 62 auf dem Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen
Das Wappen an der Unterseite des Flugzeugs zeigt ein Wappen mit dem Schriftzug „Stronger together“ und den Flaggen der teilnehmenden Nationen. Insgesamt 25 NATO-Partner haben sich für Air Defender 2023 zusammengefunden © Rainer Droese/localpic/imago
Ein Airbus A400M mit spezieller Aufmachung beim Medientag zum Kampfjet-Manöver Air Defender 2023 beim Lufttransportgeschschwader 62 auf dem Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen
Das „Air Defender 2023“-Wappen prangt auch auf beiden Seiten des Flugzeugs © Rainer Droese/localpic/imago
Das Logo des NATO-Manövers „Air Defender 2023“ beim Medientag am 16. Mai beim Lufttransportgeschschwader 62 auf dem Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen
Das offizielle Logo der Luftoperationsübung „Air Defender 2023“, dessen Gestaltung sich in dem Wappen auf dem Airbus A400M mit Spezialaufmachung wiederholt © Rainer Droese/localpic/imago
Der Airbus A400M mit „Air Defender 2023“-Look im Landeanflug auf den Flughafen Köln/Bonn
Im Anflug: Der Airbus A400M im „Air Defender 2023“-Look landet am 3. April auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn. © Francis Hildemann/Bundeswehr
Ein Airbus A400M mit spezieller Aufmachung beim Medientag zum Kampfjet-Manöver Air Defender 2023 beim Lufttransportgeschschwader 62 auf dem Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen
Ein echtes Schwergewicht: Ein Airbus A400M wiegt im Leerzustand 78,6 Tonnen und kann bis zu 37 Tonnen Nutzlast transportieren © Rainer Droese/localpic/imago

Eine mögliche Zunahme des Fluglärms durch Air Defender 2023 wird seit Wochen diskutiert. Auch hier beruhigt die Luftwaffe: Die Übungskorridore sind primär über dünn besiedeltem oder unbewohntem Gebiet, etwa über der Nord- und Ostsee. Ganz ohne zusätzliche Lärmbelästigung wird das Manöver jedoch nicht ablaufen. Durch Air Defender 2023 „wird es notwendigerweise zu einem erhöhtem Luftaufkommen und damit auch zu erhöhtem Fluglärm kommen“, wie es in einer Mitteilung der Bundeswehr heißt. Dass es durch an Air Defender teilnehmende Kampfjets wie Eurofighter oder F-35 zu den „Überschallknall“ genannten Lärmereignissen kommen kann, schließt die Luftwaffe dagegen aus: „Zur Schonung der Bevölkerung“ seien Flüge mit Überschallgeschwindigkeit „lediglich über dem offenen Meer vorgesehen“, weshalb es nicht öfter zum Überschallknall durch Kampfjets im deutschen Luftraum kommen soll.

Damit Kampfjets wie der Eurofighter ungestört ihre Übungsmissionen fliegen können, werden während Air Defender 2023 Flugverbotszonen eingerichtet (Symbolbild)

Was Reisende wegen Air Defender beachten sollten

Die Milderung von Nachtflugverboten soll den Einschränkungen des Reiseverkehrs durch das Manöver entgegenwirken. Allerdings sollten sich Reisende über ihre Rechte informieren, wenn es aufgrund des Manövers zu Verspätungen oder Ausfällen ihrer Urlaubsflüge kommt. Nicht nur in Frankfurt, sondern auch anderen Standorten wie dem Flughafen Düsseldorf macht man sich derzeit Gedanken über den Umgang mit Air Defender 2023.

Im Austausch mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) behält man dort die Lage im Auge, wie Flughafensprecher Süleyman Ucar im Gespräch mit 24RHEIN erklärte. Dort gibt es kein generelles Nachtflugverbot, aber sehr strikte Beschränkungen. In Düsseldorf muss der letzte Start des Tages sogar bereits bis 22 Uhr erfolgt sein, Landungen sind bis 23 Uhr erlaubt. Gut möglich, dass auch der Flughafen Düsseldorf den Kollegen aus Frankfurt folgt und für die Dauer des Kampfjet-Manövers Air Defender 2023 Lockerungen zulassen. (nbo) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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